Auffallen, wo der Kunde ist


Null Prozent auf alles: Mediamarkt gehört zu den Pionieren der reduzierten Abverkaufsbotschaft.

Wirtschaftskrise? Nicht für Ambient Media! Um das Kindermagazin „Geolino“ an Schulen bekannt zu machen, gestaltete beispielsweise die Hamburger Schulmarketing-Agentur DSA Youngstar in Kooperation mit dem Verlag Gruner+Jahr (Hamburg) ein eigenes Schulheft, das pünktlich zum neuen Schuljahr 2008/2009 bundesweit an 300000 Schüler verteilt wurde. Bunte Umschlagseiten ­ergänzten kindgerechte Heftbestandteile wie Spiele-Tipps, Bastelanleitungen und Rätsel. Kampagnen wie diese führten dazu, dass sich André Mücke entspannt zurücklehnen kann: „Uns bieten sich durch die momentane Situation verbesserte Chancen auf dem hart umkämpften Marketing-Markt. Viele Markenartikler besinnen sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten darauf, das knappe Marketingbudget zielgerichtet einzusetzen“, sagt der DSA-Geschäftsführer.

„Wirtschaftskrise? Ab September fing es bei uns erst richtig an zu laufen“, bestätigt Jan Hoffmüller, Geschäftsführer der Scoorilla GmbH in Berlin. Er ist überzeugt, dass Ambient-Medien zu den Krisengewinnern zählen. „Das Budget für Ambient-Media ist im Vergleich zu den klassischen Medien so gering, dass sich bei Einschränkungen dort gar keine ­großen Ersparnisse erzielen lassen.“ Für die Abverkaufswirkung seiner Citylight-Scooter – kleine Vespa-Roller, die ­einen mit Citylight-Postern bestückten Anhänger ziehen – bei einer Kampagne für Beck’s Ice hat Hoffmüller ganz handfeste Beweise: 48 Prozent der von der Kölner ABH Marketingservice GmbH Befragten konnten sich sehr gut an die Kampagne erinnern. 69 Prozent der Angesprochenen gefiel die Werbeform darüber hinaus sehr gut (28 Prozent) oder gut (41 Prozent). Mit 29 Prozent war auch die Kaufbereitschaft im anschließenden Test um fünf Prozentpunkte höher als in den nicht belegten Gebieten.

Tür auf, Kunde rein, Eis gekauft: Türbeklebungen erweisen sich für Nestlé an Tankstellen als äußerst erfolgreich.

Mediamix im Wandel Dass Werbetreibende von diesen Vorzügen wissen, sieht Udo Schendel, Geschäftsführer
der Hamburger Plakatmediaagentur Jost von Brandis im  täglichen Agenturgeschäft: „In der Krise setzen deutlich mehr Werbetreibende auf Out-of-Home und Ambient. Wir bemerken bereits eine deutliche Umschichtung der  Budgets.“ Sicher kein Fehler, wie ein Blick in die soeben
erschienene Ambient Media Analyse (AMA) 2009 unterstreicht. Die repräsentative Mediastudie liefert solide Leistungswerte für 79 Ambient-Medien. So kennen 85 Prozent alle Befragten beispieslweise Zapfsäulenwerbung, drei Viertel sind mit Gratispostkarten und Toilettenplakaten in der Gastronomie vertraut. Die meisten Ambient-Werbeträger stoßen zudem auf hohe Akzeptanz: Beispielsweise empfinden über 90 Prozent der Befragten Werbung auf Kino- oder Gastronomie-Postkarten, Zapfhähnen an Tankstellen, Pizzaboxen und Taxidächern als „nicht störend“. Von nicht störend bis hin zum Griff zum Portemonnaie ist es dann gar nicht mehr weit … 

Autorin: Stefanie Probstfeld
Erschienen in versio! 01/2009

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