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Grundlagenwissen: Technologietrends der Druckindustrie

Trend 3: Automatisierung und Vernetzung – Druckindustrie 4.0

Die Druckindustrie ist seit Jahrzehnten von enormen technologischen Entwicklungen geprägt. Derzeit sind in der Branche drei Technologietrends virulent: die Veredelung von Druckprodukten, die wachsenden Möglichkeiten im Digitaldruck und – über allem schwebend – die Druckindustrie 4.0, das heißt die Automatisierung und Vernetzung aller Prozessschritte.

Die Druckindustrie 4.0, also die Automatisierung und Vernetzung der Printproduktion, hat viele Komponenten: Die Datenübernahme vom Kunden, sei es offen übers Internet oder in geschlossenen, mit B2B-Kunden gestrickten Workflows, steht am Anfang der Wertschöpfungskette. Die Vernetzung der Produktionssysteme von der Vorstufe bis zur Logistik ist ein weiterer Baustein der Industrie 4.0. Zum Einsatz kommen hier vermehrt „intelligente“ Produktionssysteme, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette über die Cloud verbunden sind.

Druckdienstleister vernetzen sich auch untereinander mehr als früher. Kooperationen via Internet bieten neue Vermarktungsmöglichkeiten. Dies hat den Vorteil, dass nicht jeder Druckdienstleister alles selbst produzieren muss, sondern sich mit seinen Stärken in einen Produktions- oder Vermarktungsverbund einbringen kann. Das spart Kosten und verbessert das Angebot gegenüber den Printbuyern. Viele Druckereien arbeiten deshalb stark daran, ihre Prozesse zu automatisieren und zu standardisieren.

Neben dem Druckprozess ist es vor allem die Druckweiterverarbeitung, in der noch viel Automatisierungspotenzial steckt. Traditionell sieht man hier in den Betrieben noch mehr Handarbeit. Die Drupa 2016 hat aber gezeigt, dass in der Weiterverarbeitung ebenfalls verstärkt hochflexible Systeme auf den Markt kommen, die sogar Hardcover-Produkte in großer Geschwindigkeit format- und stärkenvariabel herstellen können. Herzog+Heymann zeigte zum Beispiel eine automatische Packaging-Linie zur Herstellung von Faltschachteln mit eingespendetem Insert in einem Arbeitsgang. Ein neues Antriebs-, Transport- und Schneidkonzept steckt in dem neuen Dreischneider Infini-Trim von Müller Martini. Der Vorteil gegenüber klassischen Dreischneidern besteht hier darin, dass Formatänderungen, die sonst drei Minuten für den Werkzeugtausch erfordern, gänzlich entfallen. Polar bot auf der Drupa zwei verschiedene Digicut-Modelle zum berührungslosen Schneiden von Papier und Karton an. Individualisierte Konturenstanzungen können mit diesen Systemen realisiert werden. [2747]

Einen kompletten Report zum Druckmarkt finden Sie hier.

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