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3D-Druck als Dienstleistung: Ein Markt, der sich entwickelt?

Eignet sich der 3D-Druck als neues Geschäftsfeld für Druckereien?
 

3D-gedruckte Miniaturen waren auf den Erfurter Messen Fabcon und Rapid Tech zu sehen.

Das Thema 3D-Druck ist derzeit in aller Munde. Und da nun einmal das Wörtchen Druck mit dabei ist, fühlen sich viele Druckereien durchaus angesprochen. Ob sich mit dem 3D-Druck aber ein ernstzunehmendes neues Geschäftsfeld auftut oder ob es sich eher um einen gewaltigen Hype handelt, ist noch nicht heraus. Jetzt will der Ring Grafischer Fachhändler (RGF) mit seiner neuen Initiative 3Dion ein wenig Aufklärungsarbeit beim Thema 3D-Druck leisten.

„2D trifft 3D“: Unter diesem Motto fand Mitte Mai dieses Jahres der Erfurter Print Cocktail statt – und zwar auf dem Erfurter Messegelände, zeitgleich mit der 3D-Druckmesse "Rapid Tech und Fabcon". In diesem Zusammenhang meldete der Ring Grafischer Fachhändler (RGF), der die Print-Cocktail-Veranstaltungsreihe initiiert hat, eine Kooperation mit der Messe Erfurt in Sachen 3D-Druck. Ebenso wurde die Gründung der 3D-Druck-Brancheninitiative mit dem Namen 3Dion bekannt gegeben – ebenfalls eine Initiative des RGF.

Abflug in die 3. Dimension?

 
 

Sehen im 3D-Druck einen wachsenden Markt: RGF-Geschäftsführer Thomas Meurers (l.) und RTC-Geschäftsführer Michael Eichmann. RTC hat bereits über 600 Maschinen bei 450 Kunden installiert.

Was hier in Kooperationen und Initiativen gipfelt, ist das Ergebnis eines bereits seit drei Jahren währenden Prozesses. Auf der Suche nach neuen zukunftsträchtigen Märkten stieß die Fachhandelsvereinigung unter anderem auf das Thema 3D-Druck beziehungsweise Rapid Prototyping und beschäftigte sich intensiv mit Technologien, Anwendungsfeldern und Marktpotenzialen. Schließlich gewann man das Vertriebs- und Serviceunternehmen im Bereich 3D-Druck, RTC, als Partner. Seitdem stehen sämtliche von RTC vertriebenen Systeme den RGF-Mitgliedern zur Verfügung. „Die Sache entwickelte eine ziemliche Eigen­dynamik“, stellt RGF-Geschäftsführer Thomas Meurers fest. Immer häufiger werde er für Vorträge angefragt. Das Interesse an diesem Zukunftsthema – ganz besonders aus dem Bereich der traditionellen Druckdienstleister – sei enorm.

Dabei ist der Begriff „3D-Druck“ eigentlich irreführend: „Wenn Sie mit traditionellen Marktteilnehmern sprechen, dann ist 3D-Druck für die eigentlich bloß Spielzeug“, sagt Thomas Meurers. Diese Firmen sprechen vielmehr von Rapid Prototyping oder additiver Fertigung, also Verfahren, mit denen die Industrie arbeitet.

 
 

2D-Druck trifft 3D-Druck, Wieland Kniffka, Geschäftsführer der Messe Erfurt (rechts) und Sheldon Nazaré, Networker und Projektleiter 3Dion.

3D-Druck, das sind die kleinen „Würmchendrucker“ für den Hausgebrauch. Dennoch hat sich der Begriff 3D-Druck durchgesetzt – und allein des Namens wegen stößt die Technologie auch in unserer Branche auf Interesse. Das Marktpotenzial dafür ist da, wie Meurers aufzeigt. Terry Wohlers, eine Art „3D-Druck-Papst“ gibt in seinem Report 2013 ein Gesamtpotenzial für den Bereich 3D-Druck von 10,5 Milliarden US-Dollar weltweit für das Jahr 2021 an. Erst im vergangenen Jahr wurden weltweit

 circa zwei Milliarden US-Dollar mit der entsprechenden Hardware gemacht – mit steigender Tendenz. Man müsse beispielsweise damit rechnen, dass durch das Thema 3D-Druck die gesamte Ersatzteilversorgung revolutioniert würde, so Meurers. „Stellen Sie sich vor, bei Ihrem Kühlschrank bricht ein Kunststoffteil ab, dann könnte es künftig genügen, wenn der Hersteller Ihnen die Daten dafür zur Verfügung stellt. Dann können Sie es selbst ausdrucken.“ Und auch weitere Anwendungsfelder sind denkbar. „Die Grenzen liegen eigentlich nur in der Fantasie“, sagt Meurers.

Bei diesem Potenzial besteht natürlich auch die Chance für Dienstleister, sich zu etablieren (siehe Interview). Aktuell, so Meurers gebe es in Deutschland etwa 300 Unternehmen, die 3D-Druckdienstleistungen anbieten. Wächst die Nachfrage weiter, wovon nach derzeitigem Stand auszugehen ist, dann gilt es, den Markt der Dienstleister weiterzuentwickeln.

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