Was bei der UV-Produktion beachtet werden sollte


Arten der Farb- und Lackhaftung (von oben): 1. Mechanisch: Zwei Materialien sind mechanisch miteinander verzahnt, wenn sich Druckfarben oder Lacke in mikroskopisch raue Oberflächen »einharken«. Die Festigkeit der gehärteten Farbschichten bestimmt die Haftung und mechanische Beständigkeit.

2. Chemisch: Zwei Materialien gehen an ihren Berührungspunkten Verbindungen ein. Die beste Haftung entsteht dort, wo Atome oder Elektronen von beiden Materialien gemeinsam genutzt werden. Eine Korona-Behandlung kann diese Interaktion erhöhen.

3. Dispersion: Die Oberflächen werden aufgeladen, aber es springen keine Elektronen über. Es handelt sich dabei um eine Form von Adsorption.

4. Elektrostatische Anziehung: Einige leitfähige Materialien geben Elektronen ab und erzeugen bei Verbindung Unterschiede in der elektrischen Ladung.

5. Diffusiv: Manche Materialien mischen sich, wenn sie aufeinandertreffen – sofern die Moleküle beider Materialen frei und in beiden Materialien enthalten sind. Die Enden der Ketten diffundieren in die Substrate.

Nur mit der für den jeweiligen Job erforderlichen Energie der UV-Lampen arbeiten. Das spart Energie und reduziert die Kosten.

  • Druckfarben und Lacke abstimmen: Lieferanten sollten vom UV-Drucker alle Informationen zu den jeweils geplanten Druckanwendungen erhalten, damit diese passende Verbrauchsmaterialien bereitstellen können.
  • Aus- und Weiterbildung ist ein entscheidender Schlüssel für die Nutzung aller Vorteile des UV-Drucks. Die umfassende und fortlaufende Aus- und Weiterbildung aller Mitarbeiter in Produktion und Verkauf ist eine Daueraufgabe.
  • Alle Verbrauchsmaterialien müssen wie eine Einheit zusammenarbeiten: Es sollte sichergestellt werden, dass UV-Anwender die auf ihr Farbsystem abgestimmten Gummimischungen bei Walzen und Gummitüchern einsetzen. Ebenso müssen die Druckchemikalien mit den Gummimischungen kompatibel sein (hier empfiehlt sich ein Beständigkeitstest). Nur empfohlene und freigegebene Waschmittel verwenden.
  • Richtige Wartung und Reinigung ist wichtig für die einwandfreie Trocknung und Druckqualität. Ein umfassendes präventives Wartungsprogramm und regelmäßige Reinigungsintervalle sollten in allen Bereichen der Produktion selbstverständlich sein.
  • Lampen und Reflektoren regelmäßig reinigen: Das kann Verluste bei der Trocknerleistung verhindern.
  • Luftfilter reinigen: Regelmäßiges Reinigen der Gehäusefilter stellt ausreichende Kühlung sicher.
  • Walzeneinstellungen überwachen: Bei Wechselbetrieb zwischen konventionellen und UV-Farben müssen die Walzeneinstellungen wegen des Quellrisikos häufiger kontrolliert werden. Anwender sollten die Einstellungen an die Empfehlungen der Druckmaschinenlieferanten anpassen.
  • Gleichmäßigen Lackauftrag sicherstellen: Die durchgehenden Walzenführungsstreifen (7 mm Breite) sollten an den Außenkanten der Fotopolymerplatten angebracht werden, um einen gleichmäßigen Druck zwischen Platte und Walze sicherzustellen. Separate (nicht überlappende) Streifen werden bei Mehrfachlackierungen benötigt.
  • Auflagenstabilität von Druckplatten erhöhen: Weiterhin sollten Anwender die chemische Verträglichkeit der Druckplatten mit UV-Druckfarben sowie den Wasch- und Reinigungsmitteln sichergestellt werden.
  • Der Verschleiß des Druckbilds bei Negativ-Druckplatten hängt von der Belichtungsenergie ab.
  • Je höher die Belichtungsenergie, desto höher die Auflagenbeständigkeit.
  • Einbrennen von Druckplatten: Das Einbrennen von negativ arbeitenden Fotopolymer-Druckplatten verdoppelt die Auflagenstabilität. Eingebrannte Positiv-Druckplatten erreichen im UV-Druck vergleichbare Auflagenhöhen wie im konventionellen Offsetdruck.
  • Kühles Klima: Ein UV-Verdünner (1%) kann die Zügigkeit der Druckfarbe verringern und den Farbfluss verbessern.

Der Beitrag beruht auf dem »Best Practice-Ratgeber UV-Bogenoffset – Handbuch für beste Praxisergebnisse« der Sheetfed UV Project Group der Print-City (Informationen und Kontakt: info@printcity.de ).

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