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Der Kunde und die richtige IT spielen die Hauptrollen bei Cewe-Fotobüchern

Erfolgreiche Geschäftsmodelle

Dr. Michael Fries, Vorstand von Cewe Color.

Wenn es um die Vielseitigkeit und die Anwendungsmöglichkeiten des Digitaldrucks geht, wird nicht selten das Fotobuch als Paradebeispiel angeführt. Ob die Erinnerungen an einen traumhaften Urlaub oder ein Familienalbum für die Großeltern – was mit der entsprechenden Software so unkompliziert und einfach gestaltet und bestellt werden kann, erfordert auf Seiten der Produktion mehr als nur eine simple Digitaldruckmaschine.

4,3 Millionen Cewe-Fotobücher hat die Cewe Color Holding AG mit Hauptsitz in Oldenburg allein im vergangenen Jahr produziert. Hinzu kommen 2,1 Milliarden entwickelte Digitalfotos und immerhin – ja es gibt sie noch, die Nutzer von analogen Fotokameras – 370 Millionen entwickelte Fotos von Film. Zusammen mit der Produktion von Mehrwertprodukten, wie Fotokalendern, Foto-Grußkarten oder Wanddekorationen hat das Unternehmen im Jahr 2010 einen Umsatz von 446,8 Mio. Euro erwirtschaftet und hält einen europaweiten Marktanteil von mehr als 25 Prozent im Bereich des Foto-Finishings.
Dabei hat das Unternehmen, das heute mit 2700 Mitarbeitern an zwölf Standorten produziert, und in insgesamt 24 Ländern vertreten ist, recht klein angefangen, nämlich 1961 als Nachfolgebetrieb des Fotofachgeschäftes Carl Wöltje in Oldenburg. Nachdem Cewe Color die Fotoindustrie vom Schwarzweiß- zum Farbbild begleitet hatte, wusste es die digitale Revolution der Neunziger Jahre zu nutzen und stellte bereits 1995 die erste Orderstation für Digitalfotos in einem Ladengeschäft auf. Heute sind die Terminals, die die digitalen Bilder längst nicht mehr nur an den Fotodienstleister übermitteln, sondern auch vor Ort drucken, aus Drogerie- und großen Supermärkten kaum noch wegzudenken. Doch für den Erfolg von Cewe Color war vor allen Dingen das Cewe-Fotobuch verantwortlich.

2005 stellte das Oldenburger Unternehmen erstmals die Gestaltungssoftware für sein Cewe-Fotobuch vor. Noch im gleichen Jahr wurden 70000 Fotobücher produziert, 2008 schon 2,6 Millionen, im vergangenen Jahr 4,3 Millionen. Das Geschäft mit den auf Papier gebannten und in ein Soft- oder Hardcover eingebundenen Erinnerungen scheint also ein recht lukratives zu sein – auch wenn das Wachstum, wie Vorstandsmitglied Dr. Michael Fries erklärt, längst nicht mehr im dreistelligen Bereich – wie noch vor einigen Jahren – liegt, sondern eher auf ein „normales“ jährliches Wachstum zugeht.
Für das laufende Jahr rechnet Cewe Color mit rund 4,6 bis 4,8 Millionen produzierter Cewe-Fotobücher, was einem Zuwachs von sieben bis zwölf Prozent entspricht.


Flexible Produktion

Produziert werden die Cewe-Fotobücher auf insgesamt rund 50 Digitaldruckmaschinen. Dabei ist erstaunlich, dass sich das Unternehmen nicht auf einen bestimmten Hersteller festgelegt hat, sondern sowohl mit Vierfarbmaschinen von HP als auch mit Digitaldrucksystemen von Kodak und Xerox arbeitet. „Wir wollen einfach immer die bestmögliche Qualität anbieten können, und dazu ist es immer gut, wenn man mit allen Lieferanten zusammenarbeitet“, erklärt dazu Dr. Michael Fries. „Mal ist der eine vorne, mal ist der andere vorne. Wir können es uns einfach nicht leisten, nur mit einem einzigen zusammenzuarbeiten. Wir wollen an allen Marktentwicklungen erfolgreich teilhaben können.“

Das Portfolio von Cewe Color umfasst nicht nur die Cewe-Fotobücher, sondern auch eine Reihe unterschiedlicher Mehrwertprodukte.

Verteilt werden die eingehenden Aufträge dann nach produktionsorganisatorischen Gesichtspunkten. „Was das Thema Farbe oder Qualität angeht: Es ist einfach unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Produkte aus Sicht der Kunden alle gleich hochwertig aussehen“, so Fries. Vielmehr gehe es bei der Verteilung danach, in welcher Halle welche Druckmaschinen mit welchen Weiterverarbeitungsmaschinen zu finden sind. „Es ist nicht so, dass wir ganz bestimmte Produkte nur auf dem Fabrikat X oder nur auf dem Fabrikat Y fertigen“.

Kleinstaufträge am laufenden Band

Die Produktion der Cewe-Fotobücher gestaltet sich also zum einen sehr flexibel und muss gleichzeitig aber auch so standardisiert wie möglich ablaufen, schließlich stellt eine jährliche Produktion von 4,3 Millionen Exemplaren auch eine große Herausforderung dar. So sei etwa eine bestimmte Anzahl an Papieren definiert, die zur Produktion eingesetzt werden. Ein Angebot von 500 verschiedenen Papieren würde den gesamten Herstellungsprozess nur unnötig verkomplizieren und vor allen Dingen verlangsamen.

Denn bei Fotobüchern geht es nicht um große, sondern um viele kleine Auflagen – und für die Produktion solch kleiner Einzelaufträge ist mehr vonnöten als nur eine Digitaldruckmaschine. Immerhin gibt es das Cewe-Fotobuch in acht Formaten, mit 25 unterschiedlichen Einbänden, auf Fotopapier, mit Hochglanzveredelung oder als „normalen“ Digitaldruck mit bis zu 154 Seiten.

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