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Effekte statt E-Book

Ob Ausstattung à la Moleskine, ausgestanzte Innenseiten, Filzumschläge mit Waschzettelchen oder Schuber, die das Gesicht des Betrachters widerspiegeln – der Kreativität sind beim Gestalten von Büchern kaum mehr Grenzen gesetzt.

Buchdeckel mit Soundchip oder Leopardenfell, ausgestanzte Innenseiten, eingeklebte Add-ons oder crossmedial vernetzte Inhalte: All das eignet sich, um gedruckte Bücher zum Blickfang und sinnlichen Erlebnis zu machen.

E-Book? Das ist nichts für mich!“ Sarah Kuttner reagiert heftig, als Dieter Moor sie auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse für seine TV-Sendung „Titel, Thesen, Temperamente“ befragt, warum sie ihren ersten Roman „Mängelexemplar“ nicht gleich elektronisch veröffentlicht habe. „Ich finde Bücher gut. Ich finde es toll, dass man So machen kann – und so ...“ Die TV-Moderatorin und frisch gebackene Autorin packt ihr Buch, knautscht es liebevoll, schlägt es weit auf, lässt rasch die Blätter zurückrauschen und genießt sichtlich den Luftzug, der nach Papier und Druckerschwärze duftet ...

Ein klares Bekenntnis zum Printprodukt. Dennoch wird sich der Buchmarkt verändern. Das E-Book wird seine Leser finden, manche Inhalte – wie wissenschaftliche oder Daten- und Faktensammlungen – werden vorwiegend elektronisch gespeichert sein und nur auf Abruf gedruckt werden. Das glauben jedenfalls die Experten, welche die Ludwig-Maximilians-Universität München in einer Studie befragt hat, die das „Focus-Jahrbuch 2009“ vorstellt. Aber schon weniger geeignet für die elektronische Publikation sind danach Reiseführer und Belletristik. Kinder- und Jugendbücher sind eher ungeeignet, lautet das Urteil der Befragten. Eine Reaktion auf die drohende elektronische Konkurrenz und die der Mitbewerber sind wohl die vermehrt
veredelten Buchprodukte. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Börsenverein sind die Herstellungskosten der Verlage 2007 im Schnitt um zwei Prozent gestiegen. Die großen Verlagshäuser würden mittlerweile zwischen fünf bis 15 Prozent der Cover veredeln.

Kreatives für Kinder Für Michael Köhnlein, Geschäftsführer Vertrieb beim Buchdruckspezialisten Kösel in Altusried-Krugzell, ein Grund, stets mit neuen Ideen aufzuwarten (siehe Kasten auf Seite 33). „Da spicken wir auch gerne mal in den Kinderbuchabteilungen“, gibt er zu. Und dort ist an Ausstattung und Effekten (fast) alles geboten, was drucktechnisch derzeit möglich ist: golden glitzernde Titel, Cover mit Wackelbildern oder mit Fell bezogene Umschläge. Ein Topseller ist laut Angaben des Verlags Meyers in Mannheim etwa das vorigen Sommer erschienene Piratenbuch „Der Schatz des Captain Kidd“ – ausgestattet mit eingeklebten Tagebuchseiten, versiegelten Briefen und Landkarten. Laut Pressereferent Michael Menges „ein Buch zum Mitarbeiten“, das Kinder motivieren könne, am Lesestoff dranzubleiben. Der Clou: Das Buch wird in einer Schatzkiste aus Karton, einer Box mit doppeltem Boden, verkauft. Offenbar wirklich erfolgreich. Denn der Verlag schiebt diesen Herbst gleich den Nachfolger nach: den „Schatz des Mondgottes“ mit einem Papiermodell der Pyramide von Giseh zum Basteln. Die anderen Kinderbuchverlage sind mindestens genauso kreativ: So brachte der deutsche Ableger des britischen Dorling Kindersley Verlags in München gerade ein mit  besonderen Effekten ausgestattetes Sac

hbuch für Kinder heraus. Den Deckel von „Blubb – Leben unter Wasser“ zieren zwei Soundchips. Zu hören sind auf Knopfdruck ein Walgesang und keckernde Delphine. Fast schon Klassiker sind Pop-up-Bücher wie das zum kleinen Nick, das im März dieses Jahres im Züricher Diogenes Verlag erschien. 

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