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Was bringt die Automatisierung für den Schneidprozess?

Michael Neugart, Geschäftsführer Polar-Mohr (Hofheim/Ts.): „Aus ergonomischer Sicht ist das Rütteln die anstrengendste Arbeit und bringt im wahrsten Sinne des Wortes die größte Entlastung."

Schneidtechnologie. Die Optimierung und Automatisierung der Prozessabläufe in der Druckindustrie gewinnen, bedingt durch steigenden Kostendruck, immer mehr an Bedeutung. Das Thema „Automatisierung im Schneidprozess" ist daher populär und wird von den Anbietern zunehmend forciert.

Mit der Automatisierung des Schneidprozesses kann die Produktivität erhöht werden. Angesichts immer kürzerer Lieferzeiten bei gleichzeitigem Druck auf die Margen und zunehmend steigender Personalkosten ist dies ein wichtiges Argument. Zusätzlich werden regelmäßige Überstunden vermieden und krankheitsbedingte Ausfallzeiten gehen durch die verbesserte Ergonomie drastisch zurück. All diese Auswirkungen sorgen für eine deutliche Entlastung auf der Kostenseite. Deutscher Drucker sprach dazu mit Michael Neugart, Geschäftsführer Polar-Mohr (Hofheim/Ts.).

DD: Welche Möglichkeiten zur Automatisierung gibt es? Ist ein komplett bedienerloser Schneidprozess denkbar?

Michael Neugart: Nein, einen komplett bedienerlosen Schneidprozess mit all seinen Teilprozessen kann es nicht geben. Sie benötigen immer einen Bediener, der die Anlage überwacht und bei Bedarf eingreifen kann. Generell kann das Rütteln und das eigentliche Schneiden automatisiert werden. Mit seinen Schneidsystemen Pace (Polar Automation for Cutting Efficiency) und dem vollautomatischen Rüttelsystem Autojog bietet Polar beide Wege. Jede der Optionen bietet spezifische Vorteile und hilft, die oben genannten Effekte zu erzielen.

DD: Wie muss man sich diesen automatisierten Ablauf vorstellen?

Neugart: Beim vollautomatischen Rüttelsystem mit Polar Autojog wird die Schneidlage jeweils aus mehreren einzelnen Teillagen erstellt. Die Teillagen werden durch Greifer materialschonend vom Rohstapel abgenommen. Anschließend werden sie zur Auffächereinheit befördert, wo die Teillagen durch ein Zwei-Walzen-System aufgefächert und belüftet werden. Sobald die gewünschte Lagenhöhe erreicht ist, wird die komplette Schneidlage ausgestrichen und kann automatisch auf den Hintertisch eines Schnellschneiders entladen werden. Allen Pace-Systemen (ab Schnellschneidergröße 137) ist gemeinsam, dass sie durch das Greifertransportsystem Autotrans automatisch über den Hintertisch beladen werden. In der vollautomatischen Version dreht der am Maschinenständer montierte Drehgreifer Autoturn die Schneidlagen, richtet sie anschließend durch zwei seitliche Anleger aus und ermöglicht so das mannlose Schneiden mit einem Rundumschnitt und dem ersten Trennschnitt.

DD: Wo liegen die jeweiligen Merkmale der verschiedenen Systeme?

Neugart: Grundsätzlich sind sowohl Autoturn als auch Autojog (inline in einem Schneidsystem) gut einsetzbar bei Auftragsspektren mit wenigen Schnitten (< 8 Schnitte). Bei bis zu 16 Schnitten je Lage eignet sich der Autojog offline als Rüttelstation, um die Zeitunterschiede zwischen Schneid- und Rüttelprozess zu entkoppeln.

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