So viel Druck braucht ein Uhrenhersteller


 

Der auf 500 Exemplare limitierte Fliegerchronograph 103 A Sa B zeichnet sich durch sein blau galvansiertes Ziffernblatt mit Sonnenschliff und silber galvansierte Zähler aus. Druck von Ziffernblatt und Armbad sind eine Herausforderung.

Das Katalogbuch, Die "Bibel"

Begriffe wie Magnetfeldschutz, schwarze Haftstoffbeschichtung und nicht zuletzt fotografische Einblicke bis ins Innere der Uhren, lassen die Herzen von Kennern höher schlagen; und werden im jährlich erscheinenden Katalogbuch, der „Bibel der Sinn-Uhren“ unter Zuhilfenahme von Text, Bildern und Grafiken auch dem unbedarftesten Laien, dem interessierten Spezialuhren-Anwender sowie dem Liebhaber von ausgefeilter Ingenieurstechnik erklärt.

Das Buch, gedruckt in einer Auflage von 20.000 Stück, verzichtet weitgehend auf Marketingfloskeln, sondern besticht durch Sachlichkeit und Neutralität. „Unser Katalog ist nicht nur für unsere Kunden, die oft selbst Techniker und Ingenieure aus verschiedenen Fachrichtungen sind, sondern auch für uns das wichtigste Nachschlagewerk. Denn wir präsentieren darin nicht nur einfach die Produkte, sondern erläutern sehr intensiv die verwendeten Technologien und möglichen Anwendungen der Uhren“, so die Marketingleiterin. „Und das ist nicht alles. Neben dem deutschen Katalogbuch im Format A4 veröffentlichen wir jedes Jahr die kleineren A5-Katalogbücher in japanisch, chinesisch, französisch und englisch, um auch unseren Kunden aus aller Welt die Möglichkeit zu geben, die Technik bis ins Detail zu verstehen.“

Ausschließlich gelernte Uhrmacher und ebensolche Meister stellen bei Sinn die Zeitmesser her, vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt.

Hinzu kommen weitere Bedienungsanleitungen in den Formaten 21 x 21 cm bzw. 11 x 11 cm, sowie Anleitungen im Din-lang-Format mit Wire-O-Bindung, und das wohlgemerkt für circa 130 Uhrenmodelle sowie in deutsch und in englisch. Ein jährlicher Wandbildkalender und anderes mehr runden das gedruckte Informationsprogramm von Sinn ab. „Unsere Uhreninteressenten und -käufer lieben das Schöne, das Exklusive sowie hervorragende Qualität. Das muss sich auch in unseren Drucksachen widerspiegeln, durch exzellente Drucke, besondere Veredelungen und haltbare Bindungen. Wir haben zwar auch einen Online-Shop, aber unsere Drucksachen sind seit Jahren unsere Verkaufsförderung Nr. 1“, weiß Simone Richter.

Farbverbindlichkeit als oberstes Gebot

Nicht zuletzt dadurch, dass circa die Hälfte des Umsatzes im Inland und die andere Hälfte im Ausland, jeweils zu einem Großteil per Direktvertrieb und deutlich seltener über Juweliere generiert wird, ist die Qualität der Kataloge, Bedienungsanleitungen und aller Drucksachen von zentraler Bedeutung. „Hat ein Kunde Interesse an einer im Katalog abgebildeten Uhr, muss beispielsweise der gezeigte Edelstahl oder das Titan des Gehäuses exakt dem Modell entsprechen und nicht etwa grün- oder magentastichig sein“,
erzählt die Marketingleiterin stirnrunzelnd, „sind die Metalltöne nicht korrekt dargestellt, präsentiert der Katalog faktisch ein anderes Modell als das reale. Und der Käufer wäre enttäuscht über das, was er letzlich erhält. Um dies zu vermeiden, drucken wir ohne Ausnahme im UV-Offsetdruck, lassen sehr vieles proofen und sind auch beim Andruck im Druckhaus Becker in Ober-Ramstadt mit vor Ort. Hier vergleichen wir sogar die Abbildungen auf den Druckbogen unter Normlicht mit den jeweiligen Original-Uhren.“

Erfahrene Partner

Bei der Erstellung der Drucksachen arbeitet man bei Sinn Spezialuhren schon jahrelang mit erfahrenen Partnern zusammen. Dazu zählt ein Studiofotograf und Retuschestudio, Texter und Übersetzer sowie eine Agentur. Die gesamte Produktionszeit, vom ersten Foto bis zur Auslieferung der Drucksachen, dauert von September eines Jahres bis zum März des nächsten. „Ebenso legen wir Wert auf eine hochwertige, buchbinderische Weiterverarbeitung. Unsere Druckprodukte sind fast ausschließlich fadengeheftet. Weil wir eben wissen, unsere gedruckten Kataloge und Anleitungen werden viel gelesen und geblättert …, von vorn nach hinten und umgekehrt, und das nicht nur einmal“, so die Sinn-Marketingfrau.

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Leserkommentare (2)

Karsten | Freitag, 12. August 2016 11:16:03

So viel Druck braucht nicht jeder Uhrenhersteller

Ich glaube das mit dem "Druck" ist als Wortspiel gemeint, "Auch die Drucksachen des Unternehmens ziehen den Leser in ihren Bann. Hier spielen weniger käuferheischende Effekte, sondern edle Sachlichkeit, ausführliche Erläuterungen der Ingenieurskunst und nicht zuletzt exzellente Druckqualität, eine große Rolle."
Sinn ist schon eine tolle Marke mit einem stolzen Preis. Ich besitze als Segler jedoch eine Casio Gulfmaster http://www.g-shock.eu/de/uhren/premium/gulfmaster/ welche mir seit vielen Jahren beste Dienste geleistet hat. Hier brauchte es auch nicht viel Druck um mich zu entscheiden. Das Design und die Verarbeitung haben hier klar für mich gesprochen. Allerdings besteht auch ein klarer Unterschied zwischen mechanischem - und Quartzuhrwerk. Ich bin mit meiner Gulfmaster allerdings sehr zufrieden.

-anonym- | Mittwoch, 10. August 2016 09:16:02

So viel Druck braucht ein Uhrenhersteller??

Schöner Artikel ABER wieviel Druck braucht den nun ein Uhrenhersteller...?

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