Direct Mailing: Vom Serienbrief und Transaktions- zum Transpromodruck


Finanzdienstleister. Banken und Versicherungen haben andere Ansprüche an die Personalisierung. Versicherungen versenden Direktwerbung zur Akquise von Neukunden oder um neue Dienstleistungen anzupreisen. Hier gibt es viele Druckdienstleister, die eng mit einer Versicherung zusammenarbeiten. Aber auch hier wird in der Regel mit farbigen Offsetvordrucken gearbeitet, die im A3-Format auf Laserdruckern personalisiert werden.

Den höchsten Anspruch an Diskretion verlangen die Banken, weshalb die meisten ihr eigenes Datendruckcenter unterhalten. Aber auch sie betreiben zwar Farbdruck, aber keinen Transpromo. Ein Beispiel ist die Schweizer Credit Suisse, die auf der Drupa 2008 eine erste Kodak VL 2000 bestellte, die mehr als 500 A5-Seiten vierfarbig in Inkjet drucken kann. Mittlerweile kam eine weitere VL 2000 hinzu sowie eine VL 6000, die 1000 A4-Seiten pro Minute druckt. Produziert werden Portfolioberichte, Vermögensauszüge, Börsenabrechnungen, Kontoauszüge sowie Dokumente der individuellen Kundenkommunikation. Aus dieser Aufzählung wird deutlich, dass hier sehr sensible Daten verarbeitet werden, welche die Firmen nicht gerne aus dem Haus geben. Deshalb wurden hoch spezialisierte Softwareprodukte entwickelt, die ganz auf die Bedürfnisse von Banken und Finanzdienstleistern, Versicherungen und Telekommunikationsfirmen zugeschnitten sind. Diese haben damit die Dokumentenherstellung im Griff und entscheiden selbst, ob des Preises wegen ein professioneller Druckdienstleister herangezogen wird, oder aus Gründen des Datenschutzes die ganze Produktion im Hause selbst stattfindet.

Praxisbeispiele. Im Laufe der letzten Jahre haben wir in Deutscher Drucker verschiedene Beispiele gezeigt, welche Firmen welche Dienstleistungen selbst drucken oder dem Drucker übergeben. So haben zwei der drei Mobiltelefonanbieter in der Schweiz ihre Callcenter mit daraus resultierendem Dokumenten-Fulfillment einem Druckdienstleister in St. Gallen übertragen (DD Nr. 28/10.9.2009). Ein weiterer Artikel in diesem Heft (Seite 16) handelt vom Telekommunikationsdienstleister Telebroke in der Schweiz, der sich auf Dienstleistungen für Firmenkunden spezialisiert hat und selbst den gesamten Rechnungsdruck ausführt. Dass man mit der gleichen Personalisierungssoftware aber auch als Industrieunternehmen seine gesamte Drucksachenherstellung, also Flyer, Prospekte, Verpackungen und Kataloge, inhouse produzieren und dem Offsetdrucker zum Drucken schicken kann, zeigt der Beitrag auf den Seiten 14 – 15 über den Gartenscherenhersteller Felco.

Gute Chancen. Weder Direktwerbung noch Transaktionsdruck sind Marktnischen, sondern schon sehr gut besetzte Geschäftsbereiche. Aber das Bedürfnis nach Werbung und Rechnungen entsteht in fast jedem Industrie- und Handelsbetrieb. Die meisten Firmen, die die Produktion selbst in die Hand nehmen, erkennen jedoch eines Tages, dass beides nicht ihr Kerngeschäft ist. Und dann sind gut aufgestellte Dienstleister gefragt. 

Personalisierungs-Software im Blick 

  • Atlas Software: Printshop Mail
  • Elixier: Opus 
  • Formpipe: Lasernet
  • GMC Software: Printnet
  • Hewlett-Packard: Exstream
  • Metawante: CSF-Designer
  • Xerox: XMPi

Erschienen in DD 21/2010

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