Finishing von der Rolle


Bei der Weiterverarbeitung digital gedruckter Produkte kommt es vor allem darauf an, dass die einzelnen Komponenten auf die komplexen Anforderungen perfekt abgestimmt sind. Im Bild der MBO-/Hohner-­Digifinisher, der das Falzen und Sammelheften in einer Maschine übernimmt.

Ein wesentlicher Knackpunkt beim Inkjetdruck ist zum einen die Bahngeschwindigkeit, welche momentan bei etwa 125 m/min liegt, sowie die Bahnbreite, die bei 760 mm liegen kann, je nach Hersteller. Verglichen mit den klassischen Laserdruckern (etwa 510 mm breit und circa 96 m/min) liegen hier Welten dazwischen. Da ist es eine besondere Herausforderung für den Anwender, geeignete Verarbeitungslösungen zu finden. Glücklicherweise sind wir bei der MBO-Gruppe in der Lage, Lösungen für nahezu alle Anwendungen zu realisieren, seien es gefalzte Signaturen für Buchblöcke oder die Akkumulierung von Einzelbogen, um rückstichgeheftete Broschüren über unseren Digi-finisher zu fertigen. Desweiteren bietet sich die größere Bahnbreite direkt an, um gefalzte Signaturen mit Standardausschießschemata auch über unsere Kombifalzmaschinen zu falzen, was bei dem herkömmlichen Laserdruckerformat ökonomisch nicht vertretbar wäre. Ganz entscheidend ist hier, noch zu erwähnen, dass wir in der MBO-Gruppe auch Lösungen für eine Planoauslage haben, beziehungsweise Hochstapelauslage für Inkjetdruckanlagen, sowie eine Paketauslage (Batcher Stacker) für kleinere Stapel im Mehrfachnutzen (bis zu sechs Nutzen). 

Deutscher Drucker: Off- oder Online-Finishing nach dem Rollendigitaldruck: Können Sie bitte kurz die Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösung skizzieren?

Hartmut Sohn: Hier müsste man vielleicht zuerst mal nach der Fertigungsart unterscheiden. Für die Broschürenfertigung im Softcover-Bereich bietet sich meines Erachtens die Inlinefertigung für Auflagen im Bereich von 200 bis 2000 eher an als die Offlinefertigung. Entscheidend hierzu ist sicherlich auch die Leistungsabstimmung der unterschiedlichen Komponenten einer Fertigungslinie. Im Gegensatz dazu bietet sich im einfachen Mailingbereich eher eine Offline-Fertigung an, da hier unsere Fertigungsanlagen fast zwei- bis dreimal so schnell sind wie die Laserdrucker. Es gibt allerdings Kunden in den USA, die auch hier eine Inline-Fertigung bevorzugen, da sie dann fehlerhafte Produkte sofort einscannen und dem Druckprozess unverzüglich wieder zuführen können. Damit entfällt ein unnötiges Warten und späteres Einsortieren der Produkte. Es gibt hier sicherlich keine Allgemeinempfehlung, und deshalb ist dieser Bereich auch so interessant, da man das gesamte Produkt-, und Fertigungsumfeld in Betracht ziehen muss.

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