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Großes Spektakel mit Print

So viel Druck braucht ... ein Rockfestival
 

Alle zwei Jahre wieder: Steffen Clauss (l.) und Bernd Waldheim machen Werbung für "Ihr" Zeltspektakel.

Die Kulturinitiative Rock (KIR) setzt für ihr zweijährlich veranstaltetes Winterbacher Zeltspektakel auf ein professionelles und bestens durchgeplantes Printwerbekonzept. Nicht zuletzt, weil die Zielgruppe des Classic-Rock-Events größtenteils Ü30 und somit printaffin ist. Aber künftig soll auch verstärkt die „Generation Online“ angesprochen werden. Eine responsive Homepage ist da nur der erste Schritt.

Erst als die letzten Töne der Beatles-Hymne „With a little help from my friends“ verklungen waren und das Publikum zu einem frenetischen Jubelsturm ansetzte, wurde Steffen Clauss so richtig klar, dass sich hier gerade ein lang gehegter Traum erfüllte. Joe Cocker hatte mit seinem Cover, das ihm Ende der 60er-Jahre den großen Durchbruch als Sänger verschafft hatte, wieder einmal alle begeistert – und dem Winterbacher Zeltspektakel zu einem weiteren Höhepunkt verholfen. „Seinem“ Zeltspektaktel ...

Zwei Jahre ist das nun schon wieder her, Ende Juli 2013. Der erste Vorsitzende der Kulturinitiative Rock Winterbach e.V. (KIR), von allen gerne als „der Macher“ des Spektakels bezeichnet, hatte es also tatsächlich geschafft, die britische Rock- und Blues-Ikone in die schwäbische Provinz zu locken. Gerade noch rechtzeitig, wie sich später herausstellen sollte. Joe Cocker starb kurz vor Weihnachten im darauffolgenden Jahr.

Weltstars in der Provinz

Das Musikfestival unterm Zirkuszelt in dem kleinen Örtchen Winterbach, 30 Kilometer östlich von Stuttgart gelegen, hat inzwischen eine enorme Zugkraft entwickelt und ist längst über die Grenzen Süddeutschlands hinaus unter Freunden des Blues- und Classic Rock ein Begriff. Und das liegt nicht nur am umtriebigen Steffen Clauss allein, sondern an der ganz speziellen Atmosphäre des Miteinanders, die die Veranstaltung ausstrahlt. Und dem unermüdlichen Einsatz von rund 1000 ehrenamtlichen Helfern rund um die KIR (die so genannten „Rockinis“). Selbst Bürgermeister Ulrich saß beim letzten Zeltspektaktel, dem achten, an der Kasse und verkaufte Eintrittskarten. Und genau dieses Flair spüren eben auch die Künstler – und kommen immer wieder gerne nach Schwaben.

 
 

Gaben vor wenigen Wochen den rockigen "Startschuss" für das 9. Zeltspektakel in Winterbach: Status Quo.

Begonnen hatte alles 1991 mit der Organisation eines Kleinkonzerts mit Rockgitarrist Steve Gibbons in der Schulturnhalle in Winterbach. 12 Freunde brachten damals zur Absicherung je 200 D-Mark Ausfallbürgschaft ein – doch das Konzert war mit 420 Besuchern sofort ein großer Erfolg. Die KIR wurde gegründet und wuchs schnell auf 40 Mitglieder (heute: 400) an. In den folgenden drei Jahren organisierte der zehnköpfige, höchst basisdemokratisch agierende Ausschuss des Vereins dann mindestens sechs Hallenkonzerte pro Jahr. Bis 1995 dann das erste Zeltspektakel aus der Taufe gehoben wurde: Drei aufeinander folgende Veranstaltungstage in einem 36-m-Zirkuszelt, mit Highlights wie der „Kleinen Tierschau“ oder Mother’s Finest. Im Jahr 2000 war das Zelt dann schon 2 x 30 m groß und Manfred Mann’s Earth Band gab sich die Ehre. Ihr folgten in den Jahren danach zahlreiche namhafte Acts wie BAP, Joe Bonamassa, Gary Moore, Asia, die Simple Minds, Foreigner und eben Joe Cocker nach.

Heute dauert das Festival, an dem sich hier und da auch Kabarettisten wie Willy Astor oder die Biermösl Blosn ein Stelldichein geben, acht Tage. Ein Acht-Mast-Zelt bietet Raum für 3500 zahlende Zuschauer pro Abend, im Biergarten vor dem Zelt ist Platz für weitere 2500 Gäste. Beim 9. Winterbacher Zeltspektakel, das vor wenigen Tagen von der Kultband Status Quo eingeläutet wurde, werden insgesamt rund 25000 Besucher erwartet. Und das trotz regional starker Konkurrenz wie etwa den Jazz Open Stuttgart, den Rockevents auf der Esslinger Burg, dem Ulmer Zelt oder dem Hohentwiel-Festival in Singen.

Eventwerbung meets Sponsoring

Das weiterhin ehrenamtlich geführte Spektakel bewegt heute ein finanzielles Gesamtbudget, auf das einige professionelle Bundesligavereine in der Sportstadt Stuttgart neidisch wären. Rund eine Million Euro stark ist das Rock-Event insgesamt, 10% dieses Budgets fließen in die Printwerbung. Und die ist überaus professionell organisiert und eng mit der Sponsorengewinnung verknüpft.

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