Der Kunde und die richtige IT spielen die Hauptrollen bei Cewe-Fotobüchern


Mit der Gestaltungssoftware lassen sich selbst von Computer-Laien unkompliziert und schnell die Ce-we-Fotobücher gestalten. Die Software ist eine eigene Entwicklung des Unternehmens und in mehr als 20 Sprachen erhältlich

Anspruchsvolle Kunden

Ein Trend ließ sich in den vergangenen sechs Jahren, in denen Cewe Color Fotobücher produziert, jedoch deutlich erkennen, nämlich der zu einer immer höheren Qualität: „Die Leute wollen immer hochwertigere, immer größere Produkte und mehr Fläche gestalten“, erklärt der Cewe-Vorstand. „Sie wollen ihre hochwertigen Erlebnisse auch in ein hochwertiges Umfeld bringen, darum hat es bei uns auch immer größere Formate gegeben, auch immer besonderere Materialien. Wir fertigen unsere Cewe-Fotobücher beispielsweise inzwischen auch auf Fotopapier, also nicht im Digitaldruck, sondern im gewohnten fotografischen Prozess – das ist ein großer Trend.“

Zusätzlich ist das Thema Cewe-Fotobuch auch eines, das sehr stark mit Geschenken in Verbindung gebracht wird, weswegen Cewe Color regelmäßig ein sehr starkes Weihnachtsgeschäft verzeichnet. In den Wochen vor Heiligabend produziert das Unternehmen daher im Dreischicht-Betrieb und sogar an den Wochenenden.
Beliebt sind außerdem auch die „Mehrwertprodukte“, die Cewe Color mit dem Wachstum und der steten Verbesserung der Qualität in der Digitalfotografie ins Portfolio aufgenommen hat. So erfreuen sich besonders individuell gestaltete Fotogrußkarten, Foto-Kalender und auch Wanddekorationen, wie eigene Bilder auf Leinwand oder hinter Acrylglas einer steigenden Beliebtheit. Gerade im Bereich des Großformatdruckes stellt Cewe Color ein erfreuliches Wachstum in ganz Europa fest.

Das Fotobuch als Eigenmarke

Warum Cewe Color mit seinem Cewe-Fotobuch so erfolgreich ist, ist nicht zuletzt eine Frage der Eigenmarke. Aber wie hat es Cewe Color geschafft, in kurzer Zeit eine so starke Marke aufzubauen?
Dr. Michael Fries benennt die Gründe wie folgt: „Eigentlich sind wir seit Anfang der Firmengeschichte Lieferant des Handels und bedienen die großen europäischen Marken wie DM, Müller, Carrefour et cetera. Dieser Vertriebsweg war also im Grunde genommen schon durch die bestehenden Kooperationen etabliert. Eine Herausforderung war es dennoch, unsere Handelspartner von der Kraft der Marke zu überzeugen, dass sie tatsächlich ein ,Cewe-Fotobuch’ gelistet haben und kein neutrales Fotobuch. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, das Produkt zu vermarkten und dem Konsumenten näherzubringen, als das bei einem neutralen Fotobuch-Produkt möglich gewesen wäre.“

Eine wichtige Rolle spielt außerdem das Marketing. Cewe Color investiert jedes Jahr mehrere Millionen Euro allein in die Vermarktung seiner Cewe-Fotobücher und Mehrwertprodukte. Dabei werden sämtliche Medienkanäle genutzt, Zeitschriften, das Fernsehen und selbst im Flugverkehr ziert die Cewe-Fotobuch-Werbung die Rückseite von Bordkarten. „Wir bemühen uns, sehr breit im Markt präsent zu sein, um unsere Marke, aber auch die Gattung an sich weiterzubringen“, so Fries. Die Investitionen in das Marketing haben sich seiner Ansicht nach absolut gelohnt: „Wir haben uns damit wirklich eine gute Position und Bekanntheit bei den Konsumenten erarbeitet, und das hilft uns jetzt natürlich, uns positiv weiterzuentwickeln.“

Ein Stück vom Kuchen

Angesichts der Zahlen, die die Cewe Color Holding AG im Bereich der Fotobuch-Produktion jedes Jahr veröffentlicht, ist es nachvollziehbar, dass auch Geschäftsführer von kleinen und mittleren Druckereien, die über eine oder zwei Digitaldruckmaschinen verfügen, an der positiven Entwicklung des Segmentes Fotobuch teilhaben wollen.
„Mein Eindruck ist“, erklärt Dr. Michael Fries abschließend, „dass diese Entwicklung mittlerweile sogar schon eher wieder abgeschlossen ist. Vor einigen Jahren war es fast üblich, dass Hersteller von Digitaldruckmaschinen eine Fotobuchsoftware gleich mitverkauft haben, und damit die Idee der Fotobuch-Produktion in die Druckereien hineingetragen haben. Aber es gehört einfach viel mehr dazu als nur eine Digitaldruckmaschine zu haben und eine Standard-Software. Den wichtigen Fragen – wie erreiche ich meine Kunden, die mittlerweile hohe Komplexität, die von den Konsumenten im Lieferprogramm erwartet wird, die hohen Möglichkeiten in der Gestaltungssoftware – kann von einem einzelnen Drucker mit einer Digitaldruckmaschine und einer Standard-Software nicht entgegnet werden.

