Ausgezeichnet schmökern


„Wachsendes Archiv“. Einen anderen Anspruch hat die neue zweisprachige Buchreihe A5, eine Kooperation des Labor Visuell vom Fachbereich Gestaltung an der FH Düsseldorf mit Lars Müller Publishers. Handlich und erschwinglich (Auflage 1800; Preis 19,90 Euro), versehen mit einem Umschlag, den man zum Poster auseinanderfalten kann, versteht sich die Reihe als „wachsendes Archiv“ zur Geschichte des Grafikdesigns. Erschienen sind bislang Monografien zu Hans Hillmann, Philips-Twen und Celestino Piatti + DTV. Papierwahl, Konzeption und Ausführung überzeugten und brachten der bescheiden auftretenden, gleichwohl feinsinnig gestalteten Buchreihe eine Prämierung bei den Wissenschaftlichen Lehrwerken und Fachbüchern ein.

In dieser Sachgruppe wurde mit „Migropolis – Venice“ ein zweibändiger Titel einstimmig prämiert, unter anderem wegen der hervorragenden Karten, Grafiken und Diagramme. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Kindlers achtzehnbändiges Literatur Lexikon. Diese vollkommen neu erarbeitete, dritte (und letzte?) Auflage des berühmten KLL besticht durch das schöne Einbandkonzept und eine nun besser lesbare Typografie mit heller und damit angenehmer wirkenden Textseiten. Dennoch – eine aussterbende Gattung?

Tief Schwarz. „Schwarz gewinnt“ hat ein Jurymitglied zu dem schon mit dem Deutschen Fotobuchpreis ausgezeichneten Band „Ruhrgebiet 1959/Mack“ angemerkt. Mittels High Definition Skia Photography (HDSP), der jüngsten Erfindung des unermüdlichen Tüftlers und Perfektionisten Dieter Kirchner, entstand bei Benatzky Druck & Medien für Horst Mosers neue Edition ein Fotobuch der Sonderklasse. Ulrich Macks mittlerweile fünfzig Jahre alte Fotografien konnten damit erstmals adäquat aufs Papier gebracht werden (mehr zu Skia: DD Nr. 33/2009, Seite 20). Schwärzestes Schwarz und feinste Grautöne entwickeln sich unter Umgehung der herkömmlichen Dunkelkammer. Das Geheimnis liegt in Kirchners Bearbeitung des Negativs am Rechner mit Spezialprogrammen. Adäquat ist auch das Gestaltungskonzept von Horst Moser – die Jury votierte einstimmig für eine Prämierung.

Hingucker. Ein schönes Beispiel für studentische Zusammenarbeit ist der schmale, flexible Katalog „Häuser & Paläste“. Sie beschäftige sich „hauptsächlich mit Räumen, deren zweckbestimmte Nutzung offensichtlich in der Vergangenheit liegt“, erklärt die junge Fotografin Rebecca Wilton. In diese verlassenen Orte komponiert sie sich selbst mit hinein, gleichsam als Erinnerung an deren grundsätzliche Nutzbarkeit. Mit ihrer Kommilitonin Nicola Reiter vom Fachbereich Gestaltung an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst konzipierte sie ihr erstes eigenes Ausstellungsbuch. Poetische Leichtigkeit durchschwebt das Ganze; hinreißend ist das wunderbare Umschlagpapier (Igepa Opakal Dünndruck), dessen türkise, auf die Innenseite gestempelte Ornamentik zart durchscheint.

Ebenfalls in Gruppe 5 entdeckt man das preiswerteste gekürte Buch (Anerkennung). Für zwei Euro kann man im Kunstmuseum Stuttgart die sechzehnseitige Broschur »Adolf Hölzel für Kinder« erstehen. Hingucker sind die pfiffige, leimfreie Ösen-Bindung, die Einsteckkarten mit Aufgaben zum Selbermachen und die prägnant drei Textebenen unterscheidende Typografie. Macht Erwachsenen wie Kindern Spaß. Konzipiert wurde das aus dem Rahmen fallende Kunstbüchlein von David Arzt und Sascha Lobe von L2M3 Kommunikationsdesign.

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