Weiterempfehlen Drucken

Wenn die Grenzen der Standardisierung im Offsetdruck erreicht sind, was tun?

Die Erstellung eines ICC-Profils für Proof oder Druck, auf Papieren mit optischen Aufhellern, führt in der Messung zu anderen Ergebnissen, als wir sehen. Bei der Simulation und dem Fortdruck dann ebenfalls.

Standardisierung im Offsetdruck. Der Prozess-Standard Offsetdruck (PSO) ist das Beste, was wir im Hinblick auf eine verfahrenstechnische Standardisierung des Offsetdrucks je gehabt haben. Aber, wie überall auf der Welt: Auch beim PSO kann man an Grenzen stoßen, denn 100 Prozent Sicherheit und Genauigkeit gibt es in der industriellen Produktion nicht. Was ist zu tun, wenn die Grenzen erreicht sind? Unser Beitrag verrät es Ihnen.

Einige Anwender erwarten eine 100-prozentige Genauigkeit zum Beispiel zwischen Proof und Druck, wenn die Messwerte übereinstimmen. Leider gibt es das begründbar nicht.Beginnen wir beim Proof, der die Referenz für den Druck darstellt. Bei besten Messwerten, zum Beispiel ∆E = 1 und besser, müsste der Druck doch bei ebenfalls sehr guten Messwerten wie der Proof aussehen. Doch kann es trotzdem zu deutlich sichtbaren Unterschieden kommen.
Sie erstellen mit dem Proof, beispielsweise nach ISOcoated_v2_eci, eine Papierweißsimulation, weil es in der ISO so vorgegeben ist und wir es so gelernt haben.

Aber wie sieht es in der Praxis aus?  Wir drucken fast immer auf anderes Papier als ISOcoated_v2_eci. Im Grunde ist es eine Seltenheit, wenn dieses Papierweiß im Markt zum Einsatz kommt. Im Klartext: Wir simulieren ein falsches Papierweiß, das sich auch in viele Farben hinein auswirkt, erwarten jedoch eine hervorragende Gleichheit von Proof und Druck. Ein weiteres Problem in der Praxis ist das Farbannahmeverhalten (Trapping). Denn je nach Kombination: Farbe/Papier/Additive et cetera erhält man ein ∆E von bis zu 15. Das ist deutlich sichtbar (Kundenreklamation). Schon ein ∆E = 5 ist in Blau-Violett und Brauntönen sehr auffällig und führt zu Reklamationen, denn es kann in gegensätzliche Richtungen gehen: Das ∆E ist dreidimensional und die Zahl sagt nicht, in welche Farbrichtung es tendiert. Speziell fällt hier das Cyan auf. Es kann bei ∆E = 3 in Richtung Violett oder Gelb tendieren, was deutlich sichtbar ist und somit insgesamt ein ∆E = 6 ergibt.

Wie ist es nun im Zusammendruck, wenn wir zwei, drei oder gar vier Farben zusammendrucken? In Kursen zum PSO wird gerne vermittelt, dass dann die Werte doppelt oder dreifach gelten. Also ein ∆E von 10 bei Sekundärfarben und 15 bei Tertiärfarben. Und wenn gar vier Farben nahe Schwarz bei Flächendeckungen von 280 Prozent zusammengedruckt werden? Ein Violett weicht hier sehr stark ab, wenn ein ∆E von 10 vorliegt. Beispiele zeigen, dass ein dunkleres Orange-Braun von ∆E = 8 schon zu erheblichen Reklamationen führt, da es sehr weit weg vom Proof ist.

Seite 1 | 2 | 3 | 4 »
Anzeige

Firmen-Suche

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Druck

Bedruckte Welt

Print ist im Alltag überall zu finden

Was haben Postboten, Druckerei-Mitarbeiter und Holzfäller gemeinsam? Es wird bald keine mehr von ihnen geben – das zumindest behauptet der jährlich erscheinende Job-Report der US-Jobdatenbank Career Cast. Das soll vor allem damit zusammenhängen, dass Papierprodukte in den nächsten Jahren überflüssig werden und damit auch die Jobs, die damit zusammenhängen. Muss ich mir jetzt um unseren Briefträger und Printprodukte Sorgen machen?

» mehr

Druck&Medien Awards 2016: After-Show-Party

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Deutliche Passerprobleme und Streifenbildungen bei den Druckmustern von Landa.

Landa: viel Show um Nichts?

Wie bereits 2012 glänzt Landa Digital Printing auch auf der Drupa 2016 mit einer fulminanten Show. Die Ankündigungen, dass die Nanografie qualitativ neue Maßstäbe setzen würde, hält aber keiner ernsthaften Betrachtung Stand. An keinem der von uns besuchten Drupa-Stände haben wir schwächere Druckmuster gesehen als bei Landa.
mehr

Zukunft des Digitalen ist Print

17 neue Internetseiten gehen in jeder Sekunde online und auf jeder von Ihnen werden riesige Mengen Content veröffentlicht. Ohne Zweifel: das World Wide Web und die Entwicklung der mobilen Devices haben das Mediennutzungsverhalten grundlegend verändert und die klassischen Medien in Bedrängnis gebracht. Und trotzdem liegt die Zukunft des Digitalen im gedruckten Produkt, ist sich Andrew Davis sicher.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die zehn schönsten Malbücher für Erwachsene

Malbücher für Erwachsene erobern derzeit weltweit die Bestseller-Listen. Spätestens nach dem Erfolg des Malbuchs "Mein verzauberter Garten"der Schottin Johanna Basford war der Trend bei Erwachsenen angekommen, die auf der Suche nach Entspannung nach dem Buntstift greifen. In unserem Ranking haben wir die zehn für uns schönsten Malbücher zusammengestellt.
mehr

Druck&Medien Awards 2016 – Get-together und Dinner

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Veranstaltet Ihr Unternehmen eine Mitarbeiter-Weihnachtsfeier?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...