Die drei wichtigsten Themen


Die drei wichtigsten Themen für 2011 

Gerd Finkbeiner, Manroland

Schwarzmalerei wird Chancen nicht gerecht

In den etablierten Druckmärkten ist es längst nicht so dunkel, wie oft heraufbeschworen. Innovative Geschäftsmodelle leuchten den Weg in eine sichere Zukunft. Die Voraussetzung dafür ist der Mut zur Veränderung, Innovationsgeist und der Wille, den Blick nach vorn zu richten. Schwarzmalerei über den Niedergang der Druckindustrie kostet nur Zeit und wird den vorhandenen Chancen nicht gerecht.
Vier Wachstumspfade seien an dieser Stelle kurz skizziert. Erstens: Es gibt ein globales Wachstum für die bezahlte Zeitung. Sinkende Auflagen in Ozeanien, Europa, Nordamerika werden durch das starke Wachstum in Afrika, Asien und Südamerika mehr als kompensiert. Zweitens: Das Internet ersetzt nicht den Katalog. Zwei Drittel der Kunden nutzen vor Internetbestellungen den gedruckten Katalog. Drittens: Das Kapitel Buch geht weiter. Entgegen allen Erwartungen ist der Buchmarkt stabil. Viertens: Der Verpackungsmarkt kann in allen Weltregionen massive Zuwächse verzeichnen. Die Druckindustrie muss sich heute ihren Herausforderungen kreativ stellen, um die Chancen der Zukunft nutzen zu können. Anpassungen an die sinkende Nachfrage nach Druckprodukten sind ebenso unerlässlich wie die Kompensation steigender Rohstoff-, Papier-, Versand- und Energiekosten. Vor allem aber darf das unternehmerische Denken heute nicht von Scheuklappendenken und Landesgrenzen eingeschränkt werden. Konkrete Antworten, wie Strategien für künftiges Wachstum aussehen, können sicher nur individuell gefunden werden. Die Kombination aus Unternehmergeist und regionalen Lösungen werden in Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung die Wachstumsmotoren Nummer eins sein.

Volker Leonhardt, Müller Martini

Wirtschaftlichkeit, Mehrwert und Preis

Die wichtigen Themen der Weiterverarbeiter in 2011 sind Wirtschaftlichkeit, Mehrwert und Preis. Die Unternehmen müssen sich die Frage stellen, wie sie im veränderten, konsolidierten und weiter konsolidierenden „Nachkrisenmarkt“ wirtschaftlich arbeiten wollen. Dazu ist es notwendig, Produktionsmittel einzusetzen, die den Anforderungen im Hinblick auf kleinere Auflagen, hervorragend verarbeitete Produkte und kurzfristige Durchlaufzeiten gerecht werden. Hinzu kommt die Notwendigkeit für viele Betriebe, auch beim Produkt „Mehrwert“ schaffen zu können. Besondere Verarbeitungsmethoden, Beihefter, Aufleger, Karten- oder Warenproben verarbeiten zu können, kann oft einen entscheidenden Unterschied machen. Dies sind die Voraussetzungen, dann auch markt- und leistungsgerechtere Preise erzielen zu können – das brauchen alle in der gesamten Wertschöpfungskette.

Arndt Klippgen, Papier Union

Wertschöpfung, statt in Mengen denken

Überkapazitäten werden 2011 Realität bleiben. Die moderate Nachfrageerholung 2010 war überwiegend Kompensation des Einbruches von 2009. Digitale Technologien schaffen neue attraktive Geschäftsfelder, aber sie haben einen negativen Einfluss auf Druckauflagen und Papierverbrauch. Deswegen müssen wir mehr in Wertschöpfung und weniger in Mengen denken. Für uns wird der Schlüssel in der Erweiterung unseres Angebotes für unsere Kunden um logistische Dienstleistungen, grafisches Verbrauchsmaterial, Verpackungsmaterial und das Angebot unseres Systemhauses Com-Plott Papier Union für Large-Format-Printing liegen. Wir sind überzeugt, dass die Herausforderung für Druckereien darin liegt, auf einen stagnierenden Markt mit Überkapazitäten nicht mit Preisnachlässen, sondern mit einem erweiterten Serviceangebot zu reagieren.

