So viel Druck braucht ein Zirkus


 

(Bild links): „Krone bleibt Krone“: Auch bei der Auswahl seiner Werbemittel – wie dem Programmheft – bleibt das Münchner Zirkusunternehmen sich und seinem langjährigen Druckpartner treu.

(Bild rechts): Das Plakat fürs erste Winterprogramm 2013/14. Die Gestaltung erinnert an ein Filmplakat. Damit soll bei den potenziellen Besuchern „Kino im Kopf“ erzeugt werden.

Doch trotz dieser Klagen lässt sich das Unternehmen die Plakatwerbung nicht vermiesen. Im Gegenteil: „Krone setzt immer noch auf Plakatkunst“, betont Strobl. „Plakatmaler von Weltruhm“ gestalteten seit über hundert Jahren die Motive des Circus Krone. „Zirkuskunst wurde und wird mit Kunst transportiert“, bekräftigt der Pressesprecher. So entwerfe der italienische Filmplakatmaler und Illustrator Renato Casaro unter anderem die Plakate des Münchner Zirkus. Schließlich stecke hinter der Idee fürs Zirkusplakat das „Kino im Kopf“. „Wichtig ist dem Unternehmen Krone, dass der Endverbraucher sich durch die Qualität und die Gestaltung angesprochen fühlt, und jedes Printprodukt dem größten Zirkus Europas würdig ist“, so der Pressesprecher des Zirkus’.

Wichtig für Druckpartner

Dafür braucht es natürlich einen verlässlichen Printpartner. Im Fall Circus Krone sind das laut Strobl die Augsburger Devega Medien GmbH (früher Schroff) und vor allem die Eberl Print GmbH in Immenstadt im Allgäu. Die letztgenannte Partnerschaft bestehe seit über 30 Jahren. „Frau Sembach-Krone und der (vergangenes Jahr verstorbene [Anmerkung der Redaktion]) Seniorchef Helmut Eberl haben die langjährige Partnerschaft begründet“, berichtet Markus Strobl. „Dort bekommen wir alles aus einer Hand – von der Gestaltung über den Druck nach dem Print-on-Demand-Prinzip bis zur Just-in-time-Lieferung an unsere Auftrittsorte.“ Strobl ist des Lobes voll über seinen Druckpartner: „Wir finden die Produktionsabläufe präzise und effizient.“ Man arbeite auch schon mal mit Onlinedruckern wie Flyeralarm zusammen oder habe früher auch im Ausland – beispielsweise in Italien – drucken lassen, heute produziere der Münchner Zirkus aber alles hierzulande – 80 Prozent davon in Bayern. „Krone setzt auf den Standort Deutschland“, so der Krone-Mann, „und wir wollen unsere regionalen Partner unterstützen.“ Was das Unternehmen von diesen erwartet? „Der Zirkus ist ein eigenes Geschäft, oft brauchen wir in einer Gastspielstadt ganz schnell neue Plakate – am liebsten gleich morgen“, erklärt Strobl. Daher zählten „Qualität, Zuverlässigkeit, termingetreue Lieferung, gute Preise.“

Totgesagte leben länger

Auch wenn das Zirkusunternehmen vor allem auf Print setzt, verschließt es nicht die Augen vor aktuellen Entwicklungen. So hat das Unternehmen seinen Internetauftritt, ist bei Facebook, Twitter sowie Youtube vertreten, informiert seine Besucher mit einer App über die neuesten Tourneedaten und setzt laut Strobl seit zwei Jahren QR-Codes ein: „Crossmedia ist sehr wichtig.“ Aber: Auch wenn Digital zunehme, gehörten klassische Werbemittel zu einem klassischen Zirkus. „Obwohl das Smartphone das Plakat der Zukunft sein wird und in vielen Bereichen schon ist“, wie der Pressemanager zugeben muss. Und er wiederholt nochmals eindringlich: „Das liegt aber nicht an der Qualität der Printprodukte, sondern an den Plakatierregularien, die das klassische Zirkuswerben an Zäunen von Privatleuten in vielen Städten verbietet.“

Doch ähnlich wie Printprodukte wurde auch der Zirkus immer wieder abgeschrieben, unter anderem wegen des Fernsehens als Konkurrenz. Trotzdem ist das Treiben rund um die Manege lebendiger denn je. Das beweisen neben klassischen Zirkusunternehmen die Erfolge von neuen Gründungen wie Roncalli oder Cirque du Soleil sowie die zunehmenden Zirkusprojekte für Kinder und Jugendliche. Geht’s also nach dem alten Motto „Totgesagte leben länger“, lässt diese Entwicklung auch für Printprodukte hoffen.

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