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Die drei wichtigsten Themen

Große DD-Umfrage zum neuen Jahr

Was sind die wichtigsten Themen, die Druckdienstleister 2011 im Auge behalten sollten?

"Welches sind die drei wichtigsten Themen, mit denen sich Druckdienstleister im Jahr 2011 befassen sollten?" Deutscher Drucker bat 27 Branchen-Persönlichkeiten um ihre Einschätzung.

Die drei wichtigsten Themen für 2011 

Dr. Ingo Osterheld, Antalis

Restriktive Kreditvergabe

Trotz der Erholung der Wirtschaftslage und der daraus resultierenden guten Nachfrage müssen sich die Betriebe weiterhin auf einen intensiven Verdrängungswettbewerb einstellen, der bedauerlicherweise zu einer weiteren Preis- und Margenerosion auf allen Stufen führen wird. Umso wichtiger wird es für das Management der Betriebe, sich um den Ausbau des Kerngeschäftes durch ergänzende Sortimente und Dienstleistungen sowie alternative Vertriebswege zu kümmern. Dies wird ein wichtiger Überlebensfaktor sein. Schließlich ist ein sensibles, aber trotzdem stringentes „Credit Control“ von erheblicher Bedeutung. Die Kreditvergabe der Banken ist weiterhin restriktiv –  gerade in aus Bankenperspektive kritischen Branchen. Dazu gehört eindeutig das Druckgewerbe. Zusammen mit einem sehr intensiven Preiswettbewerb wird dies auch in 2011 zu einer steigenden Gefahr von Zahlungsausfällen führen.

Michael Apenberg, Apenberg + Partner

Weiteres Krisenjahr steht bevor

Die Unternehmer der Druckindustrie müssen sich auf ein weiteres Krisenjahr einstellen. Die aktuelle Konjunktur-Belebung in Deutschland wird nicht ausreichen, um eine Ertragswende in der Branche herbeizuführen. Wer 2010 kein Geld verdient hat, muss die Lösung des Problems im eigenen Betrieb suchen, denn der anhaltende Strukturwandel in der Druck- und Medienbranche ist nur mit innovativen Ansätzen zu bewältigen. Differenzierung, Fokussierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die Top-Themen auf der Agenda erfolgreicher Unternehmen. Um das zu erreichen, brauchen die Betriebe eine klare Wettbewerbsstrategie, tiefes Wissen über Kundenpotenziale und IT-Kompetenz, um sich mit ihren Zielkunden zu vernetzen. Und sie müssen ein schlüssiges Konzept zur Sicherstellung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit des unternehmerischen Handelns entwickeln.

Michael Jellinghaus, Binderhaus

Kritischer Blick auf zu viel Elektronik

Aus Sicht des spezialisierten Lieferanten für Weiterverarbeitungsmaschinen gibt es drei wichtige Investitions-Prüfpunkte: konstante Weiterverarbeitungsqualität, Maschinenrobustheit und ein kritischer Blick auf zu viel Elektronik. Papierverarbeitung ist eine mechanische Technologie. Nur Robustheit garantiert  Weiterverarbeitungsqualität. Den Trend zur Funktionsvielfalt („kann alles“) mit immer schwächer  dimensionierten Komponenten sehen wir deshalb kritisch. Blicken Sie mal unter die Haube. Schnell liegt so auf der Hand, welches Angebot robuster ist und Jahre später Freude machen wird. Elektronik, Automatisierung und Vernetzung sind moderne Helfer. Sie erhöhen jedoch Anfälligkeit und Reparaturkosten. Im Unterschied zur mechanischen Funktionalität verlieren sie mit jeder neuen Maschinengeneration besonders schnell an Wert.

Rolf Schwarz, BVDM

Solidarität mit dem Verband

Nach außen gilt es, die Märkte und Kunden im Fokus zu behalten. Betriebe müssen ihre  Wettbewerbsfähigkeit verbessern, innovativ bleiben und dies kommunizieren. Nach innen gilt es, Mitarbeiter auf die dringenden Veränderungen vorzubereiten, sie mitzunehmen und zu fördern. Zur Manteltarifrunde 2011 kommt den Führungskräften eine wichtige Aufgabe zu. Sie müssen ihrem Team die Tragweite der Verhandlungen vergegenwärtigen. Es geht um die Zukunft unserer Betriebe und der Arbeitsplätze. Drittens geht es um die Solidarität zum Verband. Der Flächentarif hat nur eine Zukunft, wenn Unternehmer gemeinsam im Verband handeln. Gleiches gilt für eine erfolgreiche Berufsbildung, die Wahrung der Interessen gegenüber der Politik und das Marketing für unsere Branche. Betriebe profitieren von ihrem Verband. Voraussetzung für dessen Erfolg ist der Rückhalt in den Unternehmen.

Jürgen Calmbach, Calmbach & Partner

Strategie, Vertrieb und Produktivität

1. Strategie: Je komplexer das Umfeld, desto wichtiger die Strategie. In der Druckindustrie steigt die Komplexität von Jahr zu Jahr rasant an. Wie werden sich meine Geschäftsfelder in Zukunft verändern? Wo liegen meine Stärken und Schwächen? Wo habe ich Wettbewerbsvorteile gegenüber meinen wichtigsten Mitbewerbern? Wo habe ich Nachholbedarf?
2. Vertrieb: Je härter der Wettbewerb, desto wichtiger der Vertrieb. Verfüge ich über einen systematisch gesteuerten Vertrieb oder hat sich mein Vertrieb einfach historisch so entwickelt? Reichen die Qualität meiner Vertriebsleute und die der Vertriebsleitung für die heutigen Anforderungen noch aus?
3. Produktivität/Prozesse: Die Druckindustrie ist produktivitätsgetrieben. Pro-Kopf-Zahlen und Leistungen pro Maschinenstunde bestimmen die Überlebensfähigkeit maßgeblich. Liege ich hier im oberen Drittel?

Jeppe Frandsen, Canon

Chancen durch den Digitaldruck nutzen

Die drei wichtigsten Themen, mit denen sich Führungskräfte in der Druckindustrie in diesem Jahr befassen sollten, heißen Chancen durch Digitaldruck nutzen, aktives Marketing betreiben und Mitarbeiter aus- und weiterbilden. Die zurückliegende Wirtschaftskrise hat den Kostendruck erhöht und den Wandel in der Druckbranche beschleunigt. Der Trend zu kleinen, personalisierten Auflagen setzt sich fort. Für die Druckindustrie wird es darauf ankommen, nicht nur in Technologien zu investieren, sondern auch in das Know-how der Mitarbeiter. Druckbetriebe müssen das erforderliche Wissen aufbauen, um entstehende Chancen nutzen und neue Geschäftsfelder erschließen zu können. Hierzu zählt, auf der einen Seite kreative Ideen und Produkte für ihre Kunden zu entwickeln und auf der anderen Seite selbst aktiv Werbung für sich zu betreiben, um sich vom Wettbewerb abzugrenzen.

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