So lassen sich Probleme beim Verarbeiten digital gedruckter Produkte vermeiden


Das Drucken verschiedener Formate in der richtigen Reihenfolge ist für das Drucksystem nicht das Problem. Doch das Falzen unterschiedlicher Formate in beliebig wechselnder Folge ist mit konventionellen Falzmaschinen nicht möglich. MB Bäuerle hat für diese spezielle Applikation eine Lösung geschaffen, das „Selektive Falzen“. Eine Längenmesseinrichtung und spezielle Taschen bilden die technische Grundlage. Das System misst die Länge jedes einlaufenden Bogens und erkennt daraus, bei welchem Bogen die Taschen zu verschließen beziehungsweise zu Öffnen sind, um die richtige Falzart zu erzeugen. So können zum Beispiel in beliebig wechselnder Folge 8- oder 16-Seiter beziehungsweise gefalzte und ungefalzte Bogen produziert werden.

Der Digitaldruck eröffnet durch seine vielfältigen Möglichkeiten neue Märkte, die es bisher für Printprodukte in dieser Form nicht gab. Diese gilt es zu nutzen durch Kreativität für neue Produktideen und durch neue technische Lösungen sowohl im Druck als auch in der Druckweiterverarbeitung.                 

Spezielle Technik erleichtert das Falzen 

Durch die verfahrenstechnischen Besonderheiten des Digitaldrucks können beim Falzen Probleme im Papierlauf, beim Handling und in der Falzqualität auftreten. Sondereinrichtungen, die speziell für dieses Einsatzgebiet entwickelt wurden, können Abhilfe schaffen.

Problem: Papierlaufstörungen und Beeinträchtigung des Personals durch statische Aufladung: Digital gedruckte Erzeugnisse neigen – bedingt durch die hohen Temperaturen bei der Fixierung und dem dadurch bedingten Feuchtigkeitsentzug – zur Statik. Dies kann zu Störungen im Papierlauf führen, aber auch eine unzumutbare Belastung für das Bedienpersonal sein.
Lösung: Antistatikeinrichtung: Antistatikeinrichtungen im Einlauf, im Falzwerk und am Auslauf reduzieren die Statik deutlich. Entsprechende Bausätze sind bei MB Bäuerle für die verschiedenen Maschinentypen vorhanden.

Problem: Qualitätsmangel durch Markierungen: Markierungen können – in Abhängigkeit von der Papierbeschaffenheit – an der Saugwalze oder in den Falztaschen entstehen.
Lösung 1: Beschichtete Saugwalze: Durch den Einsatz einer beschichteten Saugwalze wird das Markieren deutlich reduziert.
Lösung 2: Falztaschen mit beschichteten Papierleitelementen: Eine spezielle Beschichtung verringert den Reibwert an allen Papierleitelementen innerhalb der Falztaschen, sodass Markierungen vermindert werden.

Problem: Qualitätsmangel durch Brechen des Papierstrichs beim Falzen: Eine typische Erscheinung beim Falzen von Digitaldrucken ist das Aufbrechen der Tonerschicht entlang der Falzlinie. Die Ursache dafür ist nicht der Falzprozess oder die Technik, sondern es ist das physikalische Verhalten von Toner und Papier.
Lösung: Spezielle Rillwerkzeuge für digital gedruckte Produkte: Durch eine Rillung entlang der Falzlinie kann das Brechen der Tonerschicht – abhängig von Papier- und Tonerzusammensetzung – deutlich reduziert beziehungsweise vermieden werden. Die herkömmlichen Rillwerkzeuge sind jedoch dafür meist nicht geeignet. Eine deutliche Verbesserung wird durch spezielle Rillwerkzeuge, bei der die Rillung durch einen Kunststoffring erzeugt wird, erreicht. Deshalb ist der Einsatz dieser Rilleinrichtungen für die Qualität des Falzbruchs sehr wichtig. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Rillen in einem separaten Maschinensystem vorzunehmen. Dieses kann zum Beispiel inline mit dem Falzwerk betrieben werden.

Autor: Matthias Siegel
Erschienen in DD 6/2010

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29.07.2010
» Finishing von der Rolle


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