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Werbung unterwegs

Der japanische Computerspiel-Hersteller Konami bewirbt seinen Fußball-Klassiker „Pro Evolution Soccer“ mit zehn zweiseitig gestalteten  Lkws auf deutschen Autobahnen. Dank der reflektierenden Ausführung ist die Werbebotschaft auch in der dunklen Jahreszeit zu lesen.

Die Menschen werden immer mobiler. Verkehrsmittelwerbung erreicht sie unterwegs und punktet mit hohen Reichweiten und Kontaktchancen. Aber der Planungsaufwand ist immer noch höher als bei normalen Plakaten.

Sie sollen Bücher lesen, keine Busse!“ So steht es auf zahlreichen Linienbussen, die in den wichtigsten Großstädten Nordrhein-Westfalens unterwegs sind. Die Filialen einer überregional operierenden Buchhandlung machen damit seit Jahren auf sich aufmerksam. Ihr Umsatz hat sich tatsächlich gesteigert. Nicht zuletzt deswegen, weil die angesprochene Zielgruppe nicht nur Bücher, sondern auch die rollende Werbung liest. Wie übrigens ein Großteil der Bevölkerung – das belegt eine Forsa-Studie für den Fachverband Außenwerbung FAW (Frankfurt/Main). Demnach konnten sich fast drei Viertel der Befragten an Ganzgestaltungen, zwei Drittel an Teilgestaltungen und mehr als die Hälfte an Innenwerbungen erinnern. Die Seitenwerbung auf Taxis kennen 66 Prozent.

Peter Herzog, Leiter Sales Services Verkehrsmedien beim Kölner Anbieter Ströer Derg Media, überrascht dies nicht: „Verkehrsmittelwerbung punktet durch dauerhafte und aufmerksamkeitsstarke Präsenz im Stadtbild. Die meisten Menschen sind am Tage unterwegs, sehen oder nutzen sogar den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Außengestaltung spricht also im Grunde alle Bevölkerungsschichten an.“ Die große Stärke von Transport Media: Als mobiler Werbeträger transportiert sie ihre Botschaft fast überall dorthin, wo man sie haben will. Dies ist nicht nur in den mit Plakaten eher dünn ausgestatteten ländlichen Gegenden ein Plus, sondern erst recht in den Städten. Busse, Bahnen und Taxis kommen in die Innenstädte hinein, wo sich viele Menschen aufhalten, wo aber die klassischen Werbeträger kaum vertreten sind.

Der größte Klein-wagen der Welt fährt in Darmstadt auf der Straßenbahn mit. Toyota wirbt auf jeweils einer Tram-Seite für seine Modelle Aygo und IQ.

Toyota auf Schienen. Vorteile, die sich Toyota und das Autohaus Schneider in Darmstadt zunutze machen. Um den Bekanntheitsgrad des Toyota-Vertragspartners und gleichzeitig den Absatz der stadtfreundlichen Kleinwagenmodelle Aygo und IQ zu steigern, entschied sich der japanische Autohersteller erstmals, eine Straßenbahn sechs Monate ganz zu bekleben. Seit diesem Sommer fährt die Autowerbung abwechselnd auf allen Linien im Darmstädter Straßenbahnnetz mit. Ist die von der Stuttgarter KWS Außenwerbung realisierte Kampagne erfolgreich, will sie Toyota in weiteren Städten einsetzen.Mitten in die Stadt hinein kutschiert auch die Bergheimer Inovisco Mobile Media GmbH die Botschaften ihrer Kunden: Ein mobiles Citylight-Poster auf einem Anhänger, gezogen von Fahrrad oder Vespa-Roller, bringt die Werbebotschaft bis an den Point of Sale: „Unsere mobilen Werbeträger eignen sich ideal für Kunden aus dem Filialisten-Segment – wie Elektromärkte, Möbelhäuser, Bau- und Heimwerkermärkte oder Modeketten – und werden häufig zu deren Geschäftseröffnungen oder zu Produkteinführungen gebucht“, erklärt Geschäftsführer Alexander Houben. Sollen statt der Innenstadtpassanten die Autofahrer erreicht werden, bringt das Ambient-Media-Unternehmen mit den Big-Board-Vans die vierrädrige Variante ins Spiel. Die Kleinlaster verfügen über einen beidseitigen 18/1-Aufbau, der wahlweise mit Selbstklebefolien oder mit klassischen Großflächen-Papierplakaten zu belegen ist. Mit Mindestbelegungszeiten von nur einem Tag kann Inovisco insbesondere bei kurzfristiger Aktionswerbung punkten. Damit können die anderen Verkehrsmedien in der Regel nicht mithalten. Grund sind die längeren Vorlauf- und Belegungszeiten, welche auf die teilweise recht aufwendige Produktion zurückzuführen sind. Immerhin kamen die Anbieter den Kunden in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Produkten entgegen: So lässt sich ein Traffic-Board bereits ab einem Monat buchen. 

Kein Standarddruck: Verkehrsmittelwerbung 

Werbeflächen für Transportmedien zu bedrucken ist nicht jedermanns Sache. Die Anforderungen an den Bedruckstoff, die Selbstklebefolien, sind gewaltig: UV-beständig, schrumpfungsarm und formstabil muss die vornehmlich verwendete Folie aus PVC oder Polyesterlaminat sein. Dazu sollte sie jeder Witterung sowie der Waschstraße und dem Dampfstrahl standhalten. Bei mittel- und langfristiger Werbung (länger als sechs Monate) benötigt sie nach dem Druck zusätzlich eine vollflächige Laminierung mit einem Polyesterlaminat, das vor Abrieb und Graffitis schützt. Um einen je nachdem kontrastreichen Untergrund voll abzudecken, sollten die Werbeplanen hoch pigmentiert oder mit dunklem Kleber versehen sein. Apropos Kleber: Der muss zwar fest haften, dabei aber lösbar und rückstandsfrei zu entfernen sein.

Auch bei der Konfektionierung der Fahrzeuge ist einiges zu beachten: zum Beispiel, dass die klebenden Folienelemente nicht direkt auf den Fahrzeuglack kommen, sondern nur auf eine Trägerfolie. Die Planen dürfen nicht über Leisten verklebt werden, die zwischen Außenbeplankung und Verglasung verlaufen und auch nicht über einen Höhensprung der Karosserie. Zudem ist es grundsätzlich verboten, die Folien auf dem Fahrzeug zu schneiden. Die nötigen Trennstellen sind einzubringen, bevor die Folie aufgeklebt wird. Das Fahrzeug ist ausschließlich mit Isopropanylalkohol zu reinigen. Quelle: Druckerei Kürten & Lechner (www.kldruck.de)

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