Weiterempfehlen Drucken

Von XXL-Büchern und personalisierten Lentikularen

Sven Gábor Jánszky.

Dialogmarketing. Zum Zehnjährigen gab’s Kuchen und einen bunten Strauß an Ideen für die Kundenkommunikation: Ob formgestanzte Mailings, Werbebotschaften im Geldkartenformat oder vor Ort personalisierte Lentikulardrucke mit dem eigenen Konterfei. Mehr als 8000 Besucher haben sich auf den Mailingtagen in Nürnberg über neue Wege des Direktmarketings informiert.

Wenn wir morgens aufstehen und im Badezimmerspiegel neben dem eigenen Abbild die neuesten Finanznachrichten, das aktuelle Wetter und die Aufgaben des Tages im virtuellen Terminkalender angezeigt werden, ist das neue Zeitalter der Kundenkommunikation angebrochen. Im Jahre 2020, erklärt Sven Gábor Jánszky, Geschäftsführer der Forward 2 Business Büro GmbH und Leiter des gleichnamigen Zukunftskongresses „Think Tank“  in seiner Keynote-Rede auf den Nürnberger Mailingtagen, werden Fernsehen im Spiegel, Screentapete, eine tastenlose Fernbedienung, die die Interessen des Nutzers kennt oder ein Couchtisch mit Touchscreen-Oberfläche nichts ungewöhnliches mehr sein. Denn dann werde es intelligente Geräte geben, die die Handlungen des Nutzers analysieren und so Nachrichten, Filme, Musik, et cetera entsprechend den jeweiligen Vorlieben filtern. So müsse jeder Mensch nur noch die für ihn relevanten Informationen verarbeiten. Grundlage des gesamten Szenarios sind die persönlichen Daten eines Menschen. Und genau hier findet zunehmend ein Umdenken statt, der, so Jánszky, zu einem Paradigmenwechsel im Bereich des Datenschutzes führen könnte.

Dieser sowie die politische Diskussion um die Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes wurde natürlich auch auf der Fachmesse heiß diskutiert. „Aber wollen wir das überhaupt?“, fragte der Trendforscher in den Raum. „Wir wissen, dass unsere Daten bereits heute von Unternehmen genutzt werden und wir tun es trotzdem“. In Zukunft gehe es dementsprechend nicht mehr darum, wie Bürger ihre Daten verbergen dürfen und können, sondern um die Frage, wie sie diese freigeben können. Die Herausforderungen für den Datenschutz der Zukunft wird es seiner Meinung nach sein, die gesammelten Informationen seriös aufzubereiten und zu verwalten. Spätestens dann sind auch die Direkt- und Dialogmarketer gefragt, die tagtäglich neue Konzepte für die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden entwickeln.

Mehr als die Hälfte der 8150 Besucher, die die Fachmesse in diesem Jahr nach Nürnberg lockte, gaben bei einer Umfrage an, in ihren Unternehmen im Bereich Marketing, Vertrieb, Werbung oder PR tätig zu sein. Denn: „Eine Messe ist gelebte Kundenkommunikation“, erklärt dazu Claus Rättig, Mitglied der Geschäftsleitung der Nürnberg Messe. Und so dienten die Stände der 400 Aussteller – 22 weniger als im vergangenen Jahr – hauptsächlich der Marktorientierung, der Pflege von Geschäftskontakten und besonders der Information über Neuheiten.

Pfiffige Ideen. Derer gab es auf den Mailingtagen einige. So zum Beispiel das Big Book, ein – wie der Name schon sagt – überdimensional großes Buch, das die Color Gruppe aus München auf einer Xeikon-Digitaldruckmaschine produziert hat und das aufgeschlagen 132 x 46,5 cm, mit Aufklappern sogar 264 x 46,5 cm, misst. Bis zu 246 Seiten kann das Werk beinhalten, erklärt Vertriebsleiter Christian Sigl, und ist bereits von einigen Hotels vorbestellt worden, wo es als „stiller Kommunikator“ in den Lobbies seinen Dienst tut und über Historie und Dienstleistungen des Hauses aufklärt.

Seite 1 | 2 »
Anzeige

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Märkte

Download »Gedruckte Elektronik in der Praxis«

Biegsame Solarzellen, OLEDs und Fälschungsschutz: Wo wird gedruckte Elektronik schon großflächig eingesetzt?

Ob biegsame Solarzellen, interaktive Pharmaverpackungen oder geschwungene Displays im Autocockpit: Die gedruckte und organische Elektronik eröffnet einer Reihe von Branchen bislang noch ungeahnte technische und gestalterische Möglichkeiten. Aber – in welchen Bereichen wird Elektronik schon großflächig gedruckt und womit und worauf wird gedruckt? Das neue eDossier "Gedruckte Elektronik in der Praxis" gibt auf diese Fragen eine Antwort und wagt eine Prognose, wo künftige Märkte für gedruckte Elektronik liegen.

» mehr

Druck&Medien Awards 2016: After-Show-Party

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Druck&Medien Awards 2016 – Get-together und Dinner

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Gibt es in Ihrem Unternehmen Betriebsferien im Sommer?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...