Drucken mit einer besonderen Passion: Drei Technologien für ein Printprodukt


Das vollautomatische Siebdruck-System Vitessa, überwacht von Siebdrucker Le van Khue, kann flexible Bedruckstoffe aller Art bis zu einer Stärke von 0,9 mm verarbeiten.

Was hat zu dieser hohen Auslastung geführt? „Im Offsetbereich haben wir vor vielen Jahren einen Kunden gewonnen, der uns vor die Aufgabe gestellt hat, Vordrucke herzustellen, die dann in Klein- und Kleinstauflagen zu personalisieren sind“, erläutert Prokurist Eugen Wachinger. „Diese Aufträge versuchten wir anfänglich im Offsetdruck zu realisieren, doch das funktionierte schon allein aus Zeit- und Kostengründen nicht. Somit haben wir schnell erkannt: Hierfür benötigen wir digitale Drucksysteme. Für unser Haus war das die Geburtsstunde des Digitaldrucks und der hybriden Druckproduktion, sprich der übergreifenden Nutzung von Offset-, Digitaldruck und sogar Siebdruck“, so Wachinger weiter. Seit dieser Zeit nutzt man die ganze Bandbreite der drei Druckverfahren: hochqualitativen Offsetdruck, digitalen Print-on-Demand- und variablen Datendruck sowie die Veredelungsleistungen des Siebdrucks. Mit Hilfe des Siebdrucks können bereits hochwertige Druckprodukte zu eindrucksvollen Blickfängen veredelt werden. Selbst ausgefallene Kundenwünsche lassen sich so erfüllen. Die Palette reicht vom Druck von Metallicfarben über den Translite-, Duft-, Thermofarben- oder Wasserfarben- bis hin zum Rubbelfarbendruck. Außerdem erhält der Endverbraucher über das Portal albumdruck.de die Möglichkeit, Fotoprodukte per Web-to-Print zu bestellen. 

Weihnachts- und Glückwunschkarten dieser Art führten bei Peschke zur Einführung des Digitaldrucks.

Aus einer Hand

In den letzten Jahren hat sich die hybride Produktion bei Peschke Druck immer stärker ausgeweitet. Die Kunden nehmen die Kombination der Varianten Offset-Siebdruck, Offset-Digitaldruck, Offset-Digitaldruck-Siebdruck oder Digitaldruck-Siebdruck gerne an. „So viel wie möglich aus einer Hand zu fertigen, das zeichnet uns aus“, formuliert Wachinger, „und für den Kunden ist es viel einfacher, nicht entscheiden zu müssen, wie er die einzelnen Arbeitsschritte definieren und richtig in Auftrag geben muss.

Neue Märkte

Neue Produkte entwickeln bei Peschke die Abteilung Verkauf und die jeweiligen Abteilungsleiter gemeinsam. Die Ideen und Aufgaben liefern entweder die Kunden oder man entwickelt Neues, um dem Wettbewerb eine Nasenlänge vorauszusein und die Auftragslage zu stabilisieren.
Inzwischen produziert man bei Peschke auch personalisierte und veredelt Urkunden und Zertifikate sowie – seit dem Frühsommer 2011 – Lotteriescheine für das Land Bayern. Hier werden die Vordrucke im Offsetdruck erstellt und die Nummern per Digitaldruck eingebracht. Doch nicht nur die Nummern werden digital eingedruckt, sondern per Zufallsgenerator-Software auch Quicktipps in circa 3 Mio. Kombinationen.
Ein weiteres hybrides Produkt sind Gewinn-Gutscheine, die im Offset beidseitig vorgedruckt werden und im Digitaldruck Codes erhalten, die dann im Siebdruck mit Rubbelfarbe verdeckt werden. Probleme bei der Anwendung und Kombination der drei Druckverfahren treten immer wieder auf und werden durch Peschke selbstständig gelöst. „Es macht viel Spaß, ist durch die verschiedenen Veredelungen extrem abwechslungsreich und erfordert viel Wissen in der Tiefe. Das lässt uns an Erfahrungen reifer werden und unser Know-how wachsen“, erklärt Eugen Wachinger stolz. So kann es zum Beispiel den Nexpress-Systemen schaden, wenn im Offset zu stark ge-pudert wird. Also wird bei Peschke nicht mehr gepudert, sondern mit Dispersionslack gedruckt.

Workflow

Durch den Kodak-Unified-Workflow, der – mit Prinergy in der Version 5.1.2.3. –  die CtP, den Offset- und den Digitaldruck verknüpft, ist bei Peschke höchste Automatisierung möglich. Eine wesentliche Komponente, die bei Peschke unverzichtbar geworden ist, ist die Kodak Insite-Software. Diese Lösung bildet das Webportal zum Druckvorstufenworkflow und ermöglicht es, effizienter mit den Kunden zusammenzuarbeiten, denn Insite vereinfacht und beschleunigt Proof- und Korrekturzyklen. Eugen Wachinger fasst zusammen: „Wenn wir rein beim Sieb- und Offsetdruck geblieben wären, wären wir nicht dort, wo wir heute sind. Wir generieren nicht unerhebliche Aufträge aus der Kombination aller drei Drucksysteme. In Zukunft, denken wir, dass auch Standard-Offsetprodukte wie Broschüren oder Prospekte nicht mehr nur personalisiert, sondern auch individualisiert gefragt sein werden. Bei der Produktion herkömmlicher Druckprodukte muss in nächster Zeit ein Umdenken einsetzen. Deshalb sollten die Hersteller konventioneller Druckmaschinen enger mit den Digitaldruck-Anbietern zusammenarbeiten.“

Erschienen in DD 5/2012

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