Viele Geschäfte mit der Zeitung


 
 

Neue Verkaufskanäle für Verlagsprodukte jenseits von Print: In den Online-Kiosken „Pocketstory“ und „Blendle“ (Bild unten) können Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften per Download geordert werden.

 
 

Zahlen zur Zeitung

Was Zeitungsprodukte betrifft, wird Print jedenfalls noch viele Jahre eine große Einnahmequelle sein. Dies Belegen die Zahlen einer kürzlich vom Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-Ifra) vorgestellten Umfrage (die wesentlichen Ergebnisse der Studie sind im folgenden Kasten zusammengefasst). Danach kommen noch immer 93 Prozent aller Zeitungserlöse aus dem Print-Geschäft.

Gleichzeitig betreiben die Zeitungshäuser großen Aufwand, um ihr zweidimensionales in ein multidimensionales Geschäftsmodell umzuwandeln. „Print war einer von wenigen traditionellen Marketingkanälen und meist die einzig logische Wahl für Branding und Marketing. Diese Abhängigkeit existiert nicht mehr. Werbungtreibende haben heute mehr als 60 verschiedene Medien zur Auswahl“, stellte Larry Kilman, Generalsekretär der WAN-Ifra, bei der Vorstellung der Umfrage fest. Die Ergebnisse würden zeigen, dass der grundlegende Umbau des Geschäftsmodells der Zeitungen vollzogen sei.

WAN-Ifra: "Die Erlöse der Zeitungen sprudeln zunehmend aus neuen Quellen" 

Am 1. Juni 2015 stellte der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-Ifra) die jährliche Umfrage „World Press Trends“ beim 67. Weltkongress der Nachrichtenmedien in Washington vor. Die Studie enthält Daten aus über 70 Ländern, die laut WAN-Ifra zusammen über 90 Prozent des globalen Branchenwerts ausmachen. Die Ergebnisse würden zeigen, dass der grundlegende Umbau des Geschäftsmodells der Zeitungen vollzogen ist, resümiert der Verband. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse in der Übersicht:

  • Erstmals sind die globalen Erlöse aus dem Auflagenverkauf höher als die Erlöse aus dem Anzeigengeschäft. Die Zeitungen haben 2014 Erlöse von schätzungsweise 179 Mrd. US-Dollar aus dem Verkaufs- und Anzeigengeschäft generiert. Davon entfielen 92 Mrd. US-Dollar auf den Verkauf von Print- und Online-Ausgaben und 87 Mrd. US-Dollar auf das Anzeigengeschäft, so die Zahlen der Umfrage. War Print einer von wenigen traditionellen Marketingkanälen und meist die Wahl für Branding und Marketing, existiert diese Abhängigkeit nicht mehr. Werbungtreibende haben mehr als 60 verschiedene Medien zur Auswahl.
  • Wenngleich Zeitungen heute auf allen Medienplattformen vertreten sind, gestalte sich die Messung von Reichweite und Einfluss nach wie vor schwierig, da sie weitgehend über Auflagenzahlen und eine Reihe nicht standardisierter Messgrößen für die digitale Reichweite erfolgt. Die Herausforderung für die Branche bestehe in der Messung über alle Plattformen mit neuen Maßeinheiten.
  • Weltweit verbringen Konsumenten im Schnitt 2,2 Stunden täglich mit mobilen Geräten (Smartphone 97 Minuten und Tablet 37 Minuten), gefolgt von Fernsehen (81 Minuten), Desktop (70 Minuten), Radio (44 Minuten) und Print (33 Minuten). Diese Zahlen stammen aus dem Medienkonsumbericht von In-Mobi. Die Zahl derer, die digitale Zeitungsinhalte ausschließlich mit mobilen Geräten konsumieren, lag laut der Newspaper Association of America im März 2015 um 53 Prozent höher als im selben Monat des Vorjahres.
  • Der Umfrage zufolge lesen weltweit rund 2,7 Milliarden Menschen gedruckte Zeitungen, und mehr als 770 Millionen Menschen lesen Zeitungen auf digitalen Plattformen. Die Kombination aus Print und Digital soll das Publikum für Zeitungen weltweit aber vergrößern. Die Print-Auflagen sind 2014 gegenüber dem Vorjahr weltweit um 6,4 Prozent gestiegen. Dies sei vor allem Auflagensteigerungen in Indien und anderen ostasiatischen Ländern zuzuschreiben. Dagegen sind die Auflagen in Nordamerika (-1,3 %), Europa (-4,5 %) sowie Australien und Ozeanien (-5,3 %) gefallen. 
  • In reifen Märkten setzen die Zeitungen zunehmend auf Strategien, um mit weniger Abonnenten mehr Geld zu verdienen. Dazu gehören höhere Verkaufspreise, niedrigere Produktionskosten und die Senkung der Erscheinungshäufigkeit. Die bezahlten Digitalauflagen sind laut PwC im vergangenen Jahr um 56 Prozent gestiegen. Laut einer in zehn Ländern durchgeführten Umfrage des Reuters Institute Digital News Reports gibt aktuell einer von zehn Menschen für digitale Inhalte Geld aus. Laut WAN-Ifra kommen jedoch noch immer 93 Prozent aller Zeitungserlöse aus dem Print-Geschäft.

Erschienen in DD12/2015

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