Welche Rolle spielt Print?


Für Manfred Hasenbeck liegt die Zukunft von Print in der Verbindung mit anderen Medien.

Die Leserschaften erwarteten heute auch Angebote zur Selbstorganisation. Hierfür sind nach Vogel die Websites der Zeitschriften und die interaktiven Möglichkeiten des Web 2.0 als Zusatz zu Print geeignet. Zeitschriften sollten ihre Communitys auch durch Events oder Messen binden. Die digitale Zukunft der Zeitschriften und Zeitungen liegt laut Vogel nicht in „elektronischer Presse“; Konkurrenzängste gegenüber Wort und Bild-Angeboten seien daher überzogen. Der Trend zum mobilen Medium sei jedoch ungebrochen. Vogel vertritt deshalb die Meinung: „Gute Zeitschriften sind moderne, mobile Medien“.

Umstrukturierung. Einen Weg, wie Print Teil einer neuen Marke sein könnte, zeigte Manfred Hasenbeck, Vorsitzender Forum Corporate Publishing,  in seinem Vortrag. Print müsse sich crossmedial vernetzen, um bestehen zu können. Dabei sollte Print das Pushmedium für andere Medien sein. Hasenbeck machte eindringlich klar, dass es eine grundlegende Umstrukturierung der Medienbranche geben muss, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Auflagenschwund, Hefteinstellungen, Entlassungen, Kurzarbeit, Druckereisterben, mit diesen drastischen Worten beeindruckte Hasenbeck die Zuhörer. Die schwierige Lage, in der sich die Medienbranche befindet, ist für ihn keine Folge der Wirtschaftskrise. „Diese Medienkrise ist hausgemacht“, erklärte er und war in diesem Punkt mit Vogel einig. Das größte Problem laut Hasenbeck ist jedoch die verpasste Investition der Verlage in Produkte und neue Entwicklungen. Das Internet und dessen Einfluss, hier unterscheidet sich Hasenbecks Meinung von Vogels, auf das Anzeigengeschäft sei völlig unterschätzt worden. Von 1992 bis 2003 habe sich die Anzahl der Printtitel in Deutschland verdoppelt. Dies führte zu einem enormen Konkurrenzkampf. „Die Explosion Neuer Medien führt zur Überforderung der User und Kommunikationsentscheider“, erklärte Hasenbeck. Die Folge der Medienüberflutung ist das Sinken der Aufmerksamkeit, dies bedeute wiederum, dass die Werbung weniger Nutzen hat. „Der Anzeigenmarkt ist zusammengebrochen, weil es überhaupt keinen Response mehr gibt, der Käufer reagiert nicht mehr darauf“, fügt Hasenbeck hinzu. Heute befinde sich die Branche in einer oft planlosen Phase der Neuausrichtung. „Im Internet verdient noch kein Verlag, die haben alle draufgezahlt“, gibt Hasenbeck zu bedenken.

Neue Märkte. „Print lebt, das ist meine Botschaft“, erklärt Hasenbeck. Für ihn ist der Corporate Publishing Markt, der in den letzten zehn Jahren enorm gewachsen ist, das interessanteste Thema. Von den damaligen Kundenmagazinen aus habe sich ein neuer Kosmos entwickelt, der unter anderem von Jahrbüchern über E-Journals, Case Studys bis hin zu Executive Medien und Kulturzeitungen reicht. Dieser Markt sei momentan für die Verlage der interessanteste überhaupt. Der Corporate-Communication-Markt sei größer als die gesamte klassische Verlagsmedienwelt. Eine Mc-Kinsey-Analyse von 2008 habe ergeben, dass 780 Mio. Kundenzeitschriften pro Erscheinungsintervall produziert werden. 4,5 Mrd. Euro werden allein von Unternehmen im Raum D/A/CH jährlich investiert. Es gebe in Deutschland circa 14900 Kundenzeitschriften (B2B und B2C). Hasenbeck sagt dazu: „Print ist für mich die Pushmaschine anderer Medien.“

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