Werbung unterwegs


Nicht nur Bares ist Wahres: Mastercard ermunterte Urlauber mit Big-Board-Vans, ihre Kreditkarte im Ausland verstärkt einzusetzen.

Mit Taxis immer auf Achse. Sollen innerhalb der Stadt kurzfristige Aktionen auf die Straße gebracht werden, bietet sich Werbung an Taxis an. Durchschnittlich 18 Stunden täglich ist die Botschaft dann auf Achse und legt jede Woche zirka 2000 Kilometer zurück. Anbieter wie die Hamburger Taxi-AD bieten hierfür unterschiedliche Optionen: Von der Dachwerbung mit Wechselplakaten über klassische und sonderangefertigte Seiten- und Fensterwerbung bis hin zu Innenraumwerbung wie dem Flyer-Dispenser mit Kleinplakatfläche. „Darüber hinaus gibt es Sonderwerbeformen, die wir je nach Kundenbedarf realisieren. Standardmäßig bieten wir auch ein Totalbranding – also ein komplett foliertes Taxi inklusive Dach- und Innenraumwerbung“, zählt Geschäftsführer Ralf Johansson auf. Während die geklebte Variante auf Seitentüren oder Fenstern ab einer Laufzeit von zwei Wochen zu haben ist, vermarktet das Unternehmen die Dachwerbung in Großstädten – ähnlich wie das Citylight-Poster – wochenweise. Allerdings muss der Kunde dann das gesamte Netz einer Stadt buchen. Dafür erhält er beispielsweise in München mit 205 Fahrzeugen einen ziemlich geballten Auftritt mit einem sehr schnellen Reichweitenaufbau.

Mit diesem Argument preisen auch die Anbieter von Lkw-Werbung ihr Medium an. „Verglichen mit stationären Außenwerbe-Medien, bei denen immer wieder dieselben Personen das Plakat auf ihrem Weg zu Schule, Arbeit oder Lebensmittelgeschäft wahrnehmen, haben mobile Medien den Vorteil, dass der Reichweitenaufbau nicht nach zwei, drei oder vier Wochen abbricht“, unterstreicht Achim Erbslöh, Geschäftsführer von Postermobil in Kronberg. Die Brummis sind vorwiegend überregional auf Autobahnen und Bundesstraßen unterwegs und erreichen somit nach und nach sehr viele unterschiedliche Menschen. Und das sogar nachts. Reflektierende Folien werfen das Licht der Scheinwerfer zurück und sorgen dafür, dass die Motive auch bei  Dunkelheit gut zu erkennen sind.

Vom Lkw direkt ins Rasthaus. Ein weiteres Argument für die Trucks führt Marco Stenger, Leiter Projektmanagement beim Landauer Wettbewerber Trans-Marketing, an: „Während die klassische Verweildauer bei Plakatwerbung bei etwa zwei Sekunden liegt, wirkt Lkw-Werbung in Fahrtrichtung betrachtet bereits ab einer Entfernung von etwa hundert Metern.“ Je nach Verkehrssituation und Geschwindigkeit variiere dann die Blickkontaktdauer im Rahmen eines Überholvorgangs. Zwischen elf Sekunden bei zügiger Fahrweise und 34 Sekunden bei zäh fließendem Verkehr und einer Geschwindigkeit von etwa 90 Kilometern pro Stunde. Zeit genug, um Lust auf ein kleines Päuschen an der Autobahnraststätte zu machen. Hundert Brummis warben deshalb auf Deutschlands meist befahrenen Autobahnen zwischen Juni und August 2008 für die aktuellen „Preisschlager-Angebote“ bei Tank & Rast. Das von Trans-Marketing patentierte Wechselrahmensystem Roll-Ad ermöglichte dabei den Austausch von Werbeplanen am Heck und an den Seiten des Lkws innerhalb von wenigen Minuten. Ein äh

Neu bei Inovisco: der Showcase Van. Die fahrende Vitrine bringt die Produkte eines Unternehmens direkt auf die Straße.

nliches System hat auch Postermobil im Programm. Durch die kurzen Vorlaufzeiten für Druck und Montage kann der Kunde das TÜV-zertifizierte Wechselsystem auf Wunsch im Wochenrhythmus mit unterschiedlichen Werbebotschaften bestücken. Dabei muss das verwendete Material vor allem eines sein: widerstandsfähig. Denn die Folien sind permanent widrigen Umwelteinflüssen ausgesetzt: UV-Strahlen, Wärme, Kälte, Staub, Nässe und Salz. Die selbst klebenden Folien, die alle produktionstechnischen Anforderungen erfüllen, kommen bei den meisten der in Deutschland umgesetzten Transportmedien-Kampagnen vom Multi-Technologiekonzern 3M. Nur eigens zertifizierte Druckereien, die sogenannten Scotchprint Graphics Center, verarbeiten die Spezialfolien. Dabei handelt es sich um Betriebe, die der Hersteller besonders qualifiziert hat. „Damit wollen wir den Werbekunden ein hohes Maß an Produktsicherheit gewährleisten“, erklärt Johann Klemm von der Bergisch Gladbacher Druckerei Kürten & Lechner, die zu den zertifizierten Unternehmen gehört. Die internationale Marke Scotchprint Graphics garantiere, dass die Werbemittel mit von 3M aufeinander abgestimmten Komponenten – wie Folie, Tinte, Laminate oder Schutzlacke – hergestellt und konfektioniert werden. Dies verhindere chemische Reaktionen, die bei der Verwendung von Produkten unterschiedlicher Hersteller möglicherweise auftreten und sich negativ auf die Qualität des Endproduktes auswirken können. Zusätzliche Sicherheit erhält der Werbetreibende durch das sogenannte Matched Component System MCS. Dabei garantiert der Folienhersteller die Qualität und Haltbarkeit der gedruckten und verklebten Grafik bis zu acht Jahren auf Fahrzeugen. Das dürfte selbst für die langen Zyklen der Verkehrsmittelwerbung ausreichen. 

Seite « 1 | 2 | 3 »
Anzeige

Firmen-Suche


Weiterempfehlen Drucken Heft-Abo

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

IT meets Print – Jetzt Tickets ordern!

CHIP-Logo

Deutscher Druck- und Medientag 2017

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Ganz großes Kino für Print: Wie die Creatura-Initiative begeistert

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Wie informieren Sie sich über Ihren Urlaubsort?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...