Bedruckte Welt


Für das Bedrucken von Computertastaturen kommt der Tampondruck zum Einsatz.

9:00 Uhr: In unserem total durchdigitalisierten Büro erwarten mich vier Post-its (mit Werbeaufdruck unserer Firma). „Bitte Herrn Meyer zurückrufen“, „Frau Krüger hat angerufen, meldet sich später noch mal“, „Ist der abgelaufene Quark im Kühlschrank von dir?“ und „Ich krieg noch 2 Euro von dir für den Leberkäswecken.“ Außerdem hat mir ein Kollege von einer Messe drei Visitenkarten von Leuten mitgebracht, die ich doch unbedingt mal kontaktieren soll. Ich habe gerade meinen Rechner hochgefahren und einen Schokoladenfleck vom „Q“ meiner Computertastatur gekratzt, da steht schon meine Kollegin mit einer Geburtstagskarte neben mir. „Hier noch unterschreiben bitte.“ Vorn drauf auf der Karte ist ein Berner-Senn-Welpe, weil „Kollegin P. doch Hunde so mag“. Ich unterschreibe und drücke ihr einen 5-Euro-Schein für die Geburtstagskasse in die Hand. Nur echt mit über 50 Sicherheitsmerkmalen.

Einige Sicherheitsmerkmale, wie das Wasserzeichen und in das Papier eingebettete Fäden, sind Bestandteil des Banknotenpapiers. Bei der Herstellung der Geldscheine kommen verschiedene Druckplatten, besondere Druckfarben und mehrere Verfahren zum Einsatz: Offset- und Stichtiefdruck, Heißprägeverfahren für das Hologramm und Siebdruck für Zahlen mit Farbwechsel.

10:30 Uhr: Ich habe gefühlte 100 E-Mails beantwortet, weitergeleitet, gelöscht und die wichtigsten zum Archivieren ausgedruckt. Ich habe gerne etwas zum Abheften und wenn ich mir die aktuellen Zahlen zum Büropapierverbrauch anschaue, dann bin ich damit nicht allein.

31 Seiten werden pro Mitarbeiter und Tag ausgedruckt. Die Zahl hat sich seit 2007 europaweit kaum verändert (Studie von Ipsos im Auftrag des Druckerherstellers Lexmark). Im Durchschnitt verbraucht jeder Deutsche jährlich 244 Kilo Papier, Pappe oder Karton.

Jetzt brauche ich dringend einen Kaffee. Im Schrank steht nur noch die Tasse mit dem Aufdruck „Gott grüß die Kunst“. Auch wenn Gutenberg mit Sicherheit noch keine Ahnung von Kaffee hatte, kann man trotzdem auf diesem Weg der Branche huldigen. 

12:30 Uhr: In der Mittagspause setze ich mich mit meinem Käsebrötchen in die Büroküche und blättere interessiert das lokale Wochenblatt durch. Die örtliche Grundschule wird umgebaut, die freiwillige Feuerwehr hat Sommerfest und dem Schwimmbad drohen die Gelder auszugehen, lese ich da. Falls ich einen neuen Job suche, kann ich mich sofort auf eine Stelle als Verwaltungs-angestellte bei der Stadt bewerben, für drei Tage die Woche „Ersatz-Oma“ werden oder von zu Hause aus ins Telefonmarketing einsteigen. Außerdem legt mir die Immobilienseite mit ihren aktuellen Angeboten einen Umzug nahe. Die Beilage eines Elektronikmarktes erinnert mich daran, dass wir dieses Jahr ein neues Notebook kaufen wollten. Ich nehme sie samt ihrem Trägermedium mit – als Gedächtnisstütze.

Im Jahr 2014 sind nahezu 14.000 verschiedene Kalender erschienen, wie etwa Wand- und Bildkalender, Planer, Taschenkalender oder auch Abreißkalender. Die Hersteller freuten sich über ein Umsatzplus von fast vier Prozent auf 167 Millionen Euro (2014).

14:25 Uhr: Eine formlose E-Mail meines Chefs teilt mir mit, dass er meinen Jahresurlaub im September genehmigt hat. Das erfordert die sofortige Unterbrechung der Arbeit: Mit pinkfarbenem Textmarker werden die drei Wochen im Wandplaner angestrichen. Nein, ich bin kein Dinosaurier. Für die üblichen Termine nutze ich selbstverständlich meinen digitalen Terminkalender, der mit meinem Handy synchronisiert ist und mich regelmäßig an alles erinnert. Aber für die große Jahresübersicht mit bestimmten Projektphasen, Urlaub und Feiertagen brauche ich etwas, das mir direkt ins Auge fällt. Hier betreibe ich in der Tat doppelte Buchführung – und auch hier zeigen mir die Besuche in den Büros der Kollegen, dass der Wandplaner längst nicht ausgedient hat.

17:00 Uhr: Ich habe schon wieder die Zeit vergessen. Wenn ich den Bus nicht noch einmal verpassen will, muss ich jetzt den Stift fallen lassen, beziehungsweise den Rechner runterfahren. Ich raffe mein Zeug zusammen und spurte los – diesmal mit Erfolg. In der Ortsmitte steige ich aus, um noch das Nötigste für die nächsten Tage einzukaufen. Zunächst mal muss ich aber noch zur Bank, zücke meine EC-Karte, drucke mir die Kontoauszüge aus und hole am Geldautomaten noch Bargeld. 100 Euro, gestückelt in einen 50-, zwei 20- und zwei 5-Euro-Scheinen.

Eine Studie der TNS Emnid im Auftrag von Payback ergab, dass die Deutschen durchschnittlich 4,5 Chipkarten im Geldbeutel stecken haben.

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