So machen Sie die Produktivität Ihrer Maschinen transparent


Abbildung 2: Produktivität pro Job (Szenario mit 10 %iger Verbesserung der Produktivität)

Produktivitätskurve. Wird eine Druckmaschine mit den üblichen Schwankungen betrieben und werden die Werte längerfristig aufgezeichnet, ergibt sich etwa folgende Situation in Abb. 1: Die Monatswerte schwanken um die orange Linie herum. Die Monats- und noch mehr die Tageswerte weichen deutlich vom Jahresdurchschnittswert ab, ergeben aber „zusammengefasst“ die Produktivitätskurve. Dass diese Produktivitätskurve die Verhältnisse gut abbildet, wurde von Heidelberg an realen Daten nachgewiesen. Die Theorie stimmt also. Was über der Linie liegt, ist besser, die Werte darunter sind schlechter. Aber wie soll man die Veränderungen in der Zeit messen? Eine Betrachtung einzelner Auftragswerte weniger Tage hilft auch nicht, da deren Lage aufgrund der Streuung nicht abgeschätzt werden kann.

Abbildung 3: Produktivitätsverlauf (Szenario mit 10 %iger Verbesserung der Produktivität)

Neue Ziele. Mögliche Maßnahmen zur Erhöhung der Produktivität sind unter anderem:

  • Reduzierung der Einrichtezeiten
  • Erhöhung der Fortdruckgeschwindigkeit
  • Eliminierung der Wartezeiten
  • Reinigung und Wartung am Wochenende
  • Schulung der Drucker
  • Auswertung der Produktivitätsentwicklung.

Aus diesen geplanten Detailverbesserungen können die Soll-Kurven für Auftragszeit und Produktivität in Abb. 1 und 2 (grüne Linie) errechnet werden. Wird die Produktivitätskurve Soll gleich 100 % gesetzt, ergibt sich für Ist ein Wert von zum Beispiel 90 %.

Jeder Produktivitätspunkt der einzelnen Aufträge kann eingetragen und als Prozent-Wert gegenüber dem Ist- und Soll-Werten aufgetragen werden (Abb. 3). Das Ergebnis ist ein Indikator für die Veränderung der Produktivität, der nicht mehr abhängig von der Auftragslänge ist. Er ist mathematisch exakt und errechnet sich mit einer einfachen Operation aus der Bogenanzahl und der Gesamtzeit (von Plattenwechsel zu Plattenwechsel). Dieser Wert kann sofort nach Auftragsende ermittelt und als Grundlage für weitere Verbesserungen genommen werden. Bild 3 kann sowohl die Tages-, Wochen- als auch die Monatswerte abbilden.

Als Methode für OEE übernommen, würde das Verfahren auch vergleichbare Werte für den Zeit-, den Geschwindigkeits- und den Qualitätsindex liefern, auch im überbetrieblichen Vergleich. 

Hilfestellung 

Produktivität steigern: Für folgende Schritte kann das Business Consulting der Heidelberger Druckmaschinen AG Hilfsmittel zur Verfügung stellen:

  • Ermitteln der eigenen Produktivitätswerte mit einer Auftragsstrukturanalyse (Ist)
  • Diskussion von Maßnahmen zur Erhöhung der Produktivität
  • Definition der Soll-Werte
  • Beobachten und Dokumentieren der Produktivitätswerte
  • Maßnahmen zur Eliminierung von Problemen mit den Druckern diskutieren
  • Darstellen der Zielerreichung und transparenterer Verbesserungsprozess.

Der Autor dieses Beitrags Dr. Erich Zahn ist Berater im Bereich Business Consulting der Heidelberger Druckmaschinen AG.
Erschienen in DD 22/2009

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