Automatisch abgeschnitten


Hans-Christian Joost, Geschäftsführer der Schneider Senator SSB GmbH in Buchholz.

Schneider Senator

Auf der Drupa 2008 hat Schneider Senator den Schneidroboter Roboload als Automatisierungs­lösung vorgestellt. Das Prinzip unterscheidet sich deutlich von den Systemen der Wettbewerber. Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile?
Hans-Christian Joost:  Als wir uns mit dem Thema des automatischen Rüttelns beschäftigten, wurde uns schnell klar, dass nur eine flexible Lösung, die die manuellen Handgriffe der Bediener automatisch darstellt, funktionieren wird. Im Laufe der Entwicklungsarbeiten drängte sich dann die Robotertechnik auf, da diese sehr viel besser für den Prozess des Bogenaufnehmens geeignet ist als klassischer Maschinenbau. Dies zeigen die umfangreichen Einsatzmöglichkeiten der Robotertechnik im Fahrzeugbau. Zudem sind die Investitionskosten beim Einsatz eines Roboters geringer und der Bediener kann den Roboter zur Seite schwenken, wenn eine automatische Beladung bei problematischen Materialien nicht sinnvoll ist. Auch in puncto Ausfallsicherheit schien uns die erprobte Robotertechnik die beste Wahl.

Mannlos schütteln und schneiden – für welche Betriebe lohnt sich der hohe Automatisierungsgrad?
Joost:  Schneider Senator setzt ausschließlich auf das automatische Rütteln. Versuche haben ergeben, dass dieses deutlich sinnvoller ist als das teure automatische Drehen in der Schneidemaschine. Denn der Bediener kann sich auf eine Aufgabe konzentrieren und ist nicht gezwungen, zwischen Beladung des Rüttlers, Schneiden und Entladung zu wechseln. Der Einsatz unseres Roboloads lohnt sich für praktisch jeden Betrieb, der mindestens zweischichtig arbeitet. Die Produktivitätserhöhung sorgt dafür, dass sich die Investition innerhalb kürzester Zeit amortisiert. Bei manchen Dreischichtbetrieben wird dieser Zeitpunkt schon im zweiten Anwendungsjahr erreicht! Entsprechend sollte bei einer Neuinvestition in eine Schneidanlage diese Option unbedingt evaluiert werden, wenn Beladung, Beschickung und Abladung ohnehin maschinell geplant sind. Zudem erreicht das Unternehmen eine enorme Reduktion der physischen Beanspruchung der Mitarbeiter an der Schneidanlage.

Welche Voraussetzungen müssen aus Ihrer Sicht für eine Automatisierung gegeben sein?
Joost:  Bislang bieten wir den Roboload für Formate bis zu 740 x 1040 mm an. Alle gängigen Grammaturen können verarbeitet werden, allerdings stellen sehr dünne Papiere und sehr wellige Paletten eine Herausforderung dar, die im Einzelfall getestet werden müssen. Ansonsten ist der Roboter sehr genügsam, so vermisst er die Palettenlage selbstständig, so dass keine genaue Palettenplatzierung notwendig ist. Die Bedienung ist schnell erlernbar und für jeden Mitarbeiter geeignet, der eine Schneidemaschine programmieren kann. Der Betrieb sollte allerdings regelmäßig Schneidaufträge mit mehreren Paletten pro Job verarbeiten, damit der Produktivitätseffekt auch spürbar wird.

Welchen Stellenwert hat dabei die Vernetzung (Stichwort JDF) im Betrieb?
Joost:  Die JDF-Vernetzung ist für komplexe Schneidprogramme sinnvoll und problemlos darstellbar. Für die Roboterbeladung ist diese Anbindung allerdings nicht nötig, da der Roboter ausschließlich das Bogenformat kennen muss. Andere Parameter des Schneidprogrammes haben keinen Einfluss auf die automatische Be­ladung.

Der automatische Schneidroboter Roboload von Schneider Senator belädt die Schüttelmaschine.

Erschienen in DD 2/2011.

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