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Auf der sicheren Seite

Aussteller der Rechnung bleibt das Unternehmen. Ein Vermerk teilt dem Kunden mit, dass die Rechnung an einen Factor abgetreten wurde. Die Bankverbindung ist die des Factors.

Factoring. Überraschende Insolvenzen, zahlungsunfähige oder -unwillige Kunden – es gibt viele gute Gründe für Unternehmen der Druckbranche, ihre Forderungen einem Factor zu verkaufen und so die Liquidität der Firma zu sichern. 

Immer noch reagieren Unternehmer skeptisch auf Factoring. Sie befürchten versteckte Kosten und den Verlust von Kunden. Auch Stephan Treuleben, Geschäftsführer der Offizin Andersen Nexö Leipzig (OAN) in Zwenkau, hat sich zunächst um die Reaktion seiner Kunden gesorgt, musste dann jedoch feststellen: „Die meisten Kunden haben den Factor akzeptiert, heute verkaufen wir 75 Prozent unserer Forderungen an Print Media Factoring."

Die Hamburger Print Media Factoring (PMF), ist eine Tochtergesellschaft der Papier Union. „Die Umsätze, die das Factoring-Institut heute mit der Druckbranche erreicht, sind in den vergangenen drei Jahren um 350 Prozent gestiegen und bewegen sich im mittleren dreistelligen Millionenbereich“, berichtet Holger Wagner, Leiter der PMF. Das Institut hat sein Profil auf die Bedürfnisse der Druckbranche zugeschnitten – Zielgruppe sind Druckereien mit Umsätzen ab 2,5 Millionen Euro aufwärts. „Unser größter Druckkunde macht einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro", so Wagner. Bei dieser Umsatzgröße sind durchschnittlich fünf bis sechs Millionen Euro Außenstände normal.

Rentabilität muss stimmen. Damit PMF einem Betrieb seine Forderungen abkauft und zu 100 Prozent die Umsatzfinanzierung garantiert, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein: Die Betriebe dürfen nicht überschuldet sein und die Rentabilität muss stimmen. Wagner stellt klar: „Factoring- Institute, die mit hoffnungslos überschuldeten Betrieben Geschäfte betreiben, können sich der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung schuldig machen.“ Die PMF-Kunden möchten bei Lieferanten mit höherer Liquidität ihr Skonto verbessern oder ihren Endkunden ein längeres Zahlungsziel gewähren.

Frederic Lodewyk

„Factoring ist kein Mittel zur Sanierung eines maroden Unternehmens“, betont auch Frédéric Lodewyk, Vorstand des Düsseldorfer Factoring-Instituts Quorum AG. „Vielmehr geht es um verlässliche Zahlungseingänge.“ Am Beispiel von Steuerterminen wird klar, was dies bedeutet: „Gehen Kundenzahlungen nur wenige Tage zu spät ein, kann es zu einem Liquiditätsengpass kommen, obwohl das Unternehmen kerngesund ist.“

Die OAN-Gruppe beschäftigt rund 550 Mitarbeiter und rechnet 2009 mit circa 80 Millionen Euro Umsatz. Stephan Treuleben berichtet: „Bevor wir unsere Forderungen verkauft haben, betrugen die Außenstände im Schnitt 7 Millionen Euro.“ Seine Gründe für einen Factor: „Mir geht es um die Liquiditätsplanung und den vollständigen Schutz bei Zahlungsausfällen.“ Während bei einer Kreditversicherung das Restrisiko einer Selbstbeteiligung bei circa 30 Prozent liegt, gewährt PMF einen hundertprozentigen Versicherungsschutz bei Zahlungsausfällen.

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