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Im „industriellen Rollendruck“ wird der Markt neu sortiert

Papierverbrauch der beiden Verfahren in Europa: Durch die Entwicklung von Heatset-Rotationen mit 48 und mehr Seiten Kapazität hatte sich das Verhältnis der beiden Druckverfahren seit Mitte der 80er-Jahre deutlich zu Gunsten des Offset verschoben.

High-Volume-Produktionen. An der Entwicklung von jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen kann man auch Branchentrends erkennen. Dass die „Wandsbeker Gespräche Rolle“ der Manroland Vertrieb Nord längst nicht mehr zwischen Zeitung und Akzidenz trennen, zeigt, dass sich Cold- und Heatsetdrucker zunehmend bei denselben Kunden treffen. Aber auch Tiefdrucker und High-Volume-Offsetbetriebe adressieren immer mehr die gleiche Klientel.

Der High-Volume-Rollendruck hat in den vergangenen rund 20 Jahren riesige Sprünge vollzogen, was sowohl die installierte Kapazität an sich wie auch die Effizienz der eingesetzten Drucktechnik angeht. Solange dies dank stetig wachsenden Volumina bei den Print-Produkten gefüllt werden konnte – etwa bis zum Jahr 2000 – war es eine unproblematische Entwicklung. Seither wurden neue leistungsfähigere Maschinenklassen überwiegend zur weiteren Senkung der Stückkosten in einem Verdrängungswettbewerb genutzt. Bei zumeist gleichem Personalaufwand und relativ geringen Mehr-Investitionskosten konnte beispielsweise mit der 64-Seiten-Maschine der 48-Seiten-Wettbewerber eher aus dem Feld geschlagen werden. Es folgten die 72-, dann die 80- und seit vergangenem Jahr die 96-Seiten-Maschinen. Damit drang der Rollenoffset immer mehr in Bereiche des Tiefdrucks vor, der seinerseits Ma­schinen bis zu 4,32 m Bahn­breite (Prinovis Nürnberg und Liverpool sowie Helio Charleroi) installierte.

Überkapazitäten. Aber wie sieht es nach dem großen Nachfrage-Einbruch des Jahres 2009 mit den beiden konkurrierenden Druckverfahren und deren Märkten aus? Bei den „Wandsbeker Gesprächen“ Anfang März legte  Josef Aumiller, Leiter Produktmarketing Rolle bei Manroland, einige Zahlen vor. Von 2008 auf 2009 schrumpfte das Volumen des industriellen Rollendrucks in Europa (Illustrations-Rollenoffset und Pub­lishing-Tiefdruck) laut Erhebungen des britischen Beratungsunternehmens EMGE um rund 16 Prozent von 13,3 auf 11,1 Mio. Tonnen. Die installierte Druckkapazität in beiden Segmenten beträgt nach Angaben von Josef Aumiller etwa 14,2 Mio. t, – das heißt, die Überkapazitäten haben sich binnen eines Jahres etwa verdreifacht und betragen nahezu 30 Prozent. Trotz Herausnahme von etwa 0,4 Mio. t Kapazität im Tiefdruck liegen die europaweiten Überkapazitäten nach den von Aumiller präsentierten Zahlen im Tiefdruck bei knapp 1 Mio. t, im Rollenoffset etwas über 2 Mio. t.

Schauplatz Deutschland. Die Bedeutung Deutschlands für den industriellen Rollendruck in Europa ist eklatant: 34 % der Rollenoffset- und sogar 42 % der europäischen Tiefdruck-Kapazität sind hier installiert. Wie SCA bei einer Veranstaltung in Mettmann aufzeigte, wurden allein in Deutschland bereits 21 Rollenoffsetmaschinen mit 2,06 m und mehr Bahnbreite aufgestellt.

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