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So viel Druck braucht ein Uhrenhersteller

Sinn für Präzision und Qualität
 

Das 256-seitige Katalogbuch (mit rotem Leseband) gibt tiefe Einblicke in die Technik einer jeden Uhr. Die Druckqualität und die Haptik des Kataloges müssen eine ebenso edle Anmutung vermitteln, wie die abgebildeten Produkte.

Der Uhrenhersteller Sinn Spezialuhren rangiert nicht nur mit technologisch beeindruckenden, mechanischen Armbanduhren „Made in Germany“ an der Spitze des Uhrmacherhandwerks. Auch die Drucksachen des Unternehmens ziehen den Leser in ihren Bann. Hier spielen weniger käuferheischende Effekte, sondern edle Sachlichkeit, ausführliche Erläuterungen der Ingenieurskunst und nicht zuletzt exzellente Druckqualität, eine große Rolle.

Praktisch, funktional, sinnerfüllend – so könnte man die Uhren von „Sinn, Spezialuhren zu Frankfurt am Main“ beschreiben. Im Jahr 1961 vom Blindfluglehrer und Zweiter-Weltkriegs-Pilot Helmut Sinn unter dem Namen „Helmut Sinn Spezialuhren“ gegründet, konzentrierte sich das Unternehmen bereits in seinen Anfängen auf die Herstellung von Navigationsborduhren und Flieger-chronographen. So finden sich die Uhren des Frankfurter Herstellers unter anderem schon in den 1980er- und 1990er-Jahren im europäischen Spacelab, in der russischen Mir und an Bord der amerikanischen Columbia wieder. Dass die jeweils die Raumfahrten begleitenden Sinn-Uhren auch unter Schwerelosigkeit im All funktionieren, wurde somit eindeutig bewiesen.

Uhren für Spezialisten

Im Jahr 1994 übernahm der Maschinenbau-Ingenieur Lothar Schmidt das Frankfurter Unternehmen und folglich auch die Uhrenmarke Sinn vom Firmengründer Helmut Sinn. Ab jetzt heißt das Unternehmen „Sinn Spezialuhren GmbH“ und der nüchterne Name wird Programm. Durch seine ingenieurstechnisch geprägte Sicht auf die Dinge, richtet der jetzige Inhaber das Unternehmen und die Produkte sehr stark technisch aus. Das Resultat: Sinn Spezialuhren entwickelt und produziert heute mit 110 Mitarbeitern, Uhrmachern und Uhrmachermeistern, nahezu ausschließlich Uhren für spezielle Anwendungen: besonders druckfeste Taucheruhren, antimagnetische, stoßfeste Fliegerchronographen, widerstandsfähige Expeditionsuhren, auch unter widrigen Bedingungen ablesbare Modelle für die Spezialeinheiten von Polizei, Feuerwehr und GSG9 sowie andere, spezielle Berufsgruppen.

Jährlich verkauft Sinn etwa 14000 Uhren. Darunter auch elegante, mit Brillanten besetzte Damenuhren und sogenannte Finanzplatzuhren, beispielsweise für den männlichen Träger an der Frankfurter Börse. Insgesamt sind circa 130 verschiedene Modelle im aktuellen Uhrenportfolio von Sinn. Diese stehen natürlich auch Interessenten zur Verfügung, die damit keine besonderen Einsätze zu bestreiten haben, sondern einfach nur Technikliebhaber sind. Denn bei Sinn Spezialuhren bestimmt die Funktionalität die Gestaltung und nahezu jedes Detail enthält eine innovative Technologie. Die Form der Uhren folgt immer ihrer Funktion und Handhabung.

Technik trifft Technologie

In punkto technologische Innovationen hat das Sinn-Entwicklerteam, bestehend aus Technikern, Ingenieuren und Physikern, in den zurückliegenden Jahren einiges geleistet. So stammt die erste 22-karätige Golduhr, mit der man im Jahre 1995 per Speziallegierung und trotz eines ungewöhnlich hohen Goldanteils (917/1000) eine Materialhärte entsprechend der von Edelstahl erreichte, aus dem Hause Sinn. Die Legierung schmückte zwar keine typische Sinn-Uhr für einen speziellen Einsatzzweck, zeugte aber schon damals von den besonderen Entwicklungen des Unternehmens.

