Weiterverarbeitung und Vernetzung: Flächendeckende Nutzung nicht in Sicht


Die Buchbinderei Schaumann verwendet in der Produktion unter anderem das Fadenheftsystem Multiplex – mit den Fadenheftmaschinen Aster 220 SA und ZTM MX der Firma Buch-Automation GmbH in Darmstadt.

Buchbinderei Schaumann
Die Buchbinderei Schaumann in Darmstadt hat sich auf die Weiterverarbeitung von Büchern spezialisiert. Hier meint man: „Ein Buch ist erst dann schön, wenn es all unsere Sinne anspricht. Das haben wir uns von Anfang an zur Aufgabe gemacht….“. Das Unternehmen ist spezialisiert auf qualitativ hochwertige, innovative Einbände in allen Auflagen, die man durch den lückenlosen Fertigungsablauf im eigenen Haus aus einer Hand liefert. Vom Falzen über Fadenheften oder Klebebinden mit Dispersion, PUR oder Hotmelt bis hin zur Buchfertigung mit Deckenfertigung und Prägung, inklusive Sonder- und Zusatzarbeiten – all dies wird in der Buchbinderei Schaumann ausgeführt.

DD: Wie schätzen Sie den Stand der Nutzung von JDF in der Weiterverarbeitung ein? Wie stark sind Weiterverarbeiter an der Vernetzung mittels JDF interessiert?
Ulrike Vettermann: Ich denke, dass – wenn überhaupt – die Anwendung der Vernetzung mittels JDF derzeit nur in Komplett-betrieben zum Einsatz kommt. Meiner Meinung nach hört die Vernetzung ansonsten nach dem Falzen auf. In der klassischen einstufigen Buchbinderei für Broschüren und vor allem Hardcover ist das vernetzte Arbeiten mit dem Datenformat JDF bisher nicht umgesetzt. Interesse unter den Weiterverarbeitern besteht sicher. Aber ich glaube, wir sind nach wie vor weit weg von der Realisierung, denn dafür benötigen wir die Mitarbeit und Vorausschau der Druckereien und gerade der Produktioner, die unsere Erfahrungen auch abfordern müssten.

DD: Worin liegen die Probleme oder Hürden? Was könnte Ihrer Meinung nach zur Verbesserung dieser Situation beitragen?
Vettermann: Die Umsetzung ist schwierig, da die einstufigen Weiterverarbeitungs-Betriebe extrem viele verschiedene Druckereien beziehungsweise Hersteller als Kunden bedienen. Hier liefert jeder das Ausgangsmaterial für die Weiterverarbeitung anders an und somit hört die Vernetzung auf und ist nahezu unmöglich. Desweiteren ist in den zurückliegenden Jahren immer mehr Fachkenntnis in den Druckereien in Bezug auf die Weiterverarbeitung verlorengegangen, daher sind die Voraussetzungen für die Einführung von JDF nicht unbedingt einfacher geworden. Meiner Meinung nach ist das Thema JDF auch sehr drucklastig ausgelegt. Und die Materie beginnt ja nicht alleine in den Druckereien, auch die Hersteller, Kreativen und Produktioner sind gefordert und hier spüren wir oft fehlende Kenntnis der Verarbeitung. Druckereien sind häufig noch mit eigenen Optimierungen beschäftigt, da der Anspruch der Endkunden, Hersteller und Produktioner immer höher und schneller wird, alles nachzuziehen ist eine Herausforderung an sich. Da bleibt die Weiterverarbeitung zwangsläufig auf der Stecke.

Ulrike Vettermann, geschäftsführende Gesellschafterin und Inhaberin der Buchbinderei Schaumann, Darmstadt.

Welche Trends erkennen Sie für die Zukunft?
Vettermann: Ein Trend lässt sich für mich nicht erkennen, hierzu müssten erst die Hersteller ihre Hausaufgaben machen, dann kann der Einsatz von JDF auch in den einstufigen Betrieben erfolgen. Umgesetzt und auch praktikabel ist die Arbeit mit JDF sicherlich im Akzidenzbereich.

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