Was bringt die Automatisierung für den Schneidprozess?


Drehgreifer eines Pace-Systems im Produktionseinsatz.

DD: Wie sieht es dann bei der Amortisation aus?

Neugart: Betrachten wir eine beispielhafte Amortisationsrechnung an zwei Varianten: Bei der Berechnung haben wir ein Pace-System mit Autoturn und ein System mit Autojog (inline) verglichen. Als Referenz diente ein manuelles Schneidsystem L-R-137-T mit 100 Prozent. So betragen die zusätzlichen Kosten von Autoturn gegenüber einem Schneidsystem L-R-137-T etwa 60 Prozent. Dem gegenüber steht durch Wegfall einer Hilfskraft ein Einsparpotenzial von 12 Prozent. Demnach beträgt die Amortisationszeit dieser Investition bei zweischichtiger Auslastung 2,5 Jahre, bei drei Schichten sind es nur 1,8 Jahre. Zu beachten ist hier, dass das automatische Schneiden sich bei Aufträgen von bis zu acht Schnitten je Lage am deutlichsten rechnet. Danach erhöht sich der manuelle Aufwand so, dass die Produktivität darunter leidet. Die zusätzlichen Kosten für einen Autojog betragen etwa 100 Prozent gegenüber einem herkömmlichen Schneidsystem. Auch bei der Automatisierung des Rüttelprozesses ergibt sich eine Reduzierung der relevanten Kosten von etwa 12 Prozent. Dadurch steigt die Amortisationszeit bei zweischichtiger Nutzung auf 4,2 Jahre, bei drei Schichten sind es 2,7 Jahre.

DD: Und als Fazit: Wo liegen die Vorteile, wo die Einschränkungen?

Neugart: Aus ergonomischer Sicht ist das Rütteln die anstrengendste Arbeit und bringt im wahrsten Sinne des Wortes die größte Entlastung. Je wichtiger das Personal und je höher die damit verbundenen Kosten – und je größer die Formate –, desto eher zahlt sich die Investition in das automatische Rütteln langfristig aus. Dem gegenüber stehen Einschränkungen hinsichtlich Material und Flexibilität. Das automatische Schneiden ermöglicht bis zu fünf vollautomatische Schnitte (Rundumbeschnitt und Trennschnitt) bei jeder Schneidlage. Dies ist die Leistung eines Zwei-Bediener-Systems mit der Effektivität eines Einzelnen bei hoher Flexibilität. Durch den nach unserer Ansicht nach überschaubaren Investitionsaufwand zeigt sich eine schnelle Amortisation. Sowohl beim ROI (Return of Investment) als auch bei der Flexibilität liegen die Vorteile beim automatischen Schneiden. Bei der Ergonomie macht der Autojog das Rennen. Entscheidend ist aber, was der Kunde wünscht und was für ihn am meisten Sinn macht.

Automatisch rütteln und schneiden 

Besonderheiten beim automatischen Rütteln mit Autojog:

  • Hohe Produktivität mit bis zu vier Paletten/Std., da das Abstapeln und Auffächern unabhängig voneinander
  • erfolgt
  • Gute Lagenvorbereitung mit schonendem Materialtransport
  • Einfacher Wechsel zwischen automatischem und manuellem Betrieb per Knopfdruck möglich
  • Schnelle und automatische Formatumstellung innerhalb einer Minute
  • Niedrige Auflagen können manuell gerüttelt werden

Besonderheiten beim automatischen Schneiden mit Pace-Systemen:

  • Bis zu 100 Prozent höhere Produktivität im Vergleich zu einem herkömmlichen Schneidsystem
  • Reduzierung der Personalkosten durch Einsparung einer Person
  • Konstant hohe Leistung
  • Gleichbleibend hohe Schneidqualität, 24 Stunden am Tag
  • Einfache Umstellung zwischen automatischem und manuellem Betrieb
  • Nahezu keine Rüstzeiten bei Auftragswechsel durch externe Programmerstellung über P-Net Service Compucut

Erschienen in DD 8/2009

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