Direct Mailing: Vom Serienbrief und Transaktions- zum Transpromodruck


Müller Martini druckte auf der Drupa 2008 vierfarbig mit ihrer Concepta-Rollenoffsetmaschine, in der zwei Kodak-Stream-Druckköpfe schwarz personalisierten.

Die Personalisierung. Schon mit den einfachsten Textverarbeitungsprogrammen lassen sich Serienbriefe drucken, die im Wesentlichen aus zwei Teilen bestehen: dem fixen Text und den variablen Daten. Professionelle Personalisierungsprogramme können jedoch weit mehr: Fixe Dokumente aus Textbausteinen im Flug zusammenstellen, variable Daten aus den verschiedenen Datenquellen importieren und typografisch genau in den fixen Text einpassen. Vor allem haben sie für den fixen Teil ein Layoutprogramm, das einerseits angelieferte Layoutdateien wie Quark Xpress und Adobe Indesign integrieren kann, und andererseits beliebig viele variable Daten an beliebigen Stellen im Layout ohne Programmierung platzieren kann. Der größte Wert eines solchen Programmes liegt darin, dass auch die Logik der Texte, zum Beispiel einer Anrede, ohne Programmierkenntnisse automatisch richtig ausgeführt wird.

Druckdienstleister loben an solchen Programmen, dass ihre Mitarbeiter genauso einfach und schnell ein Dokument aufbauen können wie bei einer Quark-Seite, dass die Ansicht den schnellen Wechsel von fixen, variablen und kombinierten Seiten ermöglicht und vor allem, dass man dafür kein Programmierer sein muss.

Professioneller Transaktionsdruck. Unter Transaktionsdruck versteht man Rechnungen und Belege aller Art, wie sie in jedem größeren Unternehmen täglich in großer Zahl anfallen. Telefon- und Internetdienstleister, Kreditkartenfirmen, Warenhäuser mit Kundenkreditkarten haben eine höchst komplexe Rechnungserfassung, und das bei bis zu mehreren Millionen Kunden. Sie alle haben heute bereits ein funktionierendes, professionelles System für den vollautomatischen Datentransfer, von der eigenen Rechnungserfassung bis zum Druck. Große Unternehmen lagern den Rechnungsdruck zu großen Druckdienstleistern aus. Kleinere Unternehmen übernehmen jedoch den Rechnungsdruck oft selbst, wie unser Bericht über den Telekommunikationsdienstleister Telebroke zeigt (vgl. Seite 16 in diesem Heft). Gerade bei diesen mittleren und kleineren Unternehmen haben engagierte Druckunternehmen eine große Chance, mit geschickten Angeboten das Outsourcing des Druckes zu übernehmen.

Kommt der Transpromodruck? Zu den schnellsten Farbdruckmaschinen für Rechnungen gehören beispielsweise Agfa Dotrix Transcolor, HP Indigo W7200, Infoprint 5000, Kodak Versamark VL 6200, Océ Jetstream und Screen Truepress Jet 520 sowie neu die HP T300 und die Prosper 5000XL von Kodak. Obwohl sie die niedrigsten Seitenpreise pro Rechnung ermöglichen, sehen die Kunden den Rechnungsdruck nur als Kostenfaktor. Fantasievolle Softwareanbieter allerdings haben die Möglichkeit geschaffen, den verbleibenden Weißraum unter jeder Rechnung oder an der Seite als Werbefläche zu nutzen – und damt die Rechnung als weitere Einnahmequelle für den Rechnungssteller erschlossen. Idealerweise werden auf diesem Raum natürlich Produkte oder Dienstleistungen beworben, die thematisch passen. Wir kennen das bereits von der Online-Werbung, die uns auf den Seiten von Amazon oder Google entgegenblinkt. Besonders seit die Inkjetdruckmaschinen nun auch vollfarbig drucken können, berichten die Druckmaschinenhersteller von Erfolgen in den USA mit der Transaktions-Promotion, kurz Transpromo.

In Deutschland zumindest hat solch hochpersonalisiertes Transpromo aus Gründen des Datenschutzes bisher keinen Erfolg. Denn wir betrachten Daten aus unserer Kreditkartenabrechnung als Teil der Privatsphäre und eine Werbung aufgrund unserer Rechnungen als Verletzung derselben. Macht allerdings der Handyanbieter in seiner Rechnung ein maßgeschneidertes Sonderangebot für seinen Fernseh- und Interndienst, reagieren die meisten Empfänger wohlwollend auf dieses Angebot. Solche Transpromo-Ideen können auch kleineren Druckereien helfen, für ihre Kunden die dröge Rechnung zum einträglichen Transpromo-Dokument zu wandeln.

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