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Papierbuch der Zukunft. Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie man das Buch in seiner jetzigen Form interessanter machen kann.  Hier ging es einerseits um Art und Eigenschaften der verwendeten Materialien, andererseits um neue Fertigungsmethoden und ganz neue Formen des Buches. Schöne Bücher sprechen die Sinne direkt an (Hören = das Rauschen der Seiten; Fühlen = die haptischen Eigenschaften des Papieres und der Bindung; Sehen = schöne Gestaltung, Fotografie und Typografie). Dies wurde unter anderem in der Diskussionsrunde »Schöne Bücher – Alleinstellungsmerkmal Ausstattung« mit Uta Schneider (Stiftung Buchkunst), Regine Grammlich (Druckerei Grammlich), Dr. Andreas Mayer (Dr. Andreas Mayer & Partner, Moderator), Stefanie Langner (Hatje Cantz) und Erik Kurtz (Kösel) herausgearbeitet.

Elektronische Lesegeräte sind nicht in der Lage, das auch nur annähernd wiederzugeben. Entscheidend ist unter anderem, dass alle am Herstellungsprozess Beteiligten zusammenarbeiten. Das schließt die Buchbinder, die häufig am Ende der Prozesskette erst ins Boot kommen, mit ein. Viele der Gewinnerprodukte des DID-Awards (ein Award für besonders innovative Druckweiterverarbeitung) zeichnen sich dadurch aus, dass die Buchbinderei von Anfang an in die Realisierung des Projektes mit eingebunden waren. Die übereinstimmende Einschätzung ist, dass besondere Bücher immer ihren Platz behalten werden. Allerdings nehmen diese speziellen, aufwändigen Bücher auch in Zukunft einen eher geringen Marktanteil ein. Die Masse der Bücher wird – schon aus Kostengründen – auch zukünftig eher Standard (Hardcover, Softcover) sein, mit schöner Typografie, aber normaler Ausstattung. Der Umschlag – das zeigt der Trend auf der Buchmesse – wird dagegen häufiger aufwändig veredelt sein. Damit soll am Point of Sales, also im Buchhandel, die erste Schwelle der Aufmerksamkeit des Kunden überschritten werden.

Wenn allerdings alle Bücher stark veredelt sind (zu sehen waren alle Formen der derzeitigen Veredelungstechniken wie zum Beispiel Relieflack, Stanzungen, Prägungen, Lentikularfolie), geht das Besondere wieder verloren.

Eine nicht ganz neue Erkenntnis. Die aktuell kursierenden „Horrorvisionen“ sollten nicht überbewertet werden. Die Branche kennt einige dieser Visionen wie zum Beispiel „Das papierlose Büro“ oder „In 10 Jahren gibt es keinen Offsetdruck mehr“ (das war 1992). Wer die derzeitigen Veränderungen aufmerksam und mit Augenmaß beobachtet und für sein Unternehmen und seine Produkte entsprechende Vorbereitungen trifft, wird von der Entwicklung sicher nicht überrollt werden.

Erschienen im DD 36/2010

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