Weiterverarbeitung und Vernetzung: Flächendeckende Nutzung nicht in Sicht


In dieser Darstellung des Prinect Workflows ist der Prinect Postpress Manager blau hervorgehoben.

Heidelberger Druckmaschinen
Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) ist ein international agierender Lösungsanbieter und Dienstleister in der Printmedien-Industrie. Das Unternehmen bietet umfassende Lösungen in den Bereichen Bogenoffset- und Digitaldruck und entwickelt und produziert unter anderem in der Sparte Equipment Präzisionsdruckmaschinen, Geräte zur Druckplattenbebilderung und zur Druckweiterverarbeitung sowie digitale Inkjet-Systeme für Verpackungshersteller. Weiterhin werden Software-Lösungen zur Integration aller Prozesse in einer Druckerei angeboten.

DD: Wie schätzen Sie den Stand der Nutzung von JDF in der Weiterverarbeitung ein? Wie stark sind Weiterverarbeiter an der Vernetzung mittels JDF interessiert?
Christopher Berti: Seit die Weiterverarbeitung in den integrierten Gesamtworkflow eingebunden ist, eröffnen sich für unsere Kunden neue Produktivitäts- und Optimierungspotenziale. Entlang der gesamten Wertschöpfungsstrecke eines Druckbetriebs lassen sich so Aufträge automatisiert steuern, ohne Zeitverlust abwickeln und exakt auswerten. Das ist das, was heute zählt. Mit dem Prinect Postpress Manager liefert Heidelberg das Prinect Modul für die Verarbeitung, welches Maschinen und Arbeitsplätze in ein abgestimmtes Gesamtsystem integriert. Aus den Erfahrungen von unseren weltweiten Kundeninstallationen lässt sich resümieren, dass die Weiterverarbeitung eine wesent-liche Rolle spielt, wenn es um die Integration per JDF geht. Denn selbst standardisiert arbeitende Betriebe verlassen hier oft den für einen Auftrag vorgezeichneten Produktionsweg. Es wird improvisiert, um Unzulänglichkeiten auszugleichen und den Auftrag rechtzeitig und in höchster Qualität auszuliefern. Es kommt zu ungeplanten Arbeitsschritten und damit zu Mehrkosten. Für unterstützende Softwaremodule heißt das, dass größtmögliche Flexibilität gewährleistet werden muss. Deshalb steuert der Prinect Postpress Manager zentral alle Arbeitsschritte und verwaltet die notwendigen Produktionsdaten.

DD: Worin liegen die Probleme oder Hürden? Was könnte Ihrer Meinung nach zur Verbesserung dieser Situation beitragen?
Berti: Druckereien und Weiterverarbeitungsbetriebe, die mittelfristig im Wettbewerb bestehen wollen, werden nicht um eine Systemunterstützung herumkommen oder ohne diese schnell an ihre Grenzen stoßen. Denn nur wer den Gesamtüberblick behält, arbeitet effizient und erfolgreich. Es empfiehlt sich ein stufenweises Vorgehen bei der Einführung der Prinect Integration. Das breit gefächerte Maschinenspektrum, welches die Betriebe in der Weiterverarbeitung vorhalten, bringt lange Standzeiten mit sich und der Automatisierungsgrad zwischen den Maschinen differiert stark. Von der Hightech-Maschine bis zum Handarbeitsplatz ist alles anzutreffen. Und der Maschinenpark selbst besteht dann oft auch noch aus Weiterverarbeitungsmaschinen verschiedener Hersteller. Aufgrund dieser Vielfalt scheuen Betriebe vor Integrationsprojekten zurück oder sehen sich dieser Herkulesaufgabe nicht gewachsen. Mit den Online- und Offline-Anbindungsmöglichkeiten für Maschinen und Arbeitsplätze, die wir im Prinect Workflow vorhalten, haben wir Lösungen zur Überwindung dieser Hürden parat. Mit leicht handhabbaren Barcodescannern für die Auftragsauswahl sowie Personal- und Materialmeldungen haben wir kürzlich einen wichtigen Schritt zur Vereinfachung der Betriebsdatenerfassung in unserer Software etabliert.

Christopher BErti, Leiter Prinect & CTP der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Welche Trends erkennen Sie für die Zukunft?
Berti: Die Trends Web-to-Print und Digitaldruck werden auch im Bereich der Weiterverarbeitung die Standardisierung weiter vorantreiben. Dabei wird volle Transparenz und Kostenkontrolle über den gesamten
Herstellungsprozess künftig entscheidend sein. Für die Betriebe heißt das, dass die Arbeitsschritte entlang der Wertschöpfungskette automatisiert und durch vorausschauende Planung optimiert werden müssen. Systeme und auch Werkzeuge zur Kontrolle der Optimierungsmaßnahmen werden unerlässlich sein.

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