Großes Spektakel mit Print


 

2015 erstmals im Mediaguide des Zeltspektakels verankert: Band-eigene Plakate als Ergänzung zu den Festivalplakaten. Die Auflage aller Plakate lag bei rund 5.000 Stück in DIN A1 und 500 Stück in DIN A0.

Rund 1,5 Jahre vor dem nächsten Festival, das im Zweijahresrhythmus veranstaltet wird, erarbeitet das KIR-Gremium gemeinsam mit seiner örtlichen Kreativagentur Waldheim Werbung ein großes Sponsoringkonzept – den so genannten Mediaguide. Hierin wird bestehenden und potenziell neuen Sponsorpartnern das Konzept des werbetechnischen Vorgehens für das nächste Spektakel detailliert vorgestellt – inklusive der Werbemittel-Auflagen und der Timeline der einzelnen, gezielt aufeinander abgestimmten Werbemaßnahmen. Dem Sponsor werden vier unterschiedlich große/teure Werbepakete als „Plattform“ geboten, die ihn zum Teil/Partner dieser Eventwerbung machen – mit definierter Attraktivität und „Werbetiefe“, je nach gebuchtem Paket. Und die Liste der realisierten Werbemittel rund um das Zeltspektaktel ist lang: Flyer, Infobroschüren, Plakate unterschiedlichster Größe, Anzeigenwerbung in der Zeitung und in Freizeitmagazinen (teilweise im Gegengeschäft mit dem Ticketverkauf geregelt), Bannerwerbung/Backlights an Bahnhöfen im Großraum Stuttgart, Autoaufkleber, Plakat-Großleinwände an Ortsein- und -ausfahrten, T-Shirts, VIP-Ausweise, bedruckte Folien zum Bekleben von Biertischen, PVC-Schilder sowie bedruckte Planen für von innen illuminierte „Leuchttürme“, teilweise in Auflage 1. Erstmals wurde 2015 auch LED-Bildschirmwerbung auf Bahnhöfen belegt, Premiere feierten auch Band-eigene Werbeplakate, zusätzlich zu den Festivalplakaten. Ergänzt wird das Ganze um Kinowerbung (ebenfalls im Gegengeschäft), Werbung auf großen Dialeinwänden während der Veranstaltung oder digitale Werbung auf TV-Screens im VIP-Bereich des Zelts.

 
 

Eventwerbung, teilweise im Gegengeschäft realisiert, in Zeitungen und einschlägigen Freizeitmagazinen.

„Die Kulturinitiative Rock realisiert grundsätzlich alle geplanten Werbemaßnahmen exakt wie im Mediaguide angekündigt“, so Steffen Clauss. „Hier stehen wir bei den Sponsorpartnern im Wort, und die wissen aus Erfahrung, dass man sich auf uns als fairen Partner 100%ig verlassen kann!“ Hört man den Zeltspektakel-Chef über die Beziehung zu seinen Werbepartnern reden, schwingt bei jedem Wort die große Leidenschaft für das Event und natürlich für die Musik durch. Der Mann ist authentisch und bodenständig bis aufs Blut und hat über die Jahre unglaublich viel Erfahrung in der Eventorganisation gesammelt; kein Wunder, dass die Geldgeber ihm und der Veranstaltung treu bleiben und so mancher Künstler schon heute über sein Management anfragen lässt, ob er beim nächsten Mal nicht auch mit dabei sein kann.

Preis – Leistung – Nähe

Und nach welchen Kriterien werden die Druckprodukte in Produktion vergeben? Für Bernd Waldheim, der mit seiner Agentur die Ideen des KIR-Gremiums kreativ umsetzt, gibt es nur drei Zauberworte: „Preis – Leistung – Nähe! Alles andere zählt nicht. Standardprodukte, wie etwa die hochauflagigen Flyer oder Infobroschüren (bis 20.000 Ex.), müssen einfach günstig sein. Hier kommen die bekannten Onlinedruckereien zum Zuge. Anders sieht es da schon bei zeitkritischen oder Spezialprodukten aus. Hier verlassen wir uns auf die Qualität und terminliche Flexibilität von Druckpartnern aus der Region.“ Speziell in Sachen Qualität hat man da im Laufe der Zeit so seine Erfahrungen machen müssen. Zum Beispiel mit Affichen-Plakaten, die der Plakattierer verschmähte, weil sie an der Werbewand nicht gehalten haben, oder mit Auto-Verklebungen, die nur schwer wieder ablösbar waren. Beim Entfernen der Werbefolien von den Biergarnituren löste sich beim letzten Mal sogar der Klarlack der Biertische mit ab ... „Wir lernen ständig dazu, deshalb entscheiden wir die Druckpartner auch zu jedem Zeltspektakel und für jedes Produkt neu“, so Waldheim weiter. Sogar Ausschreibungen gebe es normalerweise. Doch weil in diesem Jahr das Billing der Bands erst sehr spät komplett gewesen sei, musste aus Zeitgründen auf Ausschreibungen verzichtet werden. Aber natürlich auch, um die Veröffentlichungs-Timeline zu halten. Denn die erste  „Bewerbungswelle“ für die Veranstaltung startet grundsätzlich schon im November/Dezember des Vorjahres – parallel zum Kartenvorverkaufsstart.

 
 

Das Auto als fahrender Werbeträger. Allerdings sollten die Folien vernünftig wiederablösbar sein ...

„Unser Werbeansatz ist schon ziemlich traditionell, Print steht klar im Mittelpunkt“, berichtet Bernd Waldheim. „Selbst das Verteilen der Flyer übernehmen unsere Ehrenamtlichen selbst – und zwar immer ohne Zielgruppenverluste direkt per Hand-out nach bestimmten Konzerten im Großraum Stuttgart. Leider haben wir die Online-Werbung bisher klar vernachlässigt!“ – „Für künftige Zeltspektakel soll dies nun verstärkt werden. Hierfür werden wir etwas Budget bei Print abziehen“, so Steffen Clauss. „Aber auch hier werden wir zu­nächst ein professionelles Konzept erarbeiten, nach vorheriger Beratung durch einen Spezialisten. Also auf gar keinen Fall ein Schnellschuss!“ Grundsätzlich steht die KIR online aber auch jetzt schon ganz gut da: Die Programmierung der neuen Homepage wird aktuell schon responsiv umgesetzt, damit das Ticketing künftig auch mobil erfolgen kann. Und sogar der Facebook-Auftritt wird halbprofessionell betreut. Wie wurde das gelöst? Natürlich ehrenamtlich …

Erschienen in DD 14-15/2015

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