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Altana und der Landa-Deal

Warum ist die Unternehmensgruppe Altana an den Druckmaschinen von Landa interessiert?
 

Die S10 Nanographic Printing Press von Landa ist das Flaggschiff der zur Drupa 2012 vorgestellten Maschinenserie. Nach den ersten Rückmeldungen von potenziellen Kunden konzipierte Landa die gesamte Maschine neu. Das „Cockpit“ befindet sich nun nicht mehr an der Seite, sondern an der Auslage der Druckmaschine.

Als global agierender Spezialchemikonzern hat sich die Altana-Gruppe im Juni 2014 mit 100 Mio. Euro an der Landa Corporation in Israel beteiligt, um die Produktion, den Markteintritt und den Vertrieb der nanografischen Druckmaschinen voranzutreiben. Aber wer ist Altana eigentlich und warum ist die Unternehmensgruppe an Landa und seinen neuen  Druckmaschinen interessiert?

Die Altana-Gruppe mit ihren 6000 Mitarbeitern und rund zwei Milliarden Euro Umsatz ist bei Druckereien fast unbekannt – und das obwohl Altana viele Produkte für Druckereien herstellt, nämlich Additive für Farben und Lacke, Metallic- und Perlglanz-Pigmente, Inkjet- und Flexofarben sowie Materialien für die Verpackungsindustrie. Altana verkauft jedoch nicht direkt an Druckereien, sondern an Lack- und Druckfarbenhersteller, die die Pigmente und Co. wiederum für die Herstellung ihrer Farben und Lacke benötigen.

Ein zweiter Grund, dass Altana für Druckereien recht „unbekannt“ ist, liegt in der Geschichte des Konzerns, die mit Dr. Heinrich Byk im Jahr 1873 in Berlin begann, wo er Chemikalien herstellte. 1941 übernahm Dr. Günther Quandt die Aktienmehrheit der späteren Byk-Chemie. Ab 1977 wurde das Unternehmen Teil der neu gegründeten Altana AG. Heute ist die Altana-Gruppe in vier Geschäftsbereiche gegliedert: Byk Additives & Instruments, Eckart Effect Pigments, Actega Coatings & Sealants sowie Elantas Electrical Insulation. Die drei erstgenannten Geschäftsbereiche liefern ihre Produkte und Dienstleistungen auch an die Druckindustrie.

Ein dritter Grund der mangelnden Bekanntheit Altanas in der Druckindustrie ist, dass Altana eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht ist, welche die gesamte Gruppe über die vier Geschäftsbereiche steuert. Vorstand und Aufsichtsrat von Altana sind jedoch nicht der Öffentlichkeit und der Börse gegenüber verantwortlich, sondern dem Alleinaktionär, der Skion GmbH.

Skion (Bad Homburg) gehört zu 100 Prozent der Quandt-Erbin Susanne Klatten. Sie gilt als eine der reichsten Frauen Deutschlands, ist stellvertretende Vorsitzende im Aufsichtsrat von BMW, wo sie 12,5% der Aktien hält. Susanne Klatten ist zudem beteiligt am Windturbinenhersteller Nordex SE, dem Kohlenstoffproduktspezialisten SGL Carbon und dem Altöl-Aufbereiter Avista Oil.

BYK Additives & Instruments

Additive für Druckfarben: Für Druckfarben und Überdrucklacke sind gute Pigmentstabilisierung, Benetzung unterschiedlichster Substrate, Oberflächenschutz und Schaumfreiheit wichtige Kriterien. Der Altana-Geschäftsbereich Byk entwickelt die passenden Zusatzstoffe (Additive) für konventionell trocknende und strahlenhärtende Systeme, wässrig oder lösemittelhaltig.

Additive für Inkjet-Tinten: Bei Inkjet-Tinten kommt es in besonderem Maße auf eine möglichst feine Verteilung der Pigmente an. Gleichzeitig wird ein hohes Fließverhalten zusammen mit einer gleichmäßigen Pigmentverteilung gefordert. Byk bietet hierfür Netz- und Dispergier-Zusatzstoffe an, die die gesamte Palette der für Inkjet-Tinten eingesetzten Pigmente abdecken. Byk gibt zudem Additiv-Empfehlungen für konventionelle Systeme auf wässriger und lösemittelhaltiger Basis sowie für UV-vernetzende Systeme ab, wobei im lösemittelhaltigen Bereich noch zwischen „mild-solvent“ („eco-solvent“) und „strong-solvent“ unterschieden wird. Außerdem werden die Drop-on-Demand-Verfahren und Continuous-Inkjet-Verfahren berücksichtigt. Hinzu kommen Additive zur Optimierung der Tropfenbildung und zur Vermeidung von Schaum.

Eckart Effect Pigments

In diesem Geschäftsbereich bündelt Altana die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Effektpigmenten. Die Kunden setzen sie für optische und funktionale Effekte im wesentlichen in Lacken, Kunststoffen, Druckfarben und Kosmetika ein.

In der grafischen Industrie werden die Produkte weltweit eingesetzt, um Verpackungen, Etiketten, Zeitschriften, Kataloge und andere Werbemittel zu bedrucken und zu veredeln. Eckart entwickelt, produziert und vertreibt die Metalleffektpigmente in Form von Pulvern, Pasten und staubfreien Pellets sowie Metallic-Dispersionen und Metallic-Druckfarben. Für schimmernde Perlmutt-Effekte liefert Eckart Perlglanzpigmente und Pasten sowie Perlglanz-Druckfarben.

 
 

Dr. Matthias L. Wolfgruber, Altana Vorstandsvorsitzender

Für silberfarbige Druckfarben werden die Effektpigmente aus Aluminium produziert und die goldfarbenen Pigmentdruckfarben aus Kupfer. Eckart produziert sie in zwei Werken in Süddeutschland, der Schweiz, Finnland, sowie in den USA und China. Erwähnenswert ist die hohe Fertigungstiefe, ausgehend von Aluminium, Kupfer und Zink bis zum weltweiten Vertrieb der Endprodukte.

 
Actega Coatings & Sealants

Actega entwickelt und produziert Lacke, Dichtungsmassen, Druckfarben und Klebstoffe für flexible und starre Verpackungen und die grafische Industrie. Diese Produkte verleihen Materialien wie Metall, Papier, Karton oder Kunststoffen nicht nur eine attraktive Oberfläche, sondern auch Funktionalitäten, wie zum Beispiel chemische und physikalische Beständigkeit.

Actega ist nach eigenen Angaben Markt- und Technologieführer für Überdrucklacke sowie bei Lacken für flexible Verpackungen. Damit ermöglichen sie nicht nur optisch ansprechende Verpackungen, sondern auch, dass das Füllgut länger frisch bleibt. Actega stellt zudem wasserbasierte und UV-vernetzende Überdruck- und Effektlacke, Kleber und Druckfarbe für die grafische Industrie zur Anwendung auf Papier, Karton und Kunststoffen her.

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