Wiederentdeckt
Das Taschen-Buch
17.02.2012 Nicola Scheifele
Einst trugen sie Mönche, Kaufleute und adlige Damen: Beutel- oder Sackbücher waren im ausgehenden Mittelalter sofort bei der Hand und praktisch auf Reisen. Jetzt will sie ein Buchbinder aus Sachsen-Anhalt als Notizbücher wiederbeleben.
„Mit ein wenig Glück könnten sie der Verkaufsschlager der Saison werden – die von Jens König wieder entdeckten Sackbücher“ – so kürzlich die „Mitteldeutsche Zeitung“.
Dabei handelt es sich ursprünglich um Bücher, über deren Ledereinband ein zweiter Bezug gelegt wurde, der über den Unterschnitt herausragt. So kam eine Beutelform zustande, ein Sack, der sich per Schlaufe etwa am Gürtel tragen ließ. Laut Wikipedia waren die Beutelbücher im 14. Jahrhundert sehr gebräuchlich. Sie dienten meist als Breviere, Gebet- oder Liederbücher und Almanache.
König leitet laut „Mitteldeutscher Zeitung“ die Buchbinderei der Lebenshilfe im Mansfelder Land in Eisleben. Mit den Sackbüchern will er nun angeblich in Produktion gehen. „Es würde das bestehende Sortiment aus Notiz-, Tage- und Minibüchern ergänzen, das König auf Märkten anbietet.“
Neben Jens König mit seiner Buchbinderei der Lebenshilfe Mansfelder Land in Eisleben gibt es allerdings bereits andere Anbieter: So offerieren die Buchbinderei Müller oder die Buchbindewerkstatt von Charlotte Körner ebenfalls Beutelbücher an.


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