Kreativität gefragt


Im Briefzentrum der BW-Post werden die Sendungen nach Zielort sortiert und gelagert.

Eine Weihnachtskugel oder auch mal ein Fußballspieler die BW-Post nutzt kreative Formate für ihre Mailings. Vier bis fünf Mailings mit bis zu 20 000 Sendungen versendet der Postanbieter pro Jahr in eigener Sache. „Wir versuchen mit dem Kreativmailing natürlich ein bisschen aus der Reihe zu tanzen“, sagt Vogel. Gleichzeitig will die BW-Post damit auch für ein kreatives Print-Mailing werben. „Wenn ich zum Briefkasten gehe und es kommt etwas kreativ Gestaltetes heraus, dann ist das einfach was anderes“, sagt Hassis. Aus diesem Grund wirbt die BW-Post auch ausschließlich offline für das eigene Unternehmen. „Wenn wir werben, dann offline“, sagt Vogel. „Wir wollen uns da natürlich nicht selber beschneiden, wenn wir viel online machen und dadurch unser eigenes Geschäft infrage stellen.“ Darüber hinaus ist der Leiter des Verkaufs und Marketings überzeugt, dass die Werbung vom Digitalen wieder in die Printprodukte zurückkäme: „Die Post wird vielleicht weniger, aber die Werbung geht von Online in die Offline-Werbung zurück.“

Vier Sortieranlagen, zwei Paketerfassungsstationen sowie zehn Einzelerfassungsplätze sind im Briefzentrum der BW-Post zu finden.

Die BW-Post wirbt aber nicht nur mithilfe von Print, weil sie sich selbst nicht schaden will, sondern vor allem, weil sie an die Qualität und die Aussagekraft von Gedrucktem glaubt. „Print hat eine gewisse Wertigkeit“, sagt Haasis. „Man kann es ansehen, sammeln und – gerade bei Briefmarken – sogar tauschen.“ Der kaufmännische Leiter beobachtet zudem einen Anstieg der Katalogdrucke, trotz Zunahme des Online-Handels. Dafür hat er eine ganz einfache und persönliche Erklärung: „Die Kataloge nehmen wieder zu, ich merke das ja selber: Blättern ist einfach besser als online klicken“, sagt Haasis.

Ein bisschen digital muss sein

Für 2017 strebt die BW-Post trotz der Zuneigung zu Print-Produkten eine Digitalisierung der Post-Branche an. Durch ein Druckportal, das über zwei zentrale Netzeanbieter verwaltet werden soll, soll der Kunde seine Briefe in Zukunft nicht mehr selbst drucken und dadurch den ganzen Workflow der  Post erleichtern. Demnach soll der Kunde seinen eigenen Brief dann nicht mehr bei sich Zuhause drucken, sondern nur ein Dokument verschicken und damit den Druckauftrag auslagern. „Das bedeutet, dass der Brief dann nicht mehr im Büro, sondern direkt beim Druckdienstleister gedruckt werden kann.“ Zumindest die ohnehin am Computer getippten Briefe wie beispielsweise Rechnungen könnten dadurch digital versendet und beim Empfänger trotzdem gedruckt ankommen. „Der erste Schritt ist jetzt, dass die Verbraucher den Druck in unsere Hände legen“, sagt Vogel. „Aber ich denke, dass der Markt mittlerweile so weit ist.“

Zusammen mit dem Druck und dem Verkauf der Briefmarken hält Christian Vogel den Umstieg auf teilweise digitale Lösungen für zukunftssträchtig. Aber eins wird Vogel dabei trotzdem nicht vergessen: „Ohne Print würde es uns nicht geben – das ist das Ein und Alles.“

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