Michael Neugart, Polar

Prozesse optimieren

Nach der wirtschaftlichen Durststrecke der vergangenen Jahre stehen vielerorts dringende Investitionen an. Spätestens jetzt sollte in den Betrieben die Chance genutzt und darüber nachgedacht werden, wie Prozesse optimiert werden können und welche althergebrachten Strukturen aufgebrochen werden sollen, um die Produktion effizienter zu machen. Untersuchungen zeigen, dass in der Weiterverarbeitung mit relativ geringen Investitionsvolumina das größte Optimierungspotenzial ausgeschöpft werden kann. Folgende Fragen sollten daher in den Betrieben diskutiert werden:
a) Wo können meine Prozesse in der Weiterver-arbeitung vereinfacht werden?
b) Wo und wie kann ich meinen Kunden mehr bieten als der Wettbewerb?
c) Wie kann ich meine Herstellkosten halten oder verringern?
Zu diesen Fragen bietet Polar die Antworten: Zum Beispiel eine neue  Automatisierungslösung, die eine höhere Produktivität bringt, oder eine interessante Option, die hilft, Kosten zu minimieren und Aufwände zu reduzieren, Label-Systems, mit denen dank neuer Innovationen Etiketten in höchster Qualität auch im Gegendruck gestanzt werden, oder eine Maschinenbedienung, die durch ihre Einfachheit zu einer Fehlerminimierung, beiträgt. Darum sind wir davon überzeugt, dass es uns in der Weiterverarbeitung weiterhin gelingen wird, unseren Kunden interessante neue Lösungen zu bieten. Viel Erfolg für 2011!

Martin Ruhle, PPI

Web-to-Print und Crossmedia

In einem zunehmend dynamischen Umfeld gilt es Lösungen zu schaffen, die allen Bedürfnissen der Kunden und den gewachsenen Markt-anforderungen gerecht werden. Die Wertschöpfungskette der Medienbranche wird von Maßnahmen zur Prozessoptimierung geprägt sein. Dabei führt die Automatisierung wesentlicher Arbeitsschritte zu weiteren Kostensenkungen im Produktionsablauf bei gleichzeitiger Steigerung der Produktqualität. Drei Themenschwerpunkte bieten besonders Potenzial:
1. Web-to-Print
2. Ausweitung der Druckvorstufe
3. Crossmediale Anzeigen- und Redaktions-
lösungen. Web-to-Print bietet, bei einer engen Verzahnung von Software und Hardware, umfangreiche  Einsatzmöglichkeiten. Eine schnelle, webbasierte Auftragserfassung und -verwaltung sowie eine zentrale Dokumenterstellung aus Contentpools mithilfe von Content-Management- Systemen (CMS) komplettieren die neuen, leistungsfähigen Digital-Druckmaschinen. Damit werden neue, umsatzstarke Produktbereiche für diese Art der Produktion erschlossen. Im Bereich des Zeitungs- und Akzidenzdrucks wird der Einsatz von Standardsoftware, gerade vor dem Hintergrund der hohen Prozessautomatisierung und der Ausweitung der Vorstufe bis hin zum Beladen der Druckmaschine mit Platten durch den Einsatz von Robotern, weiter stark an Bedeutung gewinnen. Bedienerlose Workflows, von der fertigen Seite bis zur andruckbereiten Druckmaschine, werden den Industrialisierungsprozess weiter vorantreiben. Erneut wird das Thema Crossmedia-Publishing und Advertising die Branche beschäftigen. Neben dem integrierten Newsdesk wird sich ein „AdDesk“ in den Medienhäusern entwickeln, der mit Hilfe intelligenter Systemlösungen, crossmediales Arbeiten vereinfacht. Vorstufen- und Satzbetriebe werden sich zukünftig mit crossmedialen Aufgaben befassen und Arbeiten für alle Publikationskanäle ausführen müssen.

Dr.-Ing. Jürgen Stopporka, SID

Analyse eigener Marktpotenziale

Der strukturelle Umbruch in der Branche ist unumkehrbar und der Markt unter anderem gekennzeichnet von wachsenden Digitaldruckpotenzialen und Internetdruckereien, niedrigen Verkaufspreisen und dem Schrumpfen klassischer Druckprodukte. Die Unternehmen unserer Branche müssen unter diesen Bedingungen ihre zukünftigen Marktchancen realistisch einschätzen. Hier stellen sich für die Betriebe einige Fragen: Mit welchen Differenzierungen und welcher Technologie können wir uns vom Gesamtmarkt absetzen? Mit welchen Unterscheidungen können sich unsere Kunden bei ihren Druckerzeugnissen von ihren Wettbewerbern differenzieren? Mit anderen Worten: Wo können unsere Kunden von unseren fachlichen und technischen Möglichkeiten wirklich profitieren und benötigen kompetente Unterstützung bzw. kennen die Kunden unsere Stärken überhaupt?

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