Auf der sicheren Seite


Stephan Treuleben

Factoring kann sich rechnen. Die Quorum AG betreut 22 Kunden aus der Druckbranche. Vorstand Lodewyk rechnet die Kosten für das Factoring mit einer günstigeren Skontierung seitens der Lieferanten gegen: „Bei einem Jahresumsatz von einer Million Euro und einem durchschnittlichen Zahlungsziel von 60 Tagen sind immerhin rund 170 000 Euro erforderlich, um offene Forderungen zwischen zu finanzieren.“ Dieses Kapital lässt sich an anderer Stelle nutzbringender einsetzen. „Werden Lieferantenrechnungen mit Skonto beglichen, liegt der Ertrag deutlich über den Kosten des Factorings“, betont Lodewyk.

Treuleben empfiehlt Firmen der Druckbranche ab einem Jahresumsatz von 10 Millionen Euro, ihre Forderungen an einen Factor zu verkaufen: „Voraussetzung dafür ist neben der Mindestgröße eine professionelle kaufmännische Leitung mit gut organisiertem Debitorenmanagement“.

Option für Kleinbetriebe. Doch auch für kleinere Unternehmen ist Factoring mittlerweile eine Option. „Auch für ein Kleinunternehmen ist es ob der wirtschaftlichen Lage, der schleppenden Zahlungsmoral und des Zeitalters der Insolvenzen sehr wichtig, schnell über den geforderten Betrag zu verfügen und bei Insolvenz des Kunden abgesichert zu sein“, stellt Robert Thyen fest. Als Inhaber der Thyen Druck GbR in Sögel beschäftigt er acht Mitarbeiter. Seit Juni 2008 verkauft die Druckerei alle Forderungen an Quorum. Der Inhaber war nicht mehr bereit, das Risiko für durchschnittlich 60 000 Euro Außenstände zu tragen. Heute sind es noch rund 30 000 Euro im Monat, da Quorum 80 Prozent vorfinanziert, sind es faktisch nur noch 6 000 Euro. Daniel Bär, Inhaber eines Papierverarbeitungsbetriebs in Korschenbroich, wurde von vier Factoring-Instituten abgewiesen, schließlich kaufte Quorum die Rechnungen des Kleinunternehmens. „Von Betrieben mit einem durchschnittlichen Außenstand von rund 32 000 Euro kaufen viele Factors keine Forderungen ab – diese Summe ist den Meisten zu gering“, hat Bär erfahren.

Mehrwert Geschaffen. Bär lässt sich das Factoring jährlich gut 13 000 Euro kosten. „Dafür brauche ich nicht mehr wöchentlich drei bis vier Stunden meinem Geld hinterher zu telefonieren“, berichtet er und fügt hinzu: „Monatlich 16 Stunden zusätzliche Arbeitskapazität sind mir diese Kosten wert – akquiriere ich in dieser Zeit neue Projekte, habe ich sogar profitiert.“

Treuleben definiert seinen Mehrwert so: „Die Liquiditätssicherung, der Delkredere-Schutz, die günstigere Skontierung bei Lieferanten und die Sicherheit bei Geschäften mit Neukunden sind weiche Gegenleistungen, aber diese sind die Prozente wert, die wir dem Factor überlassen.“ Und nicht selten entspannt sich das Verhältnis zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber, wenn die Zahlungsmodalitäten erst einmal geklärt sind. „Seit Quorum mein Factor ist, ist in Kundengesprächen Geld kein Thema mehr“, sagt Bär.  

Erschienen in DD 13/2009

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