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Schriften-Welten in Schwarzweiß

Das Gutenberg-Museum stellt zeitgenössisches Typedesign aus
 

Zeitgenössisches Typedesign im Museum: Zu sehen sind fein ausgetüftelte Konstruktionen, Grenzen sprengende Experimente, aber auch Schriften für Werksatz und Orientierungssysteme.

Nach den außergewöhnlichen, in Kooperation mit dem Designlabor Gutenberg der Fach­hochschule Mainz entstandenen Sonderausstellungen „On-Type“ und „Moving Types“ ist derzeit eine weitere gemeinsam konzipierte Präsentation zum Thema Typografie zu sehen. Bis zum 27. Oktober werden unter dem Titel „Call for Type. New Typefaces/Neue Schriften“ zeitgenössische Projekte gezeigt.

Wo Gutenberg als Prototypograf gewürdigt wird, lässt sich auch trefflich über zeitgenössische Positionen der Schriftgestaltung diskutieren. Tatsächlich hat sich das altehrwürdige Gutenberg-Museum durch die Zusammenarbeit mit der FH Mainz inzwischen zu einem Forum des Typografie-Diskurses entwickelt.

In Abwandlung des üblichen Call for Papers hieß es im Frühjahr 2013 Call for Type. Dieser Einladung des Museums folgten Gestalter aus 17 Ländern mit 290 eingereichten Schriftentwürfen. Fünfzig wurden für die Ausstellung ausgewählt.
Zur Jury gehörten neben Museumschefin Dr. Annette Ludwig und den FH-Repräsentanten Prof. Dr. Petra Eisele, Prof. Dr. Isabel Naegele und Ro-bin Scholz auch Akira Kobayashi und Bernhard Hofmacher von Monotype sowie Prof. Lars Harmsen von Magma Brand Design. 18 als besonders prägnant erkannte Schriften bekamen in der aktuell laufenden Ausstellung einen speziellen Auftritt an großen Stellwänden mit vielen Informationen. Ein kleiner Ausguck gibt – wortwörtlich – den Blick auf den historischen Hintergrund frei.

Die Schrift zum Bauwerk

Den Anfang macht Gerard Ungers Capitolium. Entwickelt für das Leitsystem in Rom, das seit dem Jubiläumsjahr 2000 Pilger wie Touristen durch die Stadt führt, ist diese Serifenschrift modern und klassisch zugleich, aber nicht historistisch. Gleich nebenan wehen Geschenkpapierbänder aus der Stellwand heraus. Sie gehören zur Happypeppy von Susanne Kehrer und André Gröger, die erst aus Bändern Buchstaben formten und dann daraus einen Font bauten.
Zu den gestandenen Profis gehört André Baldinger. Hinter seiner Schrift AB Eiffel steckt eine besondere Aufgabenstellung. Der Name verrät es schon – eine neue Signaletik für den Eiffelturm in Paris war zu erarbeiten mit zwei sehr unterschiedlichen Einsatzbereichen, für Beschriftungen (Display-Version) sowie für Drucksachen (Text-Ver-sion). Das Formenrepertoire basiert auf dem Konstruktionsprinzip des Bauwerks, also auf dem Quadrat, dem Doppelquadrat und Verbindungen mit sechs Winkeln zwischen 12,5° und 45°. Die Struktur der Display-Schriftschnitte mit Niveau 1, 2 und 3 leitet sich von den drei Plattformen des Eiffelturms ab. „Je höher man steigt, desto filigraner und leichter wird die Struktur“, erklärt André Baldinger dazu. Eine bestechende Idee, das Ergebnis mit all seinen Versionen funktioniert und ist zudem ästhetisch von großem Reiz. Leider wurde das Projekt bislang nicht realisiert.

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