Regionale Betriebe bevorzugt


 
292 Seiten stark: Die Jahresvorschau der Bayerischen Staatsoper, die den gesamten Spielplan enthält.

292 Seiten stark: Die Jahresvorschau der Bayerischen Staatsoper, die den gesamten Spielplan enthält.

„Von Plakaten, Flyern, Postkarten und vielseitigen Programmvorschauen bis hin zu Programmbüchern und unserem Magazin „Max Joseph“ geben wir alles selbst in Druck und kaufen auch bei der Geschäftsausstattung (Brief-papiere, Kuverts, Visiten- und Grußkarten, Einladungen ...) nichts von der Stange“, berichtet Laura Schieferle. Hinzu kämen Fahnen und Banner für die Außenwerbung sowie Merchandise-Artikel für den Opernshop und für Sonder-events wie die „Oper für alle“. Die Auflagen können sich beim Großteil der Aufträge durchaus sehen lassen: „Entlang des Nationaltheaters hängen aufwändig produzierte Großfotos der laufenden Produktionen. Das sind Einzelstücke“, erklärt die Referentin. Aber: „Die Programm-vorschau für die Festspiele hat eine Auflage von 120.000 Stück. In dieser Bandbreite bewegen wir uns.“

Kulturgigant Bayerische Staatsoper 

Nach Berlin zählt München zu den deutschen Städten, mit den meisten Opernliebhabern. Mit dementsprechend guten Kennzahlen kann die Bayerische Staatsoper aufwarten: 2014 kamen 578.405 Besucher in 466 Vorstellungen, was zu einem Auslastungsgrad von 95,27 Prozent führte. Veranstaltungsorte in München waren im gleichen Jahr unter anderem das Nationaltheater, das Prinzregententheater, das Cuvilléstheater, die Allerheiligen-Hofkirche, die St. Michael Kirche, die Alte Pinakothek oder der Max-Joseph-Platz.

Innerhalb einer Spielzeit kommen weit über 30 Opern aus fünf Jahrhunderten und mehr als 20 Ballette vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart zur Aufführung, dazu Konzerte und Liederabende. Damit ist das Programm des Opernhauses eines der vielfältigsten in der internationalen Opernszene. Höhepunkte sind die sommerlichen Opernfestspiele (25. Juni bis 31. Juli 2016) und die Ballettfestwochen, die dieses Jahr im April stattfanden. Weitere Infos finden sich auf www.staatsoper.de

Sänger zum Sammeln: Die Sammelbox Poträtgalerie vereint Porträts zu den Künstlern des Opernhauses

Bei der Auftragsvergabe seien Betriebe in München und Umgebung immer klar im Vorteil, obwohl die Bayerische Staatsoper als staatlicher Betrieb natürlich alle Aufträge ausschreiben müsse. Die Kommunikationsabteilung lege jedoch großen Wert darauf, dass die Druckerei die Oper täglich mit Nachschub beliefern und der Auftraggeber beim Andruck selbst an der Maschine stehen kann. „Zudem ist es schön, wenn auch die Kollegen in der Druckerei wissen, wie sich die Bayerische Staatsoper im Stadtbild präsentiert“, betont Schieferle. Ansonsten erwartet sie vom jeweiligen Druckdienstleister Termintreue (realistische Deadlines, nicht zu viel Puffer) und Erfindergeist: „Kreativ ist in erster Linie unsere Grafikagentur – wenn sich die Druckereien zu Spürhunden berufen fühlen und ungewöhnliche Wege finden, eine kreative Idee zu realisieren, ist die Zusammenarbeit perfekt.“ So seien Veredelungen, besondere Papiere und Sonderfarben sehr wichtig. „Erst durch deren Einsatz wird eine Publikation zu einem kostbaren Produkt, das man gern in die Hand nimmt und das emotional anspricht – und genau das ist auch unser tägliches ‚Geschäft’ auf der Opernbühne“, erklärt die Opernreferentin und: „Ein guter Service sollte selbstverständlich  sein!“ 

Off- und Online ebenbürtig

Selbstverständlich verschließt sich auch ein Traditionshaus wie die Bayerische Staatsoper nicht der Zukunft. So kommen moderne Medien und Kanäle dort zum Einsatz, wo es passt: Der bereits erwähnte Youtube-Videoclip zur Aufführung „Guillaume Tell“ sollte neue potenzielle Zielgruppen erreichen und brachte es immerhin binnen eines Jahres auf 140.000 Klicks. Zudem wurde das Video von Infoscreen, einem Dienstleister für Großflächenvideos in der Öffentlichkeit, zehn Tage lang in den Münchner U-Bahn-Stationen und U-Bahnen gezeigt. „Off- und Online nehmen wir ebenso ernst und nutzen die jeweiligen Vorteile“, meint dazu Opernreferentin Schieferle und erwähnt beispielsweise die Livestreams zu Opernaufführungen, die natürlich nur via Internet möglich seien. „Gleichermaßen kann kein digitales Medium ein haptisch ansprechendes Programmbuch mit offenem Rücken, Fadenbindung und einer goldenen Prägung auf dem Cover ersetzen.“ Warum sonst auch würden heutzutage noch so viele Menschen in die Oper gehen, um Menschen live auf der Bühne zu erleben?

Oper kompakt: das Programmbuch zu Sergej Prokofjews „Der feurige Engel”.

Bühnenreife Vorstellung

Vorbei sind die Zeiten, als Druckereien für Opern-, Theater- und Konzerthäuser „nur“ in punkto Plakaten, Programmheften und Tickets gefragt waren. Das Medienspektrum ist breiter geworden. So sind aus Programmübersichten hochwertige Kulturmagazine mit Anspruch geworden. Die Semperoper Dresden gibt zum Beispiel, neben herkömmlichen Printprodukten wie einer Jahresbroschüre, seit 2005 fünf bis sechsmal jährlich das „Semper! Magazin“ heraus – nach eigenem Bekunden ein „journalistisch anspruchsvolles Periodikum mit Aktuellem aus der Semperoper Dresden, Empfehlungen aus den einzelnen Sparten, Reportagen und Künstlern im Porträt“. Die aktuelle Ausgabe wurde bei der Druckerei Thieme Meißen GmbH gedruckt.

Bereits mehrfach beim „Best of Corporate Publishing“ (seit 2016 „Best of Content Marketing“) mit Gold und Silber bedacht wurde das Magazin des Festspielhauses Baden-Baden. Es erscheint zwei- bis dreimal im Jahr und geht kostenlos an die Besucher sowie an Gäste von Hotels, die es – wie das Festspielhaus selbst – auslegen. Das Magazin stellt in Porträts, Reportagen, Essays und Interviews die Künstler sowie das Programm des Festspielhauses vor und wird derzeit bei Körner Premium in Sindelfingen gedruckt.

Ein neues Konzept verfolgt schließlich „Reihe 5“, das Theatermagazin des Staatstheaters Stuttgart, das die Hamburger Designagentur Erler Skibbe Tönsmann und die Berliner Corporate-Publishing-Agentur Grauel Publishing realisieren. Das Heft soll Menschen, die kaum jemals auf die Idee kommen, ein Theater zu betreten, auf Schauspiel, Oper und Ballett aufmerksam machen – etwa „mit großen Reportagen und kleinen Anekdoten“. „Reihe 5“ erscheint vierteljährlich als Beilage von Tageszeitungen in Baden-Württemberg, zudem wird es im Raum Stuttgart und im Staatstheater selbst ausgelegt. Die aktuelle Ausgabe wurde bei der Bechtle Druck & Service GmbH in Esslingen gedruckt.

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