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Finishing von der Rolle

Hartmut Sohn, Produktmanager Druckweiterverarbeitung Digitaldruck bei MBO, auf dem Druckforum.

Rollendigitaldruck. Spätestens 2020, wenn nicht früher, soll der Digitaldruck das dominierende Druck­verfahren sein, so eine Pira-Studie – und zumindest in den USA scheint diese Prognose auch zuzutreffen. Deutscher Drucker sprach mit Hartmut Sohn, Produktmanager Druckweiterverarbeitung Digitaldruck bei MBO in Oppenweiler und zuvor bei MBO America, über die Herausforderungen im Digitaldruck-Finishing und mögliche Lösungen.

Deutscher Drucker: Deutschland scheint im digitalen Rollendruck noch weit hinter den USA herzuhinken. Wo sehen Sie Anwendungen, auf denen auch deutsche Drucker ein Geschäftsmodell aufbauen können?

Hartmut Sohn: Es gibt meines Erachtens sicherlich den einen oder anderen Bereich im digitalen Rollendruck, der sich hier anbieten würde, speziell im Inkjet-Verfahren. Ich denke da zuerst sehr stark an die Softcover-Produktion im unteren Auflagenbereich, etwa 50 bis 2000 Exemplare. Eine weitere interessante Anwendung sind sicherlich Schulbücher, die man im Digitaldruck auf einfachste Weise regionalisieren kann. Herausfordernd sind sicherlich auch personalisierte und individualisierte Rückstichbroschüren oder Tageszeitungen, die man durch Individualisierung oder Regionalisierung wieder attraktiver ausstatten könnte, um nur einige Beispiele zu nennen.

Deutscher Drucker: Sie haben auf dem Druckforum einige Beispiele aus den USA gezeigt. Gibt es bereits vergleichbare Installationen in Europa und speziell in Deutschland?

Hartmut Sohn: Nicht dass ich es wüsste, aber da muss ich sehr vorsichtig sein, da ich den Markt in Deutschland und Europa momentan nicht sehr gut kenne: Ich bin erst letztes Jahr aus den USA zurück nach Deutschland gekommen. Die einzige große Installation, die ich hier kenne, ist unsere MBO-Ehrert-Highspeed-Bookfinishing-Anlage in Frankreich, die ich in meinem Vortrag (auf dem Stuttgarter Druckforum, Anmerkung der Redaktion) vorgestellt habe. Desweiteren haben wir von MBO eine Digifinisher-Linie inline mit einem Océ-Laserdrucker in Bayern installiert. Sicherlich gibt es vielleicht die eine oder andere Anlage, mehrheitlich im Mailingbereich, die in Deutschland beziehungsweise Europa installiert worden ist.

Deutscher Drucker: Laut einer Pira-Studie, auf die MBO sich stützt, wird mittelfristig der Inkjetdruck das dominierende Druckverfahren sein. Wo liegen hier die Knackpunkte für die Druckweiterverarbeitung?

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