Tierisch viel Gedrucktes: So viel Druck braucht ein Zoo


 

2011 wurde die Tropenerlebniswelt „Gondwanaland“ eröffnet. Auf einer überdachten Fläche, größer als zwei Fußballfelder, leben 40 exotische Tierarten und rund 500 verschiedene Baum- und Pflanzenarten. Hier fahren die Besucher im Boot auf dem Urwaldfluss Gamanil – vorbei an Tapiren. (Bildquelle: Zoo Leipzig)

Bei so vielen unterschiedlichen Produkten ist dem Zoo vor allem eines wichtig: dass sie alle in Optik und Haptik dem Corporate Design des Zoo Leipzig entsprechen. Die Marke soll auf allen eingesetzten Werbemitteln klar erkennbar sein. Daher ist für den Zoo auch der Maßstab bei der Auswahl der Druckdienstleister – wie alle Einrichtungen mit öffentlicher Trägerschaft ist der Zoo Leipzig bei der Vergabe seiner Druckaufträge einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren verpflichtet – nicht zuletzt die absolute Farbverbindlichkeit. Bei allen Printprodukten, ganz gleich auf welchen Papierqualitäten und -stärken, muss das gleiche farbverbindliche Druckergebnis vorliegen.

Green Printing

Was die Papierqualität angeht, da setzt der Zoo Leipzig fast ausschließlich auf Recyclingmaterialien. Das passt zur Philosophie: Immerhin hat ein Tierpark ein fast schon natürliches Interesse an Natur- und Umweltschutz. Standardmäßig wird bei den Druckprodukten das Papier Circle Matt White von der Igepa Group eingesetzt, ein matt gestrichenes Bilderdruckpapier aus 100 Prozent Altpapier, das sowohl mit der EU-Blume als auch mit dem Blauen Engel ausgezeichnet ist.

Der Zoo Leipzig befindet sich inmitten der Verwandlung zum „Zoo der Zukunft“, die für die Einrichtung kontinuierlich Veränderungen mit sich bringt. Aktualität spielt somit nach Angaben des Zoos bei den Kommunikations- und Werbemitteln eine große Rolle. Demzufolge sind die meisten Printprodukte nicht auf Langlebigkeit ausgerichtet, sondern unterliegen ständigen Aktualisierungen. ­Die Verwendung von umweltfreundlich hergestelltem Papier habe somit eine höhere Priorität als die Produktion von Hochglanzbroschüren. Der Druck auf hundertprozentigem Altpapier integriere die Verwendung von Schnitt­resten und spare Energie- und Wasserverbrauch bei der Papierherstellung.

Eine genaue Auflage dieser Vielzahl von Printprodukten gibt der Zoo nicht bekannt, allerdings scheinen die Werbemaßnahmen, die die Umgestaltung der Anlagen begleiten, zu greifen. Immerhin 2,1 Millionen Besucher verzeichnete der Tiergarten im vergangenen Jahr. Im aktuellen Zooranking des britischen Zooexperten Anthony F. Sheridan belegt der Zoo europaweit den zweiten Platz nach dem Wiener Tiergarten Schönbrunn. Zu den Kriterien zählen unter anderem die Tierhaltung, das Gehege, Artenvielfalt und Artenschutz, „animal welfare and enrichment“, aber auch Zoopädagogik, Marketing und Investitionen. Alles in allem kann sich die Bilanz der Leipziger also sehen lassen.

Der Zoo in Zahlen 

Gegründet wurde der Zoo Leipzig im Jahr 1878. Die heutige Fläche umfasst 27 Hektar, davon 2,1 Hektar Wasserfläche. Insgesamt beherbergt der Zoo etwa 850 Arten und Unterarten, das entspricht etwa 4.250 Tieren plus nochmals 3.500 Knochenfischen und 1500 Wirbellosen.
Diese Tiere verspeisen pro Jahr rund 30.000 kg Futterfleisch, 29.000 kg Fisch, 19.000 Eier, 10.000 l Milch, 5.200 Brote, rund 32.800 kg Pellets, 266.000 kg Grünfutter, 129.000 kg Heu, 42.000 kg Stroh, 34.000 kg Möhren, 210.000 kg Obst und Gemüse 1.300 kg Mineralstoffe, 1.000 kg Knäckebrot und 10.000 kg Sämereien. Die Verpflegung für die 260 Mitarbeiter und die 2,1 Millionen Besucher wurde nicht mitgerechnet.

Erschienen in DD24/2012

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