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Grundlagenwissen: Technologietrends der Druckindustrie

Trend 2: Inkjetdruck

Die Druckindustrie ist seit Jahrzehnten von enormen technologischen Entwicklungen geprägt. Derzeit sind in der Branche drei Technologietrends virulent: die Veredelung von Druckprodukten, die wachsenden Möglichkeiten im Digitaldruck und – über allem schwebend – die Druckindustrie 4.0, das heißt die Automatisierung und Vernetzung aller Prozessschritte.

Gegenüber den gängigen Druckverfahren Offsetdruck, Flexodruck und Tiefdruck hat der Digitaldruck den Vorteil, dass er ohne Druckvorlagen wie Platten, Zylinder oder Sleeves auskommt. Außerdem ist im Digitaldruck ein variabler Datendruck möglich. Das heißt: jede einzelne Seite kann mit veränderten, individualisierte Daten bedruckt werden. Technologiemarktführer im Digitaldruck war bis kurz nach 2000 der amerikanische Hersteller Xerox mit seinem elektrofotografischen Tonerdruck. In den Folgejahren hat Hewlett-Packard (HP) nach dem Kauf der von Benny Landa entwickelten Indigo-Technologie diese Position erobert. In jüngster Zeit drängt jedoch der Inkjetdruck verstärkt nach vorn. Firmen wie Canon, Ricoh, Konica-Minolta, Xeikon, Fujifilm, Kodak und mittlerweile mit ersten Maschinen auch Xerox und HP setzen immer mehr auf den Inkjet. Welche Fortschritte der Flüssigtonerdruck in puncto Qualität und Geschwindigkeit in wenigen Jahren machte, ist enorm.

Eine Herausforderung im Digitaldruck ist auch die Ansteuerung und die Verarbeitung der individualisierten Daten. Je schneller die Maschinen, desto performanter müssen Hard- und Software sein. Ein wichtiger Spezial-Softwareanbieter ist hier das amerikanische Unternehmen Electronics for Imaging (EFI) mit seinen Fiery-Server-Lösungen. Inkjetdrucksysteme werden nicht nur besser und schneller, sondern drucken mittlerweile in größeren, aus dem Offset bekannten Formaten. Nachdem zur Drupa 2012 im Digitaldruck noch das B2-Format bestimmend war, boten in 2016 nahezu alle Hersteller B1-Format-Maschinen an.

Klar ist, dass der neue High-Speed-Inkjet weitere Marktpotenziale erschließen wird. Aufmerksamkeitsstarke Kampagnen wie etwa durch individualisierte Etiketten von Coca Cola und Nutella oder individualisierte Schokoladenverpackungen von Ritter Sport werden von den Markenartiklern gerne eingesetzt, um ihre Marken emotional aufzuladen. Ob der Inkjetdruck dem Offsetdruck in nennenswertem Umfang Marktanteile abnehmen wird, ist noch nicht klar. Das Feld der Kleinauflagen ist nämlich deutlich begrenzt: durch starke Automatisierungen produzieren Bogenoffsetmaschinen heute bereits bis in Auflagenregionen von 100 bis 200 wirtschaftlich. Vor einigen Jahren lag die Wirtschaftlichkeitsgrenze im Offset noch bei ein paar Tausend Exemplaren. [2636]

Einen kompletten Report zum Druckmarkt finden Sie hier

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