„Das ist nicht das erste Strumrief!"


„Print überimmt immer mehr die Rolle einer Appetizer-Funktion“, Manfred Hasenbeck, Vorstandsvorsitzender des FCP.

versio!: Die werden auch durch Vorgaben an klimaneutrales Drucken künftig mehr belastet werden. Bedeutet die Klimadiskussion inzwischen ein Aus für Printprodukte?
Hasenbeck: Ich bin sicher, dass sich die Kernfrage „Print oder Online?“ nicht an der Klima-Diskussion entscheiden wird. Argumente für Online-Lösungen kommen jetzt immer häufiger aus der Akquise-Ecke der Online-Agenturen, die mit dem Argument beim Kunden orakeln: „Setze auf Internet, dann müssen keine Bäume fallen.“  Das ist absoluter Quatsch, denn die Energie­bilanz des Internets ist durch den irren Stromverbrauch von mehr als einer Milliarde Computern nachgewiesenermaßen katastrophaler als alles andere.

versio!: Stimmt, angeblich verbrauchen zwei Suchanfragen bei Google so viel Strom wie ein Wasserkocher. Apropos „mit Wasser kochen“, welche Dienstleister werden künftig welche Medien bedienen? Offenbar drängen doch immer mehr Agenturen ins Kerngeschäft der klassischen Corporate-Publishing-Verlage ...
Hasenbeck: Interessant ist derzeit aber auch zu beobachten, dass immer mehr klassische Verlage für sich das Thema mediale Dienstleistung entdecken. CP-Dienstleister, die rechtzeitig auf crossmediale Lösungen gesetzt haben, müssen diese Wettbewerber nicht fürchten. Von den Dutzenden Fachverlagen, die in den vergangenen Jahren ins CP-Geschäft eingestiegen sind, hat bis heute keiner wirklich reüsiert. Ihr Problem ist, dass nur wenige über Erfahrungen mit crossmedialen Lösungen verfügen und viele noch nicht verstanden haben, wie Dienstleistung funktioniert.

versio!: Da sind die Agenturen aber historisch besser aufgestellt.
Hasenbeck: Im Printbereich macht mir das wenig Sorgen. Problematischer ist das im Online-Business. Viele kleine Anbieter mit technischem Hintergrund operieren heute mit Einstiegspreisen, für die ein ehrbarer Verlag kaum noch das Licht einschalten kann. Aber ob ein Medium akzeptiert wird oder nicht, darüber entscheidet die Qualität des Contents. Und hier haben Corporate Publisher sicher einen hervorragenden Wettbewerbsvorteil.

Autor: Nicola Scheifele

Erschienen in versio! 01/2009

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