Automatisch abgeschnitten


Dr. Bernfried Moosmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Perfecta Schneidmaschinenwerk GmbH in Bautzen.

Perfecta

Welche Automatisierungslösungen beim Schneid- beziehungsweise Schüttelprozess bieten Sie an?
Dr. Bernfried Moosmann: Das Schneiden wird oft als einfacher Prozess in der Druck- und Weiterverarbeitungsindustrie angesehen. Durch falsches Schneiden entstehen aber Fehler, die sich auf die gesamte Weiterverarbeitungskette negativ auswirken. Perfecta bietet Automatisierungsmöglichkeiten für die Prozesse vor, während und nach dem Schneiden an. Stapellifte, Schüttelautomaten, Belader oder Ab­lader rationalisieren die Arbeiten vor und nach dem Schneiden. Die Perfecta-19-Zoll-Touchscreen-Steuerung TS mit grafischer Menüführung oder das automatische Positioniersystem APS für Rundumschnitt automatisieren den Schneidvorgang.

Automatisch Schütteln oder automatisch Schneiden? Welche Lösung favorisiert Perfecta?
Dr. Moosmann: Schwere körperliche und monotone Arbeit führt zu Erschöpfung. Deshalb ist die Übertragung von Arbeit vom Menschen auf Automaten gerade beim Schütteln wichtig. Perfecta favorisiert deshalb den Einsatz von automatischen Schüttelmaschinen. Automatisches Schütteln gewährleistet planbare Prozesse bei konstanter Qualität und ist entscheidend für das Ergebnis des Zuschnitts.

Welche Voraussetzungen müssen aus Ihrer Sicht für eine Automatisierung gegeben sein?
Dr. Moosmann: Der Nutzen von Automatisierung beim Schneiden ist nicht an bestimmte Voraussetzungen gekoppelt. Durch Automatisierung kann die Produktqualität verbessert, die Durchsatzleistung erhöht und eine Entlastung des Menschen erreicht werden. Durch Automatisierung können die Personalkosten reduziert werden. Wichtig ist, dass sich die Betriebe umfassend über heute bereits vorhandene Automatisierungsmöglichkeiten informieren.

Welchen Stellenwert hat dabei die Vernetzung (Stichwort JDF) im Betrieb?
Dr. Moosmann: Die Druck- und Weiterverarbeitungsbranche wird immer industrieller. Der Zwang zur Vernetzung der Produktionsschritte wird immer größer, da hier noch Einsparungspotenziale erschlossen werden können. Die automatische Übernahme von Produktionsdaten aus der Vorstufe für das Rüsten der Schneidemaschine ist eine wichtige Rationalisierungsmöglichkeit. Bei Perfecta erfolgt die Verarbeitung der Vorstufendaten direkt in der Schneidemaschine durch die Maschinensteuerung (Cuttronic) mit interaktivem Schneidprogrammgenerator). Die Bedeutung der Vernetzung wird noch steigen.

Für welche Betriebe beziehungsweise Schneid­volumina halten Sie die Vollautomatisierung für sinnvoll?
Dr. Moosmann: Die Mehrkosten für eine Vollautomatisierung lassen sich betriebswirtschaftlich am besten bei Großauflagen, im Dreischichtbetrieb mit schwerer körperlicher Arbeit rechtfertigen. Automatisierung kann aber auch die Qualität bei häufigen Schwankungen im Produktionsprozess sichern, zum Beispiel bei vielen  wechselnden Kleinauflagen. Vollautomatisierung stellt eine Möglichkeit zur Kompensierung fehlender Mitarbeiterqualifizierung dar. Perfecta bietet deshalb verschiedene Automatisierungsmodule an, die kundenindividuell eingesetzt werden können, da nicht immer die durchgängige Vollautomatisierung die Ideallösung darstellen muss.

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