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„Gedruckt oder digital ist egal, solange das Gesamtmedienkonzept stimmt“

Neue Märkte, neue Anwendungen

Geschäftsführer Dirk Alten (l.) lässt sich von Alexander Hornen den aktuellen Entwicklungsstand einer Kunden-App zeigen. Mit der iPad-App für das „Wandermagazin“ hatte Schaffrath Neue Medien vergangenes Jahr überaus erfolgreich die erste deutsche Magazin-App auf Basis der Adobe-DPS-Technologie auf den Markt gebracht.

Was zeichnet einen „wahren“ Mediendienstleister wie Schaffrath Neue Medien aus? Er muss die Kla­viatur der klassischen Medien ebenso beherrschen wie die der aktuellsten Online-Medien. Nur dann ist er in der Lage, seine Kunden ernsthaft zu beraten und für sie crossmediale Kommunikationskonzepte mit Mehrwert umzusetzen.

Deutscher Drucker nahm den Branchen-„Weckruf“ von Prof. Dr.-Ing. Oliver Kretzschmar beim MPS-Kongress in Heidelberg zum Anlass, Kontakt mit Schaffrath Neue Medien in Geldern aufzunehmen. Das Unternehmen, seit 1995 eine 100-prozentige Tochter der Druckerei Schaffrath, gilt als Vorreiter im Bereich digitale Medien, Weblösungen, crossmediales Publishing und Medien-Konzeptentwicklung. Zwar agiert Schaffrath Neue Medien als eigenstän­dige Gesellschaft, ein hoher Grad an Synergienutzung mit der Druckerei ist jedoch alltäglich – insbesondere bei der Kundengewinnung. DD wollte von Geschäftsführer Dirk Alten und Alexander Hornen, verantwortlich im Bereich Vertrieb und Marketing, wissen: Wie kam es da­mals zum Einstieg in die „Neuen Medien“? Und: Welche Bedeutung hat dieses zweite Standbein für Schaffrath heute im Allgemeinen und für die Branche im Besonderen?

DD: Herr Hornen, bitte verschaffen Sie uns doch in einem kurzen Abriss einen Überblick über den Firmenkomplex Schaffrath.

Alexander Hornen: Schaffrath Druck Medien ist das, was man klassisch einen Druckdienstleister nennt. 1743 gestartet, produzieren wir heute mit mittlerweile 300 Mitarbeitern rund 200 periodische Zeitschriften, Magazine und Kataloge; der Schwerpunkt liegt dabei klar auf den Verlagsprodukten, nicht zuletzt, weil mit dem Deutschen Ärzte-Verlag und der Rheinischen Post namhafte Verleger zu unseren Gesellschaftern gehören – zugleich zählen diese auch zu unseren größten Kunden.

1995 war dann der Startschuss für Schaffrath Neue Medien. Hintergrund war der damals wachsende Kundenbedarf an CD-ROM-Produktionen und Internetseiten. Früh entwickelten wir unser erstes Content-Management-System, was bis heute in einem Team mit 13 Mitarbeitern ein zentrales Element unserer Arbeit und unseres Angebots ist. Es geht also um Content-Management-Systeme, Shop-Lösungen, Anbindung an die Warenwirtschaft, Suchmaschinen-Marketing, Suchmaschinen-Optimierung, E-Mail- und Mobile-Marketing – aber eben auch um Multichannel-Publishing.

Bei letzterem gibt es ja nun dank des iPads den weiteren Ausgabekanal Tablet, somit gehört inzwischen auch der sehr aktuelle Bereich App-Entwicklung und Tablet-Publishing zu unserer Kernkompetenz. In Kombination der beiden Unternehmensteile kann man uns also getrost als Full-Service-Partner für die Medienproduktion bezeichnen.

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Eine ausschließlich printorientierte Vertriebsstrategie für eine reine Druckerei gibt es nicht mehr!

Dirk Alten

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DD: Wie gehen Sie mit den enorm kurzen Innova­tionszyklen im Bereich der Neuen Medien um? Was waren markante Punkte in der Entwicklung bei Schaffrath Neue Medien?

Hornen: Es gehört zur Philosophie im Hause Schaff­rath, sich frühestmöglich mit Innovationen und neuen Technologien zu beschäftigen, weil wir nur durch schnelles Adaptieren von Technologie-/Mediatrends unsere Fähigkeit zur kompetenten Kundenberatung hoch halten können. Gerade weil sich die Medien so sehr im Wandel befinden, ist die Paarung Technik- und Beratungskompetenz aus unserer Sicht ein klares Alleinstellungsmerkmal im Service. Es ist einfach perfekt, wenn man seinem Kunden sagen kann: „Hier machen wir am besten so weiter“, „Davon sollten Sie dringend die Finger lassen“ oder „Dieser Medienkanal ist für Ihre Zielgruppe völlig uninteressant“.

Schon im Jahr 2000 haben wir beispielsweise ein erstes Database-Publishing-System entwickelt, um für einen Kunden komplexe Katalogproduktionen vollautomatisiert über XML abwickeln zu können. Seit 2002 sind wir stark im E-Mail-Marketing aktiv und verschicken für unsere Kunden an die sechs Millionen E-Mails im Monat. Seit 2005 haben wir mit K4 ein Redaktionssystem im Einsatz, das einen ganzheitlichen Publishing-Ansatz für alle Medienkanäle verfolgt. Das iPad wird sicher nicht der letzte Kanal sein, den wir hiermit bespielen können.

DD: Sie sind ein kleines, überschaubares Team. Müssen Sie viel Arbeit an Externe auslagern?

Hornen: 95 Prozent unserer Projekte laufen hier im Haus. Wir machen fast alles mit unseren eigenen Mitarbeitern (Entwicklung/Programmierung, Grafik, Projektmanagement, Vertrieb), die zu einem großen Teil ursprünglich aus dem Unternehmen Schaffrath Druck Medien stammen und sich entsprechend ausgiebig weitergebildet haben. Wir machen das so, allein schon, um das Know-how hier im Hause zu halten und uns weiterzuentwickeln und zu wachsen. Das Unternehmen Schaffrath verfügt über eine eigene, rund um die Uhr besetzte IT-Abteilung, lediglich Teile des Hostings haben wir an externe Spezialisten mit großen Rechnenzentren ausgelagert.

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