Ich glaube, es macht heute für einen Drucker wenig Sinn, in diesen Markt einzusteigen. Zumal er ja – wie man es an unseren eigenen Vorhersagen sieht – auch nicht mehr ein Markt ist, der völlig expansiv ist, der unglaublich wächst. Das ist heute nicht mehr der Fall. Wenn man sich heute wirklich eine stabile Position erarbeiten will, muss man das wahrscheinlich über eine Verdrängung tun und das sehe ich für die typische Druckerei mit ein, zwei, drei Digitaldruckmaschinen nicht.“

Viele Bausteine ergeben ein Ganzes

Das Beispiel von Cewe Color zeigt, dass hinter der Produktion von Fotobüchern weit mehr steckt als „nur“ der Digitaldruck. Um in diesem Marktsegment erfolgreich zu sein, braucht es neben der richtigen Technik für den Druck und die Weiterverarbeitung, auch und vor allen Dingen die richtige IT für die Gestaltungssoftware und den Produktions-Workflow sowie ein großes Netzwerk an Handelspartnern und das passende Marketing – das alles kann längst nicht jedes Unternehmen leisten.

Viaprinto: Online-Portal für Geschäftsdrucksachen 

Ausgehend vom Digitaldruckgeschäft, das sich Cewe Color anhand der Fotoentwicklung, seiner Cewe-Fotobücher und Mehrwertprodukte erschlossen hat, war es nur konsequent, dass das Unternehmen vor zwei Jahren mit Viaprinto.de auch eine Plattform für den bedarfsorientierten, kleinauflagigen, aber hochwertigen Druck von Geschäftsdrucksachen aufbaute. Damit spricht Cewe Color weniger die Privatkunden wie beim Cewe-Fotobuch an, sondern vielmehr gewerbliche Kunden.

Viaprinto ist ein Online-Portal für hochwertige, kleinauflagige Geschäftsdrucksachen.

Auch für dieses Online-Portal stammt die Software direkt von Cewe Color selbst. „Ich glaube, in der Digitaldruckwelt ist Software einfach ein wesentliches Differenzierungsmerkmal. Wenn man da Software benutzt, die von allen anderen auch benutzt wird, fällt es schwer, sich von anderen zu unterscheiden“, erklärt Dr. Michael Fries. Schließlich konkurriert Viaprinto.de mit vielen, ähnlichen Plattformen und Online-Druckereien. „In dem Segment – nämlich kleine Auflagen, hohe Qualität, sehr hohe Geschwindigkeit und einfache Bedienung – ist meiner Meinung nach eine gute Abgrenzung möglich, sodass wir uns da schon gut im Markt positionieren können“ ist sich der Cewe-Vorstand sicher.
Die Produktion der über Viaprinto angebotenen Geschäftsberichte, Plakate, Flyer, Verkaufs- und Trainingsunterlagen und Broschüren für die Vermarktung von Produkten und Leistungen erfolgt übrigens in den gleichen Produktionsstätten und auf den gleichen Drucksystemen wie die Cewe-Fotobücher.

Mit der bisherigen Entwicklung des neuen Portals ist das Oldenburger Unternehmen durchaus zufrieden. „Wir sehen da eine positive Entwicklung, Viaprinto wird von den Kunden gut angenommen. Wir wachsen von Monat zu Monat.“ Doch dafür versucht Cewe auch hier, stetig das Leistungsspektrum zu erhöhen: „In der Cewe-Welt gab es früher einmal einen sogenannten Übernacht-Service. Da konnte man Filme am Montag im Laden abgeben; in der Nacht zum Dienstag wurden sie in die Labore gefahren und die Bilder entwickelt, und am Dienstagmorgen konnte man die Fotos wieder im Geschäft abholen. In ähnlicher Weise werden wir jetzt im Oktober mit Viaprinto einen Overnight-Service starten, wo man bis abends 18:00 Uhr bestellen kann und wir am nächsten Morgen in einigen Regionen Deutschlands bereits ausliefern.“

Erschienen in DD 30/2011.

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