Die drei wichtigsten Themen


Die drei wichtigsten Themen für 2011 

Henry Brickenkamp, Technotrans

Geschäftsmodelle bestimmen Prozesse

Die besondere Herausforderung bleibt zum einen der Vertrieb und das Marketing für die Drucksache an sich und zum anderen das Sichern der Wettbewerbs-fähigkeit gegenüber dem Wettbewerb im Print und in den Neuen Medien. Hierbei ist es meiner Meinung nach unerlässlich, dass unsere Endkunden ihre Prozesse und somit auch ihre Investitionen konsequent nach ihrem jeweiligen Geschäftsmodell ausrichten. Ein absolutes Muss ist hier ein hoher Automatisierungsgrad und eine möglichst umweltverträgliche Produktion durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Andreas Fröhlich, Verdi

Qualität durch Qualifikationen

Schauen Sie sich um: Sie können es sehen in den Regalen der Kioske, den Ausstellungsflächen von Buch- und Zeitschriftenhändlern, den Verpackungen in den Supermärkten und Plakatflächen in den Städten. Sie sehen hervorragende Druckprodukte, Zeitschriften und Kataloge, Zeitungen und Akzidenzdrucksachen. Vergleichen Sie die Qualität mit der vor einigen Jahren, und Sie kommen von ganz alleine darauf, womit sich Führungskräfte des grafischen Gewerbes im Jahr 2011 besonders beschäftigen sollten. Mit Verkaufen! Nicht mit Kostensenkungsprogrammen und mit Kostenranking untereinander. Kaum eine Branche hat in so kurzer Zeit sowohl die Produktivität (Mengenausstoß in Beschäftigungsstunden) als auch die Qualität gesteigert und gleichzeitig hingenommen, dass es einen überproportionalen Preisverfall und damit eine Entwertung der Produkte und Dienstleistungen in der Druck- und Verlagsbranche gab. Auch in der Automobilbranche haben wir es mit einer enormen Überkapazität zu tun, aber lange nicht einen ruinösen Preisverfall wie in der Druckindustrie erlebt. Sozialverträglicher Kapazitätsabbau und Preisstabilität sind wir den Produzenten hochwertiger Druckerzeugnisse schuldig.
Thema Nummer 2 muss Erhalt und Ausbau der Qualität von Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung sein. Dazu braucht es Qualifizierung und Förderung der Beschäftigten zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit. Mit Blick auf älter werdende Belegschaften schließt das die aktive Förderung der Reduzierung bzw. des Ausstiegs aus belastender Schicht- und Erwerbsarbeit ein. Nicht zuletzt, um Jüngeren Beschäftigungsperspektiven zu ermöglichen.
Last not least muss sich die Druck- und Verlagsbranche eingestehen, dass sie die mediale Revolution der 90er- und 2000er-Jahre verschlafen hat. Es wurde versäumt, Forschungs- und Entwicklungsarbeit in neue Geschäftsfelder zu stecken und dort Investitionen hinzulenken. Warum die Ebays, Googels und jüngst Facebooks dieser Welt die Lufthoheit über Werbezuwächse erlangen konnten, wo doch das Know-how von Information und Massenkommunikation in der Druck- und Verlagsbranche lag und liegt. Es ist meines Erachtens nicht zu spät, sich intensiver mit Integration und Dienstleistungsorientierung zu beschäftigen. Das heißt, Allrounder und ganzheitlicher Anbieter von der Idee bis zur Umsetzung in Sachen Werbung, Information und Kommunikation zu werden oder zu sein, möglichst über viele Medien hinweg. Die Fachleute dürften sich einig sein, dass die Druck- und Verlagsbranche kleiner wird, aber wie viel kleiner, hat sie vielleicht noch in der Hand.

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