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Automatisch abgeschnitten

Volker Assman, Geschäftsführender Gesellschafter der Baumann Maschinenbau Solms GmbH & Co. KG in Solms.

Das Schneiden der Papierlagen gehört nach wie vor zu den körperlich anstrengendsten Aufgaben in der Druckweiterverarbeitung. Gerade wenn es um große Formate geht, ist die Automatisierung eigentlich zwingend. Deutscher Drucker hat bei den Herstellern von Schneidetechnik nachgefragt, wie viel Automatisierung machbar und für welche Betriebe, Formate und Auflagenhöhen sie sinnvoll ist.

Baumann Maschinenbau Solms

Welche Automatisierungslösungen beim Schneid- beziehungsweise Schüttelprozess bieten Sie an?
Volkmar Assmann: Im Bereich der Automatisierung bieten wir die Bausteine automatisches Schütteln und automatisches Schneiden, jeweils in Verbindung mit einer manuellen oder automatischen Beladung des Schnellschneiders.

Baumann favorisiert eher das vollautomatische Schütteln, nicht das Schneiden. Weshalb?
Assmann: Das Schneiden allein zu automatisieren, macht keinen Sinn, da der Bediener dazu körperlich nur bedingt in der Lage wäre. Ein automatisches Schneiden, verbunden mit einem manuellen Schütteln, ist nach einer Risikobeurteilung nach der Leitmerkmalmethode der Berufsgenossenschaft in der höchsten Risikostufe einzuordnen. Körperliche Überbeanspruchungen sind wahrscheinlich und Gestaltungsmaßnahmen (zum Beispiel Automatisierung des Schüttelns) sind dringend angezeigt. Erschwerend kommt hinzu, dass durch das fehlende manuelle Anlegen der Lage gegen den Sattel und die fehlende Qualitätskontrolle ein eventuelles Verrutschen der Lage und dadurch ein Verschneiden nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Automatisierung des Schneidens macht daher nur als weitere Entlastung des Bedieners (das Drehen der Lage entfällt) Sinn. Dieses natürlich umso mehr, je größer das zu verarbeitende Format ist.

Welche Voraussetzungen müssen aus Ihrer Sicht für eine Automatisierung gegeben sein?
Assmann: Entscheidend sind die körperliche Belastung und die Menge des Schneidvolumens. Für eine Automatisierung sollten die Auflagengrößen nicht zu klein sein, der überwiegende Anteil der Auflagen mindestens etwa 5 000 Bogen betragen. Spätestens ab dem 7er-Format ist eine Automatisierung des Schüttelns aufgrund der körperlichen Belastung eigentlich zwingend erforderlich. Für eine schnelle Amortisierung der Investition ist ein Drei-Schicht-Betrieb der Optimalfall.

Welchen Stellenwert hat dabei die Vernetzung (Stichwort JDF) im Betrieb?
Assmann: Um überhaupt eine vernünftige Akzeptanz des automatisch generierten Schneidprogrammes beim Bediener zu bekommen, muss die Kompetenz zur Erstellung auch beim Bediener bleiben. Daher kann man an den Wohlenberg-Schnellschneidern nicht nur ein Abbild des Druckbogens auf dem Bildschirm bekommen, sondern der Bediener legt die Schnittfolge selber am Bildschirm des Schnellschneiders in Sekundenschnelle fest. Der Bediener muss somit kein „fremderstelltes“ Schneidprogramm akzeptieren, sondern erstellt wie gewohnt sein eigenes Programm – nur dass keinerlei Maße mehr eingetippt werden müssen. Dadurch ist die Programmerstellung kinderleicht und im Handumdrehen erledigt. Unter diesen Voraussetzungen hat die Vernetzung sicher einen hohen Stellenwert, da sie die Rüstzeiten des Schnellschneiders auf ein Minimum reduziert. Außerdem bekommt der Betrieb über die Vernetzung zuverlässige Rückmeldungen über die angefallenen Schneidzeiten.

Für welche Betriebe beziehungsweise Schneid­volumina halten Sie die Vollautomatisierung für wirtschaftlich sinnvoll?
Assmann: Die Mehrzahl der Aufträge sollte mindestens etwa 5 000 Bogen betragen. Bei einem Auftragsmix mit überwiegend Kleinstauflagen zwischen 500 und 3 000 Bogen ist es nicht sinnvoll zu automatisieren, da hier der Schwerpunkt auf der Vorbereitung liegt. Für eine sinnvolle Amortisierungszeit (unter drei Jahren) ist eine mindestens zweischichtige Auslastung des Schnellschneiders erforderlich. Dies wird im Großformat etwas außer Kraft gesetzt, weil der körper­liche Faktor hier durch die extreme Belastung eine deutlich größere Rolle spielt.

Beschickung der automatischen Schüttelanlage Basa.

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