In den Jahren darauf entwickelten die Ingenieure von Sinn die Argon-(Ar)Trockenhaltetechnik, die bei der Taucheruhr 203 TiAr zum ersten Mal zum Einsatz kam. Durch diese Technologie konnte der Alterungsprozess im Uhr-Inneren deutlich verlangsamt werden. Das Werk bleibt somit länger funktionssicher und das Deckglas läuft selbst bei plötzlichen Temperaturwechseln nicht an.

Auch die von Sinn zum Patent angemeldete Hydro-Technologie ist für Taucheruhren gedacht. Sie gewährleistet absolute Beschlagsicherheit, Druckfestigkeit für jede erreichbare Tauchtiefe und optimale Ablesbarkeit unter Wasser aus jedem Blickwinkel. Und so geht es Schlag auf Schlag: 1997 stellt Sinn zwei sogenannte Einsatzzeitmesser vor, EZM1 und EZM2 genannt. Diese Uhren sind für Einsätze von Spezialeinheiten konzipiert. Deren Einsatzleiter nutzen die Zeitmesser, um mittels einer präzisen Zeitnahme die Belastung der Einheit abschätzen und gefährliche Situationen – beispielsweise für die Löschmannschaft im hitze und flammbeständigen Schutzanzug – ohne Risiko beenden zu können.

1998 wird die Ar-Trockenhaltetechnik mit dem Sinn-Spezialöl 66-228 kombiniert und somit der Lauf mechanischer Uhren von -45 bis + 80 Grad Celsius ermöglicht. In den Jahren darauf folgen die Entwicklung der Diapal-Technologie, bei der Materialpaarungen ohne Schmierung reibungslos zusammenarbeiten, der Tegiment-Technologie, mit der durch Oberflächenhärtung eine stark erhöhte Kratzfestigkeit z. B. von Edelstahl erzielt wird und die Verwendung von deutschem U-Boot-Stahl für druckstabile Gehäuse von Taucheruhren.

Bei dieser Aufzählung nicht zu vergessen ist auch der unverlierbare, patentierte Sicherheitsdrehring für Taucheruhren zum Einstellen der Merkzeit, der mit seiner zusätzlichen Verdrehsicherung als besonderes Sicherheitsplus für Taucher gilt. Die Aufzählung von Innovationen aus dem Hause Sinn ließe sich noch fortführen, denn es gibt noch etliches, was zum Patent angemeldet wurde. „Es ist unser Vorteil, dass wir als Direktvertriebsunternehmen den Kontakt zum Kunden haben und so manche Idee für neue Innnovationen auch aus der Praxis erhalten“, erläutert Simone Richter, Leiterin Marketing und Kommunikation bei Sinn Spezialuhren. Neben allen, für Spezialuhren von Sinn entwickelten Technologien, ist ihre Prüfung und Zertifizierung ein wichtiger Bestandteil der Zuverlässigkeitsgarantie. So zählen die technischen Standards der Testaf (Technischer Standard Fliegeruhren), des DVN GL (Klassifikationsgesellschaften Det Norske Veritas und Germanischer Lloyd, für Taucheruhren) und der Dekra-Chrashtest zu den wichtigsten Untersuchungen.

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Leserkommentare (2)

Karsten | Freitag, 12. August 2016 11:16:03

So viel Druck braucht nicht jeder Uhrenhersteller

Ich glaube das mit dem "Druck" ist als Wortspiel gemeint, "Auch die Drucksachen des Unternehmens ziehen den Leser in ihren Bann. Hier spielen weniger käuferheischende Effekte, sondern edle Sachlichkeit, ausführliche Erläuterungen der Ingenieurskunst und nicht zuletzt exzellente Druckqualität, eine große Rolle."
Sinn ist schon eine tolle Marke mit einem stolzen Preis. Ich besitze als Segler jedoch eine Casio Gulfmaster http://www.g-shock.eu/de/uhren/premium/gulfmaster/ welche mir seit vielen Jahren beste Dienste geleistet hat. Hier brauchte es auch nicht viel Druck um mich zu entscheiden. Das Design und die Verarbeitung haben hier klar für mich gesprochen. Allerdings besteht auch ein klarer Unterschied zwischen mechanischem - und Quartzuhrwerk. Ich bin mit meiner Gulfmaster allerdings sehr zufrieden.

-anonym- | Mittwoch, 10. August 2016 09:16:02

So viel Druck braucht ein Uhrenhersteller??

Schöner Artikel ABER wieviel Druck braucht den nun ein Uhrenhersteller...?

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